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Aus diesem Haus in der Schongauer Klammspitzstraße wurde der bewusstlose 29-Jährige gerettet.

Schongau

Essen auf Herd vergessen: Feuermelder und Nachbar als Lebensretter

Seinen Rauchmeldern und einem aufmerksamen Nachbarn hat ein 29-jähriger Schongauer vermutlich sein Leben zu verdanken. Nur dank der gerade noch rechtzeitigen Alarmierung konnte die Feuerwehr den bereits bewusstlosen Mann aus der völlig verrauchten Wohnung befreien.

Schongau – „Ich habe ein komisches Geräusch, ein Pfeifen wahrgenommen und dachte zuerst, da spielt jemand auf voller Lautstärke Computer“, schildert Klaus Strempel die Geschehnisse in den Morgenstunden des vergangenen Samstags. „Ich bin anschließend Richtung Badezimmer gegangen, das Geräusch wurde lauter – da wurde mir bewusst, dass irgendwo im Haus die Rauchmelder angeschlagen haben.“

Der Gymnasiallehrer und seine Frau wohnen im zweiten Stock eines Mehrparteienhauses in der Schongauer Klammspitzstraße. Weil nicht genau zu lokalisieren war, wo das Pfeifen herkam, ging Strempel ins Treppenhaus. Auch seine Frau kam vor die Wohnungstür und nahm einen „komischen Geruch“ wahr – deshalb sie verständigten umgehend den Notruf 112.

Lebensretter Klaus Strempel vor der Haustür.

Von der integrierten Leitstelle telefonisch angeleitet, weckte Klaus Strempel die übrigen Hausbewohner und versammelte sie vor dem Wohnkomplex, bis die Schongauer Feuerwehr mit 25 Mann und vier Fahrzeugen anrückte. Als erste Einsatzkraft war Schongaus Feuerwehrkommandant Werner Berchtold im ersten Stock des Gebäudes. Er verschaffte sich Zugang zu der Wohnung, aus der die Feuermelder Alarm schlugen. „Ich sah jemanden darin liegen, aber die Wohnung war total verraucht“, beschreibt Berchtold die Situation. Deshalb forderte er Atemschutzträger an. „Die Kollegen konnten die bewusstlose Person ins Freie bringen. Trotz der starken Rauchentwicklung ist der Bewohner noch einmal für kurze Zeit wach geworden“, sagt der Kommandant. Der 29-Jährige wurde laut Polizei mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Schongauer Krankenhaus gebracht.

Für die starke Rauchentwicklung, die die drei Feuermelder in der Wohnung zum Anschlag brachten, war „irgendetwas, das in der Pfanne auf dem Herd vergessen wurde“ verantwortlich, lässt Berchtold wissen. Laut Polizeibericht wollte sich der junge Mann in den frühen Morgenstunden wohl noch etwas zu Essen machen und schlief dabei offenbar ein.

Nachdem die Schongauer Feuerwehr die Wohnung im ersten Stock ausreichend gelüftet hatte, konnten die Bewohner wieder in ihre eigenen vier Wände zurückkehren. Der Einsatz dauerte insgesamt eineinhalb Stunden, Sachschaden entstand keiner. Besonders hervorheben wollte Feuerwehrkommandant Berchtold, dass die Rauchmelder und die dadurch aufmerksam gewordenen Nachbarn dem Mann wohl das Leben gerettet haben und durch ihr schnelles Handeln womöglich noch schlimmeres verhinderten: „Wir werden in Zukunft noch stärker darauf hinweisen, wie wichtig die Rauchmelder sind und den Fokus an unserem Tag der offenen Tür besonders darauf richten“, sagte Berchtold.

Franziskus Reich

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