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Stadtführungen, Erlebnis Lechflößerei und die Königscard: Drei Projekte, für die (v.li.) Susanne Lengger, Hans Hartung, Ursula Diesch (Geschäftsführerin) und Annemarie Zengerle (zweite Vorsitzende) brennen. 

Jahreshauptversammlung Tourismusverein Schongau

Größtes Manko in Schongau sind fehlende Betten

Wie wird Schongau attraktiver für Touristen? Wo liegen die Schwächen, wo die Chancen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Tourismusverein Schongau seit vielen Jahren – und hat schon einiges bewegt.

Schongau – So auch im vergangenen Jahr, wie bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung veranschaulicht wurde. Ein überschaubarer Kreis an Mitgliedern hatte sich im Nebenraum des Gasthauses Blaue Traube eingefunden. Und diesen eröffnete Hans Hartung, Vorsitzender des Tourismusvereins, gleich zu Beginn, dass das größte Manko in Schongau die fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten sind. „Wir haben kein Vier-Sterne-Hotel vor Ort“, stellte er klar.

Zwar seien die Übernachtungen im vergangenen Jahr um 12,3 Prozent im gewerblichen und privaten Sektor gestiegen, und auch die Hotels verzeichneten ein Plus von 14,6 Prozent. „Aber ein Gasthaus wie die ,Sonne’ fehlt an allen Ecken und Enden. Wir müssen ständig bei den Nachbargemeinden betteln gehen, damit wir die Gäste unterbringen.“

Und diese werden eigentlich immer mehr: Eine positive Entwicklung, die bestimmt auch den attraktiven Angeboten geschuldet ist, die der Tourismusverein ins Leben gerufen hat. Seien es die beliebten Stadtführungen – über 4000 Teilnehmer waren im vergangenen Jahr dabei –, das Kinderferienprogramm (über 1000 Teilnehmer) oder künftig auch das Lechfloß: Hans Hartungs ganz persönliches Baby und Lieblingsthema.

Und so wie der Vorsitzende des Vereins für sein Thema brennt, liegt der Geschäftsführerin des Tourismusverbands Pfaffenwinkel, Susanne Lengger, „ihr“ Projekt am Herzen: Die Königscard. Seit etwa sieben Jahren gibt es sie bereits, und künftig ist auch Schongau mit seinem Schwimmbad, dem Märchenwald, den Stadtführungen und dem Lechfloß mit von der Partie – als vier von 20 neuen der insgesamt 200 Angebote.

Damit hat der Tourismusverein eine zusätzliche Chance ergriffen, den Standort Schongau aufzuwerten. Einziger Wermutstropfen ist aber auch hier die Unterbringung. Die nächsten Unterkünfte, die sich der Königscard angeschlossen haben, liegen in Rottenbuch, Bernbeuren, Steingaden oder Bad Bayersoien. „Wir suchen dringend noch Gastgeber, die dieses Angebot nutzen und Partner werden“, warb Lengger für das regionale Projekt.

Und so funktioniert es: Gastgeber, die über Unterbringungsmöglichkeiten verfügen, führen pro Gast einen festen Betrag an die Königscard ab. Dafür können sie ihren Gästen diese Karte kostenlos zur Verfügung stellen, und diese wiederum dürfen alle darin aufgeführten Attraktionen und Aktivitäten kostenlos nutzen. Und das schon ab einer Übernachtung.

„Wir haben bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht. Es kommen insgesamt mehr Gäste, und diese kommen meist mehrmals, weil sie noch mehr Angebote nutzen wollen“, zeigte sich die Geschäftsführerin überzeugt von der Idee. Ob sich mögliche Gastgeber auch in Schongau finden? Zumindest wäre auch dies eine weitere Chance, die Lechstadt attraktiver zu machen.

Christine Woelfle

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