Mit Beleuchtung und Begrünung bekommt der Platz eine gute Atmosphäre, erklärt der stellvertretende Stadtbaumeister Robert Thomas. Rechts Bürgermeister Falk Sluyterman.
+
Mit Beleuchtung und Begrünung bekommt der Platz eine gute Atmosphäre, erklärt der stellvertretende Stadtbaumeister Robert Thomas. Rechts Bürgermeister Falk Sluyterman.

Platz „Bei der Fronveste“ am Münzgebäude in Schongau

Jetzt auch der Außenbereich fertig

  • Elke Robert
    vonElke Robert
    schließen

Nahezu alle Einweihungen fallen in diesem Jahr wegen Corona flach, aber zumindest einen Rundgang mit der Presse hatte die Stadt Schongau am Münzgebäude angesetzt. Denn nun sind auch die Pflanzarbeiten im Außenbereich und am Platz „Bei der Fronveste“ abgeschlossen.

  • Nach dem Münzgebäude nun auch die Außenanlagen fertig
  • Beleuchtung abends mit indirektem Licht
  • Aufgang zum Friedhof wieder offen

Schongau – Angelegt wurde östlich des historischen Münzgebäudes in der Altstadt nach Entwürfen des Büros „Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten“ ein so genannter Kreuzgarten. Die Beete, wo Stauden und Kräuter ein buntes Bild geben sollen, haben eine immergrüne Einfassung, die im kommenden Jahr noch in Form gebracht wird.

Zwei Behindertenparkplätze sind ausgewiesen, auch zwei Tankstellen für E-Autos wurden installiert. Und, was viele Friedhofsgänger freuen wird, der kleine Nebeneingang zum Stadtfriedhof ist ebenfalls wieder geöffnet. „Deshalb hatten wir tatsächlich einige Anfragen, der Eingang scheint recht frequentiert zu sein“, so Bürgermeister Falk Sluyterman.

Sitzgelegenheiten auch beim Brunnen

Der stellvertretender Stadtbaumeister Robert Thomas, der als Ingenieur das komplette Projekt Umbau und Sanierung Münzgebäude betreute, ist sich sicher, dass der Platz nun eine ganz neue Aufenthaltsqualität bekommen hat. Sowohl dort als auch vor dem Haus beim Brunnen gibt es Sitzgelegenheiten.

Auch die Beleuchtung, abends mit indirektem Licht für den Stadtmauerwehrgang, soll zur Atmosphäre beitragen. Wenn Außengastronomie wieder möglich ist, kann ein Elektroanschluss für eine Bar genutzt werden. Auch ein Heizpilz könnte so betrieben werden.

Vielleicht sogar unter der Kostenschätzung

Der Bau der Außenanlagen am Amt für Senioren seit Februar dieses Jahres sei planmäßig verlaufen, „just in time“, wie Bürgermeister Falk Sluyterman sagte. Auch die Kosten würden nach der Einschätzung von Thomas im Rahmen von rund 950 000 Euro bleiben, eher sogar etwas darunter. Was noch fehlt sind zwei Tafeln.

Einerseits soll der externe Aufgang zum Saal oben im Münzgebäude ausgeschildert werden. Dieser soll in der nächsten Stadtratssitzung auch einen Namen bekommen. Folgt der Stadtrat den Vorschlägen von Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer, könnte er den Namen „Turmsaal“ bekommen. Der barrierefrei erreichbare Raum kann gemietet werden und wird bereits eifrig nachgefragt, wie es hieß.

Nicht barrierefrei, aber leichter zu begehen, weil nicht so steil: der Weg zum Münzgebäude mit Ruhebank.

Der Rathauschef meint sich zu erinnern, dass als erstes die SPD hineinwollte für einen Ehrungsabend, was aber nicht habe stattfinden können.

Und natürlich fehlt noch ein Schild, nämlich das Namensschild des Platzes „Bei der Fronveste“. Sluyterman kann sich einen Zusatz mit Erläuterungen wie am Dr. Leonhard Zill-Platz gut vorstellen. Es soll demnächst bestellt und auch gleich angebracht werden.

Barrierefreier als vorher

Die Wegeverbindung außerhalb der Stadtmauer wird längst angenommen. „Es ist nicht barrierefrei, aber barrierefreier als vorher“, so Thomas. Er wies auf die Handläufe hin. Diese seien viel besser zu greifen als etwa Holzgeländer und analog zu den Geländern am Bahnberg gemacht worden – aus dunklem Stahl.

Der kleine Aufgang zum Friedhof im Innenhof ist, wie die große Treppe in den zweiten Stock und der kleine Außenvorsprung, dagegen aus dem speziellen Cortenstahl gefertigt. Dieses Material stieß nicht nur auf positives Echo. Bei den Fachleuten, speziell beim Denkmalschutz, hingegen schon. Ähnlich lief es bei der Sanierung in einem anderen Punkt: Einige Schongauer vermissen wohl noch immer die markanten schwarz-gelben Fensterläden.

Einige vermissen die gelb-schwarzen Fensterläden

Während sich bei der Vorstellung der Planungsvorbereitung alle einhellig für das Entfernen der Läden ausgesprochen hätten – Robert Thomas hatte sich extra noch einmal das Protokoll herausgesucht –, seien dann doch ein paar Anrufe von Bürgern gekommen. „Das ist erfundenes Mittelalter“, fasste es Stadtbaumeister Sebastian Dietrich zusammen.

Die Fensterläden seien erst im 20. Jahrhundert aufgehängt worden und hätten nicht einmal eine Funktion gehabt. „Die Harmonie war gestört“, so auch Thomas. Nachträglich sei da ohnehin nichts mehr machbar, der Entwurf des Architekten Benedikt Sunder-Plassmann sei geschützt. Eventuell seien aber auch nur die Stimmen derjenigen lauter, die etwas vermissen, wer zufrieden sei, äußere sich nicht.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß hatte nach dem Einzug ihrer Behörde bei einem ersten Rundgang jedenfalls nicht mit Superlativen gespart und den Charme des Gebäudes in höchsten Tönen gelobt.

Info: Die Sitzung des Stadtrats am kommenden Dienstag, 17. November, im Ballenhaus beginnt um 19 Uhr. Neben der Benennung des historischen Saals im Münzgebäude wird auch ein Entwurf vorgestellt, wie künftig der Stadtmauerumgang aussehen könnte.

Auch interessant

Kommentare