Am Wahlabend 15. März (v.li): Wahlleiterin Bettina Schade, die Kandidaten Daniela Puzzovio, Hans Rehbehn und Falk Sluyterman

Kommunalwahl 2020

In Schongau: Stichwahl ohne Empfehlung

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Bis Sonntag Punkt 18 Uhr müssen die Briefwahlunterlagen für die Stichwahlen im Rathaus-Briefkasten sein. Wen wünschen sich die Schongauer als Bürgermeister? Amtsinhaber Falk Sluyterman (SPD) oder seinen Herausforderer Hans Rehbehn, der für die CSU antritt? Wo setzen jene Wähler das Kreuzchen, die sich zuvor für Daniela Puzzovio (ALS) entschieden hatten? Eine Wahlempfehlung gibt keine Partei.

SchongauAuch wenn derzeit viele Bürger andere Sorgen haben, der Stichwahl-Sonntag rückt näher. Auf 48,9 Prozent war der amtierende Bürgermeister Falk Sluyterman am Wahlsonntag gekommen, Kontrahent Hans Rehbehn hatte 37 Prozent erreicht. Im Stimmenvergleich: 2383 Direktstimmen fielen auf Sluyterman, 

Rehbehn holte 1802. Daniela Puzzovio hatte als Kandidatin der ALS 686 Kreuzchen erhalten. Am Wahlsonntag selbst hatten nur 53,7 Prozent der Schongauer (4931 Wähler) mitgemacht. Dabei hatten sich 52,1 Prozent der Urnenwähler für Sluyterman entschieden, aber nur 47,2 Prozent der Briefwähler. 

Rehbehn wiederum war bei den Briefwählern stärker: 33,9 Prozent der Urnenwähler entschieden sich für ihn, aber 38,6 Prozent der Briefwähler. Eine spannende Frage, wie die 9186 Wahlberechtigten in Schongau sich entscheiden werden, und vor allem auch, wer die Gelegenheit wahrnimmt und die Wahlunterlagen einwirft. Jeder hat seine Briefwahlunterlagen zuhause, viele sind laut Wahlleiterin Bettina Schade bereits wieder im Rathaus zurück.

Die Grünen in Schongau konnten sich nicht auf einen der beiden Kandidaten einigen 

Wer sich noch nicht für einen der beiden Kandidaten entschieden hat: Eine Wahlempfehlung wie etwa die Grünen in Peiting sprechen die Schongauer Grünen nicht aus. „Wir haben intern intensiv diskutiert, konnten uns aber nicht auf einen Kandidaten einigen“, so Bettina Buresch. Man habe sich darauf verständigt, dass man den Grünen-Wählern nichts vorschreiben oder sie gar beeinflussen wolle, „die Wähler sind mündig 

Bettina Buresch

genug, eigene Entscheidungen zu treffen“, so die Schongauerin, die die Grünen-Liste im Stadtrat anführen wird. Sie persönlich hatte sich am 15. März für die ALS-Kandidatin entschieden, „ich hatte sie für den berühmten frischen Wind gehalten“, so Buresch. Sie bedauere nach wie vor, dass man angesichts der knappen Zeit nach der Grünen-Ortsverbandsgründung keinen eigenen Kandidaten habe ins Rennen schicken können, „das wird sich in Zukunft ändern“.

ALS: Wahlempfehlungen nur im persönlichen Gespräch

Auch bei der ALS hatte man sich darauf verständigt, keine offizielle Wahlempfehlung auszusprechen, wie Nina Konstantin berichtet. „Wir haben gesagt, dass man das persönlich macht im Gespräch mit den Bürgern, wenn man jemanden trifft und ins Gespräch kommt, aber das fällt nun ja auch flach.“ Stattdessen ruft die 

Nina Konstantin

Alternative Liste alle Wähler noch einmal auf, sich unbedingt zu beteiligen. „Egal, wen ihr besser oder schöner oder klüger findet: Bitte schickt alle Eure Wahlzettel zurück“, heißt es auf Facebook. „Wenn man sich für keinen der beiden entscheiden kann, soll man lieber noch einen leeren Zettel abgeben“, sagt Konstantin. Auch für einen gewählten Kandidaten mache es einen Unterschied, ob er eher wenig oder doch mehr Bürger hinter sich wisse.

UWV: Haben noch nie Wahlempfehlungen gegeben

Die UWV bleibt dabei: Keine Wahlempfehlung, das haben wir noch nie gemacht“, so Ortsvorsitzender Stephan Hild. Beiden Kandidaten werde die Zusammenarbeit im Sinne der Heimatstadt zugesichert. Und auch die UWV sagt: „Es sollen möglichst alle wählen, auch wenn der Bürger jetzt andere Sorgen hat“, so 

Stephan Hild

Hild. „Eigentlich wäre es viel wichtiger, den heimischen Einzelhandel zu unterstützen, die Läden, die Handwerker, die Gastronomie, die es noch gibt – das wird eine harte Nummer, egal, wie der Bürgermeister heißt.“ Das werde auch für den neuen Stadtrat eine Herausforderung. Hild sieht viele Einschnitte auf die Stadt zukommen, über die man sich vorher keine Gedanken habe machen müssen, auch unliebsame. „Viele Luxussorgen werden wir uns nicht mehr machen, da wird es für keinen Bürgermeister, egal ob rot oder schwarz, ein toller Einstand für die neue Amtsperiode.“

Bettina Schade: Auszählung kann diesmal länger dauern

Inklusive einer kleinen Reserve hatte die Stadt 9300 Wahlunterlagen bestellt. Ausgezählt werden alle Stimmzettel in der Grundschule – in unterschiedlichen Klassenzimmern und natürlich mit allen notwendigen Sicherheitsabständen, so Schade. Je nachdem, wie viele Unterlagen zurückkommen, wolle man fünf oder sechs Auszählbezirke einrichten. Beteiligen sich in etwa so viele Wähler wie am 15. März, trudeln also rund 5000 Briefwahl-Umschläge ein, werden diese auf fünf Urnen verteilt, die dann in fünf Klassenzimmern von mindestens fünf Wahlhelfern ausgezählt werden.

Bis jeder Wahlhelfer das Ergebnis seiner 200 Wahlzettel hat, könne es sich etwas hinziehen, die Wahlleiterin geht davon aus, dass es diesmal länger dauert, bis das Ergebnis der Stichwahl vorliegt. Am ersten Wahlabend waren es 2000 Urnenwählern und 3000 Briefwähler.

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