Feierten zusammen den Gottesdienst: Schongaus evangelischer Pfarrer Jost Herrmann (li.) mit seinem Vorgänger Christoph Seifert und dessen Gattin Veronika.
+
Feierten zusammen den Gottesdienst: Schongaus evangelischer Pfarrer Jost Herrmann (li.) mit seinem Vorgänger Christoph Seifert und dessen Gattin Veronika.

Gottesdienst mit Schongaus früherem evangelischen Pfarrer Christoph Seifert zur Sanierung der Dreifaltigkeitskirche

Im „seelischen Restaurant“ gefeiert

Ein Gottesdienst, der in die Feierlichkeiten zur Sanierung der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in Schongau eingebunden war: Gast war dazu Christoph Seifert, der 20 Jahre lang Pfarrer der evangelischen Gemeinde Schongau war.

Schongau - Für den 82-jährigen Pfarrer ist die nunmehr sanierte Dreifaltigkeitskirche zu einem „Seelisches Restaurant“ geworden. Genau das hat Pfarrer Jost Herrmann so gut gefallen, dass er meinte, „das seelische Restaurant“ bleibt uns im Gedächtnis, und das wollen wir auch bleiben und in ihm zueinander finden“. Wenn Corona vorbei sei, sollten die Menschen dort sich auch wieder die Hand geben dürfen und gemeinsam essen und trinken. „,Tut dies zu meinem Gedächtnis’ sagt schließlich auch Gott“, so Herrmann.

Bei diesem festlichen Gottesdienst war jeder Platz in der Kirche besetzt – natürlich mit dem gebotenen Abstand. „Wir mussten niemanden nach Haus schicken“, freute sich Herrmann. Man wolle bei dieser Gelegenheit an die 20 Jahre Christoph Seifert erinnern. „Er war es, der in dieser Zeit die evangelische Gemeinde geprägt hat.“

Christoph Seifert war von 1972 bis 1992 Pfarrer in Schongau. Gerne, sagte er oben auf der Kanzel, erinnere er sich an diese Zeit zurück. „Es gab schwierige Zeiten, aber die schönen Erinnerungen überwiegen.“ Vor allem die Kinder- und Jugendarbeit habe ihm großen Spaß und große Freude gemacht.

Die Kirchen im Altlandkreis Schongau kenne er alle, so Seifert. In jeder habe er getauft, getraut und beerdigt. Viele Verbindungen seien geblieben. Immer wieder würden ihm Menschen einfallen, die Kräfte beim Gottesdienst gesammelt hätten, die Liebe und Treue bewahrt hätten. Er denke an die vielen Menschen, die sich neben ihrer Arbeit in die Gemeinschaft der Kirchengemeinde eingebracht haben.

Alle Gottesdienstbesucher hatten mit Abstand Platz in der evangelischen Dreifaltigkeitskirche.

Er erinnere sich aber auch an die Gruppe der anonymen Alkoholiker: „Ich hatte großen Respekt vor deren Ehrlichkeit, sich dazu zu bekennen.“ Heute, sagte der Ruhestandspfarrer aus Bad Endorf, überlege er sich, welche Schicksale die Menschen hätten, was sie in der Dreifaltigkeitskirche suchen, was sie dort erwarten und erleben wollen. Er sei sich sicher, sie brauchen „Trost und Ermutigung hier im seelischen Restaurant“.

Seifert war 20 Jahre lang Pfarrer von Schongau. Nur Alexander Neubert war länger in diesem Amt. Er wirkte 22 Jahre in der Dreifaltigkeitskirche.

Es war ein festlicher Gottesdienst, den Pfarrer Jost Herrmann und Gattin Annette im Wechsel musikalisch gestaltet haben. Oben an der Orgel war Till Twardy. An den sich Christoph Seifert gerne erinnert – und der Organist auch. Er meinte munter, „Pfarrer Seifert hat damals meine Fehler an der Orgel mit Bravour ertragen“.

Die Dreifaltigkeitskirche ist zwischen 2019 und 2020 saniert worden. Innenanstrich neu, neues Lesepult, neuer Altar, neuer Taufstein und Erneuerung der gesamten Elektrik für rund 45 000 Euro.

Nach dem Gottesdienst hatte Seifert mit seiner Gattin Veronika noch Gelegenheit, die Gottesdienstbesucher am Ausgang persönlich nochmals zu begrüßen und an vergangene Zeiten zu erinnern.

WALTER KINDLMANN

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare