So gut wie fertig ist der Graffiti-Künstler Benjamin Oberhofer mit seiner Alpen-Kuh, die ab sofort in der Schongauer Löwenhof-Passage zu finden ist.
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So gut wie fertig ist der Graffiti-Künstler Benjamin Oberhofer mit seiner Alpen-Kuh, die ab sofort in der Schongauer Löwenhof-Passage zu finden ist.

Street Art Projekt

Großflächige Graffitis in Schongauer Altstadt: Benjamin Oberhofer besprayt die Löwenhof-Passage

  • VonTheresa Kuchler
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Inzwischen ist die Löwenhof-Passage ein gutes Stück bunter. Im Rahmen des Street Art Projekts, bei dem Künstler Wände, Säulen und Scheiben in der Schongauer Gasse gestalten dürfen, verwirklichte auch Benjamin Oberhofer drei großflächige Graffitis.

Schongau – Immer wieder bleiben Passanten stehen und staunen, was da so in der Löwenhof-Passage vor sich geht. „Ach, für dieses Motiv habe ich auch gestimmt“, sagt etwa eine Frau, die gerade auf ihrem Weg in Richtung Marienplatz ist und dabei den Graffiti-Künstler Benjamin Oberhofer in Aktion erlebt.

Der 31-Jährige ist einer von sieben Gewinnern des Street Art Projekts Schongau, die sowohl die vierköpfige Jury als auch die Öffentlichkeit mit ihren Ideen zur Verschönerung der Altstadtgasse überzeugen konnten. Inzwischen haben sich die Künstler an die Realisierung der Entwürfe gemacht, die sie im Oktober bei dem Gassenverschönerungs-Team eingereicht hatten.

Drei verschiedene Motive: Von der Kuh bis zum Ballenhaus

„Ich habe meine Skizzen abgegeben und ziemlich schnell Bescheid bekommen: ,Du bist dabei’“, erzählt Oberhofer, der schon seit mehr als zehn Jahren immer mal wieder mit der Spraydose unterwegs ist und freiberuflich als Grafikdesigner arbeitet. In Schongau hat er eine der großen Wandflächen in der Löwenhof-Passage zur Gestaltung bekommen. Er füllt sie mit drei verschiedenen Motiven, die sich im Ergebnis wie in einem Arkadengang aneinanderreihen.

Als ihn die Heimatzeitung besucht, werkelt Benjamin Oberhofer gerade an der rechten Bildfläche: Er füllt sie mit einer großformatigen, braunen Kuh vor Alpenpanorama. „Die Idee war, die Themen Stadt und Land zu kombinieren“, erklärt der Sprayer das Konzept. Für ihn sei Schongau durch die Nähe zum Allgäu sehr ländlich geprägt, weshalb er sich mitunter für das Motiv einer Kuh in den Bergen entschieden habe. Mit einer Ansicht des Ballenhauses, die die linke Bildfläche füllt, solle im gleichen Zuge der urbane Charakter der Kleinstadt aufgegriffen werden. Das dritte Motiv in der Mitte zeigt hingegen nichts Figürliches: Es ist das Graffiti-Tag von Oberhofers Künstlernamen „NUNAX“.

Bevor es ans Sprayen ging, musste reichlich Vorarbeit geleistet werden

Bevor der 31-Jährige mit der Spraydose loslegen konnte, war er noch einige Zeit mit den Vorarbeiten beschäftigt. „Erst musste ich alles ausmessen, abkleben und die Wand dann schwarz streichen“, sagt der Graffiti-Künstler, der zehn Jahre lang in Schwabsoien lebte. Anschließend zeichnete er die Umrisse mit einem hellen Ton vor und füllte die Formen mit der Spraydose – „dabei arbeitet man immer von Dunkel zu Hell“, erklärt er. So entstanden nach und nach die farbenfrohen Bilder.

Gut zweieinhalb Tage Arbeit investiere Oberhofer in die Verschönerung der Schongauer Gasse. Dabei gehe es ihm natürlich nicht um das Geld – wie die anderen Projektteilnehmer erhält nämlich auch Oberhofer ein Honorar und die Erstattung der Materialkosten. „Ich mag es einfach, mich auszutoben. Das ist das größte Geschenk.“

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