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Schongaus Zukunft lag wieder in den Händen der Bürger. Fragen beantworteten Kornelia Funke, Stadträtin und Mitglied im Steuerkreis (stehend) und Stadtbaumeister Sebastian Dietrich (stehend rechts)

Nächste ISEK-Planungswerkstatt im Ballenhaus

Lech in den Mittelpunkt der Stadt rücken

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Ein Beachvolleyballplatz für Jugendliche, eine bessere Anbindung des Bahnhofes, ein Bike & Ride-Hostel für Rucksacktouristen in der alten Köhlervilla – so vielfältig wie bunt waren die Vorschläge, die bei der zweiten ISEK-Planungswerkstatt von den Bürgern an die Städteplaner herangetragen wurden.

SchongauRund 60 Interessierte hatten den Weg ins Schongauer Ballenhaus gefunden, um einen weiteren Schritt zu tätigen in Richtung Rahmenplanung für das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), die der Stadt Schongau Ideen und Wege für die Stadtentwicklung der nächsten 15 bis 20 Jahre an die Hand geben soll. Bei der zweiten Bürgerbeteiligung konnten die Schongauer zwar grundsätzlich wieder alles loswerden, was sie bewegt. Auch für diejenigen, die „mehr Fragen haben, als Antworten“, wie einer der Bürger einwandte, blieb genügend Zeit. Sowohl die Mitarbeiterinnen des Münchener Planungsbüros Dragomir, als auch Bürgermeister Falk Sluyterman, Stadtbaumeister Sebastian Dietrich, Bauamts-Mitarbeiter Martin Blockhaus und Meike Petro, bei der Stadt für Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, standen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Vernetzung und Mobilität: Andreas Holzhey (Mitte) und Schongaus ehem. Asylkoordinator Wolfgang Markus

Der Lech, und immer wieder der Lech ist eines der ganz großen Themen, denen man sich in Schongau zuwenden muss – dies finden Bürger wie Stadtplaner gleichermaßen. Die Lechbeziehung zu Schongau hat aber viele Facetten und reicht von der reinen Blickbeziehung bis hin zu einer bessere Erreichbarkeit. „Den Lech müssen wir in den Mittelpunkt der Stadt rücken“, so Dragomir-Geschäftsführerin Sigrid Hacker. Die Bürger vervollständigten dies nun mit der Forderung nach einer größeren Erlebbarkeit des Lechs in Stadtnähe für alle Altersgruppen: Mehr Bademöglichkeit abseits vom Lido, Grillen und Feiern in Laufnähe oder auch Beachvolleyball-Spielen direkt am Lechufer. Wobei bei diesen Vorschlägen die Bürger auch immer freier sind, als etwa Mitglieder des sogenannten ISEK-Steuerkreises. In diesem sind u.a. Stadträte, Vertreter von Verbänden und auch ausgesuchte Bürger vertreten. Da gilt es dann abzuwägen, ob solche Vorschläge nicht etwa einen bestehenden Beachvolley-Platz nur ein paar Meter weiter schädigen könnte – im Schongauer Bad Plantsch.

Ebenso wichtig ist neben dem Lech aber auch die Stadtmauer und der Altstadtring samt seinem Grün. Startschuss ist in Kürze für die Sanierung des Münzgebäudes. Dieses Projekt wiederum wartet dann auf die Gestaltung des Straßenraums in der Altstadt – „und die Stärkung der Einzelhandelssituation: die Leute brauchen einen Grund, um in die Altstadt hochzukommen“, vervollständigte Hacker.

Dafür muss mancher Besucher auch erst einmal in Schongau ankommen. Um dieses Ankommen, „der Auftakt, die Visitenkarte der Stadt“ (Hacker) zu verbessern, müsse man dringend die städtebauliche Neuordnung des Bahnhofsumfelds angehen. Dieses Ansinnen ist nicht neu. Aber einige Bürger hatten diesbezüglich gute Ideen. Der Knotenpunkt am unteren Ende des Lechbergs schien nicht nur für Dragomir-Planerin Constanze Bock ein Knackpunkt. Auch anwesende Schülereltern würden lieber eine sichere Verbindung für ihre Kinder haben, und insgesamt eine bessere Radwegeverbindung durch die Stadt. Für Rucksacktouristen, ob nun per Fahrrad oder per Bahn reisend, könne die Stadt in der alten Köhlervilla ein Hostel etablieren, war der Wunsch. Am Nachbartisch wollte man eher die Wohnmobilisten in Schongau stärken.

Viele Anregungen gingen auch direkt an Bürgermeister Falk Sluyterman (2.v.re.) und Martin Blockhaus (re)

Und was ist mit Schongau-West? Dieser Stadtteil müsse gesondert betrachtet werden – hierfür gebe es ein eigenes Förderprogramm. Konkret geht es bei „Soziale Stadt“ um Integration, den Öffentlichen Raum oder auch darum, Begegnungsstätten zu schaffen – quasi als kleine Stadt in der Stadt. „Da würden wir gerne nochmal einen speziellen Blick darauf werfen“, so Hacker. Konkret formuliert haben einige Bürger aus Schongau-West ihre Wünsche bereits.

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