Eine Mitarbeiterin des Testzentrums hält einen Teststab für einen Schnelltest in ihren Händen.
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Seit Tagen liegt der Inzidenzwert im Landkreis Weilheim-Schongau bei 75,7

Neue Regelung geplant

Seit Tagen selbe Inzidenz: Corona in oberbayerischem Landkreis kaum mehr messbar - ändert sich heute alles?

  • Sebastian Tauchnitz
    VonSebastian Tauchnitz
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Es wird immer schwieriger, den Überblick zu behalten, welche Corona-Regeln gerade im Landkreis Weilheim-Schongau gelten. Die Hoffnungen auf die Neuregelungen, die die Landesregierung für Dienstag angekündigt hat, sind groß.

Landkreis – Derzeit ist immer noch die Sieben-Tages-Inzidenz der alles entscheidende Wert im Freistaat Bayern. Genauer gesagt der Inzidenzwert, den das Robert-Koch-Institut täglich morgens um drei Uhr auf seiner Homepage veröffentlicht.

Dumm ist nur, dass der RKI-Inzidenzwert in den vergangenen Wochen nicht mehr sonderlich aussagekräftig ist. Samstag, Sonntag und Montag wies die RKI-Seite für den Landkreis Weilheim-Schongau jeweils einen Inzidenzwert von 75,7 aus.

Dass dieser drei Tage in Folge allerdings auf exakt dem gleichen Wert liegt, ist sehr unwahrscheinlich. Ein Anruf bei der Pressestelle des Landratsamtes bringt Aufklärung: „Weil viele Labore derzeit am Wochenende keine Ergebnisse liefern, meldet das Gesundheitsamt des Landkreises samstags und sonntags auch keine aktuellen Zahlen ans RKI“, berichtet Pressesprecherin Erika Breu.

Inzidenzsystem könnte heute beerdigt werden

Das ist insofern problematisch, als dass bislang der Inzidenzwert entscheidend für alle Corona-Maßnahmen war. Lag er an drei Tagen in Folge über einem bestimmten Schwellenwert, galten stärkere Regeln. Wenn nun allerdings drei Tage lang keine aktuellen Zahlen vorliegen, greift dieses System nicht mehr zuverlässig.

Allerdings wird davon ausgegangen, dass das alte Inzidenzsystem heute offiziell von der Landesregierung beerdigt und durch eine neue Regelung ersetzt wird, bei der auch die Auslastung der Krankenhäuser stärker als bisher berücksichtigt wird.

Bei der Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH sieht man sich auf alle Fälle bestens gewappnet: „Bereits seit langem gibt es für unsere Krankenhaus GmbH einen Inzidenz gekoppelten Maßnahmenplan“, informiert Sebastian Kassel, Hygienefachkraft an den Krankenhäusern der GmbH. „Wir sind seit Anfang Juli mit einem Stufenschema startklar, wie es derzeit diskutiert wird“, so Kassel weiter. „Wenn wir keine oder nur wenige Covid-Kranke in den Krankenhäusern haben, relativiert sich die Aussagekraft der Inzidenz.“ Der Stufenplan wirke sich bei der Besucherregelung der Krankenhäuser aus. Bei einer Inzidenz von unter 10 können die Patienten von einer Person pro Tag besucht werden, bei einer Inzidenz von 10 bis 100 von einer festgelegten Person.

Kann das Volksfest in Penzberg stattfinden? Inzidenzwert bleibt ausschlaggebend

In anderen Bereichen ist der Inzidenzwert aber nach wie vor unabhängig von möglichen Neuregelungen des Freistaats die bestimmende Größe. So steht nach Angaben des Landratsamtes in der Ausnahmegenehmigung für die Durchführung des Volksfestes in Penzberg, das am Freitag starten soll, dass „ab einer Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen“ die Genehmigung automatisch ab dem übernächsten darauffolgenden Tag erlischt. Bedeutet ganz konkret: Sollte im Vorfeld oder im Zeitraum zwischen dem 3. und dem 12. September, wenn das Volksfest in Penzberg stattfinden soll, der Inzidenzwert drei Tage in Folge über 100 liegen, könnte es abgebrochen werden.

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