Aus dem Bauausschuss Schongau

In neuer Schule wird saniert

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Eigentlich ist der Teilneubau der Schongauer Grundschule längst fertig, doch seit den Sommerferien sind wieder Handwerker im Gebäude unterwegs. Sie sollen schwere Mängel an den Beschichtungen beseitigen. Das Sanierungskonzept ist mit Mehrkosten für die Stadt verbunden.

Die Duschen in den Sammelumkleiden der neuen Grundschulturnhalle konnten wegen der fehlerhaften Beschichtung bislang nicht genutzt werden.

Schongau – Aufgefallen war die fehlerhafte Arbeit der beauftragten Firma bereits vor der Abnahme des Gewerks Anfang vergangenen Jahres. Betroffen seien Wand- und Bodenflächen der Sanitärbereiche, Duschen und Umkleiden der Turnhalle wie auch die Küche der neuen Schülermensa gewesen, blickte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses zurück. Die Mängel reichten von einem fehlerhaften Schichtaufbau, einer mangelhaften Rutschhemmung bis zur ebenso mangelhaft ausgeführten Sockelausbildung.

Schon im Oktober vergangenen Jahres berichtete die Heimatzeitung über die Probleme, die zur Folge hatten, dass die Duschen in den Sammelumkleiden nicht für die Sportler zur Verfügung standen. Damals hoffte der Stadtbaumeister, dass die Mängelbehebung in den Herbstferien starten werde.

Nachbesserungen ohne den gewünschten Erfolg

Tatsächlich habe die Firma damals mit den Nachbesserungen begonnen, allerdings ohne den gewünschten Erfolg, so Dietrich. „Da ist zum Teil verschlimmbessert worden.“ Die Duschen blieben gesperrt. Daraufhin habe die Stadt einen Gutachter eingeschaltet, auf dessen Untersuchung hin ein Sanierungskonzept durch das Architekturbüro Balda entwickelt worden sei. „Das ist auch der Grund, warum das ganze so lange gedauert hat“, erklärt Dietrich. Mitte Juli stimmte der Bauausschuss nichtöffentlich dem vorgelegten Konzept zu und segnete damit auch die anfallenden Mehrkosten ab.

Die entstehen, weil bei der notwendigen Sanierung nicht nur die Ausführungsmängel, sondern laut dem Stadtbaumeister auch Fehler in der Planung behoben werden sollen. „Diese Sowieso-Kosten muss der Bauherr tragen.“ 60 000 Euro hat die Stadt dafür als zusätzliches Budget im Haushaltsentwurf vorgesehen. Damit die Arbeiten in den Sommerferien starten konnten, ermächtigte der Bauausschuss Bürgermeister Falk Sluyterman, die Bauleistungen bis zu dieser Summe zu vergeben.

Nachtragssumme wurde einstimmig genehmigt

Das Problem: Das Angebot der Beschichtungsfirma überstieg mit rund 92 000 Euro diesen Rahmen deutlich, weshalb das Gremium nun einen neuen Beschluss über die Höhe der Nachtragssumme fassen musste. Allerdings konnte der Stadtbaumeister beruhigen: Zu tatsächlichen Mehrkosten führe dies nicht, da im Angebot bereits Teile der Leistungen des Hauptauftrags enthalten seien. Einwände im Bauausschuss gab es deshalb nicht. Einstimmig wurde die Nachtragssumme genehmigt.

Ebenso einstimmig nahm das Gremium die dringliche Anordnung des Bürgermeisters zur Kenntnis. Um den Start der Arbeiten in den Ferien nicht zu gefährden, hatte das Stadtoberhaupt den ersten Teil des Auftrags über rund 66 000 Euro freigegeben und damit den Ermächtigungsrahmen um knapp 6000 Euro überschritten.

Laut Dietrich sind die Beschichtungsarbeiten in den Umkleiden der Turnhalle mittlerweile abgeschlossen, auch die Sanitärräume seien bis auf die Duschen fertig. Die weiteren Arbeiten sollen sukzessive erfolgen.

Auch der Wasserschaden war noch einmal Thema

Thema in der Sitzung war auch noch einmal der Wasserschaden, der den Sportboden der Turnhalle in Mitleidenschaft gezogen hatte. Dieser war im April 2019 bei der Endreinigung entdeckt worden. Um weiteren Schaden zu vermeiden, hatte der Bürgermeister die Sanierung ebenfalls im Rahmen einer dringlichen Anordnung veranlasst. Damals war man von Kosten in Höhe von 23 000 Euro ausgegangen, tatsächlich habe die Sanierung mit knapp 52 000 Euro zu Buche geschlagen, berichtete Dietrich. Mehrkosten seien der Stadt dadurch nicht entstanden, da es sich um einen Versicherungsfall gehandelt habe.

Apropos Kosten: Wie teuer genau der Teilneubau die Stadt kommt, steht noch nicht fest. Eine endgültige Schlussrechnung gibt es laut Stadtbaumeister noch nicht. Ein Grund dafür ist, dass nach der ursprünglichen Fassadenbaufirma auch das Folge-Unternehmen Insolvenz beantragt hat. Weil aber noch Mängel behoben werden müssten, sei noch nicht absehbar, „ob der Stadt ein Schaden bleibt“.

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