Höhere Wassergebühren unumgänglich

Zweites Standbein für 8,5 Millionen Euro

  • Jörg von Rohland
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Die drei neuen Brunnen sind fertig, jetzt gilt es, das kühle Nass nach Schongau zu führen: Die Stadtwerke beginnen im August mit dem Wasser-Leitungsbau zum Heiliggeistwald nach Denklingen. Billig wird das nicht. Ist alles fertig und abgerechnet, müssen sich die Bürger auf höhere Gebühren einstellen.

Schongau – Werner Hefele, kaufmännischer Leiter der Schongauer Stadtwerke, nimmt die Summe nicht so gerne in den Mund, weil sie nur geschätzt ist. Bislang seien „nur Teilbereiche ausgeschrieben“, sagt er. Alles in allem dürften es Hefeles Angaben nach aber 8,5 Millionen Euro werden, die das Gesamtpaket kostet, das Schongau für sein zweites Standbein bei der Wasserversorgung schnürt: Von den Erkundungen im Heiliggeistwald über die Bohrungen und den Bau der Brunnen bis zur Erschließung, die jetzt ansteht.

Schongaus Kooperationspartner, die mit an die knapp neun Kilometer lange Leitung angeschlossen werden wollen, werden freilich ihre Beiträge leisten. Bekanntlich erhalten Denklingen, Kinsau, Hohenfurch, Altenstadt/ Schwabniederhofen und Schwabsoien so auch ihr zweites Standbein, das die Regierung von allen Kommunen fordert. Die Schongauer Bürger müssen sich aber trotzdem darauf einstellen, dass ihr Trinkwasser bald teurer wird. Nur wann die Gebührenerhöhung kommt und wie hoch sie ausfallen wird, können die Stadtwerke zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Finanzchef Hefele bittet um Verständnis.

Jetzt wird zunächst einmal gebaut: Nach Angaben des technischen Werkleiters Alexander Joseph soll in diesem und im nächsten Jahr die benötigte Druckwasserleitung zwischen den Brunnen und dem Trinkwassernetz der Stadt Schongau verlegt werden. „Die Verlegung erfolgt dabei größtenteils in Feld und Waldwegen parallel zur B17“, erklärt Joseph. Die Wege seien während der Bauarbeiten nur eingeschränkt befahrbar.

Obendrein müssen Übergabeschächte an den Schnittstellen zu den benachbarten Wasserversorgungsnetzen in Kinsau, Hohenfurch und Altenstadt/Schwabniederhofen gebaut werden – einschließlich der notwendigen Rohrinstallation.

Beginnen werden die Arbeiten Joseph zufolge am Montag, 20. August. Zunächst wird in einem ersten Bauabschnitt vom geplanten Tiefbehälter (Höhe Neuhof) eine Wasserleitung bis zum Übergabeschacht nach Kinsau verlegt. Bis Ende dieses Jahres sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Ebenfalls noch in diesem Jahr wird der zweite Bauabschnitt angegangen. Er beinhaltet die Wasserleitung vom Übergabeschacht Hohenfurch/Altenstadt bis nach Kinsau. Der Abschnitt soll bis Mitte 2019 fertig sein und in der „vegetationsarmen“ Jahreszeit ausgeführt werden, heißt es. Die Komplettfertigstellung ist für Juli 2019 vorgesehen.

Wie jüngst ausführlich berichtet, bezieht die Stadt Schongau derzeit den größten Teil ihres Trinkwasser aus dem eigenen Tiefbrunnen in Schwabsoien. Das kühle Nass gibt es dort zwar in rauen Mengen und in höchster Qualität, dennoch ist ein zweites Standbein in Zukunft vorgeschrieben. Der Grund liegt nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) auch am „sich abzeichnenden Klimawandel“ und dem globalen Temperaturanstieg. Bei langen und intensiven Trockenperioden könne das Wasser knapp werden, heißt es.

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