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Interview

Wenn die Mücken zur Plage werden

Mückenstiche können sehr unangenehm sein, vor allem wenn die kleinen Blutsauger in großer Zahl ausschwärmen. Wir haben bei Yvonne Erpel vom Gesundheitsamt in Weilheim nachgefragt, wie man sich vor den Plagegeistern schützt

Weilheim-Schongau – Mückenstiche können sehr unangenehm sein, vor allem wenn die kleinen Blutsauger in großer Zahl ausschwärmen. Auch im Landkreis Weilheim-Schongau kann man mittlerweile von einer Mückenplage sprechen. Wir haben bei Yvonne Erpel, Medizinaloberrätin am Gesundheitsamt in Weilheim, nachgefragt.

Heuer ist die Mückenplage anscheinend besonders groß. Wo im Landkreis ist es am schlimmsten?

Überall dort, wo es in unserem Landkreis Seen, Sumpfgebiete und Flüsse gibt. Da es in unserer Region im Frühsommer auch viele Niederschläge gab, auch überall dort, wo es zu Überschwemmungen und Pfützenbildungen gekommen ist und die Vermehrung der Larven dadurch begünstigt wurde.

Stellen Mücken eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar?

In unseren heimischen Gebieten stellen die am häufigsten vorkommenden Mückenarten wie die Gemeine Stechmücke, die Wald- und Wiesenmücke, die Gnitze, die Kriebelmücke und die Kohlschnacke im Allgemeinen keine Gefahr für die Menschen dar. Allerdings erobern nicht-heimische Stechmücken wie z.B. die Asiatische Tigermücke oder die Asiatische Buschmücke neue Lebensräume, so auch in Europa und Deutschland.

Was macht die Mücken so aggressiv? Liegt das vielleicht auch am Wetter?

Warme und schwüle Wetterlagen sind ideale Vermehrungsbedingungen für die Mücken. Das vermehrte Aufkommen wird dann gern als Mückeninvasion oder Mückenplage wahrgenommen.

Yvonne Erpel Medizinaloberrätin am Gesundheitsamt Weilheim

Gibt es Leute, die allergisch auf Mückenstiche reagieren und wie wirkt sich das aus?

Im Vergleich zu Allergien gegen Bienen- und Wespenstiche ist eine Allergie gegen Stechmückenstiche sehr selten und führt hier eher zu gesteigerten Lokalreaktionen wie Quaddeln oder Jucken.

Wieviele Mückenstiche verträgt ein normaler Mensch?

Dazu liegen uns keine Informationen vor.

Wie behandelt man Mückenstiche?

Man sollte trotz Juckreiz nicht kratzen! Es empfiehlt sich, die Einstichstelle mit Eiswürfel/Kühlpad, einem kalten Lappen oder Essigwasser zu kühlen, um Entzündungsprozesse zu unterdrücken. Kühlung und punktuelle Hitze (batteriebetriebene Stifte) helfen auch, den Juckreiz zu unterdrücken. Beliebte Hausmittel wie Zwiebel aufschneiden und mit der Schnittstelle über den Stich reiben oder Einreiben mit Teebaumöl, welches angeblich nicht nur eine juckreizmildernde, sondern auch schwach desinfizierende und entzündungsvorbeugende Wirkung haben soll, sind weit verbreitet. Dafür gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Nachweise. Bei Entzündungen kann die Anwendung von kortisonhaltigen Salben nötig werden.

Wie kann man sich vor Mückenstichen schützen?

Prävention ist der beste Schutz! Lange Bekleidung, Mückenschutz (Repellentien) und Moskitonetze sind bewährte Mittel, um sich im Freien vor Mückenstichen zu schützen. Zudem sollten im Garten Regentonnen oder ähnliche Gefäße abgedeckt werden, um Mücken nicht selbst zu züchten. Im Haus bieten Fliegenschutzgitter an Fenster und Terrassentüren Schutz.

Interview: Michael Gretschmann

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