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Wie soll sich Schongau in den kommenden 15 bis 20 Jahren entwickeln? Die Bürger werden jetzt um Vorschläge gebeten.

Stadtrat

ISEK: Mit gelbem Zelt am Street-Food-Markt

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Als „Geburtsstunde des ISEK in Schongau“ wertete Bürgermeister Falk Sluyterman im Stadtrat etwas pathetisch die Vorstellung des Innerstädtischen Entwicklungs-Konzepts durch das beauftragte Planungsbüro Dragomir. Das will gleich voll durchstarten – schon beim Street-Food-Markt im November sollen sich die Bürger beteiligen.

Schongau – Nicht weniger als die Entwicklung Schongaus in den kommenden 15 bis 20 Jahren soll das ISEK abbilden – eine wahre Herkulesaufgabe. Doch ohne das Entwicklungskonzept gibt es künftig keine Städtebauförderung mehr, die für Schongau eminent wichtig ist und bereits Millionensummen in die Lechstadt gespült hat.

Nach dem Vortrag von Stadtplanerin Clara Berger und Landschaftsarchitektin Sigrid Hacker im Stadtrat dürfte es beim Thema Städtebau und Siedlungsentwicklung spannend werden. Wie und wo kann Schongau mit seinen begrenzten Flächen noch wachsen? Nachverdichtung oder Außenentwicklung? Wie können Leerstände in der Innenstadt neu genutzt werden? Das sind Fragen, die im ISEK beantwortet werden müssen, und eher früher als später wird man auf das geplante Baugebiet Schongau-Nord stoßen.

Auch das Thema Freiraum, Erholung und Tourismus ist zentral. Wie können die Blickbeziehungen auf die Altstadt wiederbelebt werden?, lautet eine Frage. Auch der Lech als „hochwertiger naherholungs- und prägender Landschaftsraum“ solle wieder mehr Bezug zur Stadt erhalten. Weitere wichtige Themen in diesem Bereich sind die bessere Nutzung des touristischen Potenzials und das Thema Mobilität unter dem Gesichtspunkt der Topografie, also der Altstadt auf dem Berg.

„Ganz wichtig ist uns die Beteiligung der Bürger“, sagte Hacker. „Die müssen das ISEK weitertragen und sich verantwortlich fühlen.“ Dabei wolle man nicht nur auf die gängigen Informationsveranstaltungen setzen, „da sind die Bürger schnell gelangweilt. Die Bürger müssen nicht zu uns kommen, sondern wir zu den Bürgern“, so Hacker. Der Anfang werde schon in vier Wochen beim Street-Food-Markt auf dem Marienplatz gemacht, wo das Büro Dragomir einen Tag mit seinem charakteristischen gelben Zelt präsent sein wird. „So erreichen wir auch die Jüngeren, die nie auf eine Veranstaltung gehen würden“, sagte Hacker. Dabei komme man nicht nur einfacher und ungezwungener ins Gespräch. Auf einem großen Luftbild können die Interessierten mit grünen und roten Klebepunkten gleich räumliche Stärken und Schwächen Schongaus markieren.

Darüber hinaus sind natürlich noch weitere Beteilgungsformen geplant, vom Stadtspaziergang bis zur Klausurtagung. Zentral ist der Steuerkreis, bei dem alle Beteiligten an einem Tisch sitzen und kontinuierlich an der ISEK-Entwicklung arbeiten. Dort werden die Entscheidungen zum Ablauf des ganzen Projekts besprochen und die Entscheidungen des Stadtrats vorbereitet. Neben Mitgliedern aus Stadtrat, Verwaltung und Verbänden sind auch fünf Mitglieder der Bürgerschaft dabei.

Der Zeitplan sieht vor, bis Mitte nächstens Jahres die Bestandsaufnahme und Analyse so weit abgeschlossen zu haben, dass der Stadtrat im Sommer Handlungsfelder und Ziele beschließen kann. Danach folgt der Rahmenplan mit Maßnahmenkatalog, in dieser Zeit werden auch die Bürger nochmal intensiv beteiligt. Im Juni 2019 soll das ISEK-Konzept nach derzeitiger Planung abgeschlossen sein.

Michael Eberle (CSU) wollte wissen, ob man für Empfehlungen zum sozialen Wohnungsbau bis dahin warten muss, konnte aber beruhigt werden: „Was unter den Nägeln brennt, soll schnell geklärt werden“, betonte Berger. Ralf Schnabel (UWV) spielte auf das Thema E-Mobilität an und war beruhigt, dass überall eine Rolle spiele und natürlich geprüft werde, wie Berger bestätigte. Nur bei den Wünschen von Bettina Buresch und Siegfried Müller (ALS), die gerne gewusst hätten, wie alt die Bewohner jedes einzelnen Schongauer Hauses sind, um abzuschätzen, wann es verfügbar sein könnte, musste die Planer passen: „Diese Daten bekommen wir wegen des Datenschutzes leider nicht.“

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