Diese drei großen Kastanien am Gelände des Josefsheim in der nördlichen Liedlstraße müssen in jedem Fall weichen, aber es sollen begrünte Innenhöfe entstehen.
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Diese drei großen Kastanien am Gelände des Josefsheim in der nördlichen Liedlstraße müssen in jedem Fall weichen, aber es sollen begrünte Innenhöfe entstehen.

Josefsheim: Überplanung geht weiter

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Nun kann es doch weitergehen mit dem Bebauungsplan „Liedlstraße Nord“. Der Bauausschuss beschloss, das Verfahren für die Bebauung des Areals des ehemaligen Josefsheims wieder anzuschieben.

Schongau – Erst vor kurzem stand das ehemalige Josefsheim schon einmal auf der Tagesordnung. Denn dort soll die Kleiderkammer, die buchstäblich aus allen Nähten platzt, ihr neues Domizil bekommen. Dass dieses nur vorübergehend sein würde, war schon in jener Sitzung betont worden. Nun wurde das Bauleitplanverfahren für das rund 1800 Quadratmeter große Areal zwischen Liedl- und Amtsgerichtsstraße auch offiziell wieder aufgenommen.

Dieses war bereits in der Stadtratssitzung im April 2016 beschlossen worden, der Billigungs- und Auslegungsbeschluss erfolgte im Juli 2017. Weil aber das Gebäude seitens der Stadt noch weiter benötigt worden war und außerdem ein Anwohner klagte, hatte man das Verfahren ausgesetzt, informierte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich das Gremium in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Das Job-Center war dort ebenso vorübergehend untergebracht wie das Gesundheitsamt und Notwohnungen der Stadt.

Josefheim in Schongau wird in jedem Fall abgerissen

Jetzt geht es ins Beteiligungsverfahren, weshalb Dietrich die Pläne noch einmal in Erinnerung rief. Die Ausmaße des Bestandsgebäudes seien im Vergleich zur weiteren Bebauung in der Altstadt zu mächtig, so sein Hinweis. Das Josefsheim wird in jedem Fall abgerissen. Gebaut werden könnten auf dem gesamten Areal mehrere giebelständige Gebäude mit Innenhof, wie es in der Altstadt üblich ist. Dies fand im Gremium großen Zuspruch. „Dies ist sehr schön, auch die begrünten Innenräume“, lobte Bettina Buresch (Grüne), die allerdings bedauerte, dass die derzeitige Grünfläche dann wegfalle. Nach dem Vorbild eines Mikroparks habe man dort unter den Kastanien gleich das perfekte biergartenartige Areal. Buresch schlug vor, die Bäume zu erhalten, um diese Grünfläche herumzuplanen und die Gebäude nach Süden hin auszurichten, nicht mehr in Ost-West-Richtung. Sie ist davon überzeugt, dass man dennoch gleich viel Wohnraum generieren könne. Die Zufahrt zur Tiefgarage könne man auch von der Amtsgerichtsstraße aus planen.

„Der Verlust der drei großkronigen Bäume ist der Wermutstropfen der Planung“, gab Dietrich zu. „Aber es gibt kaum Alternativen.“ Auch sei es obligatorisch, dort eine Tiefgarage zu bauen. Dafür müsse man allerdings weit hinuntergraben. Wolle man den kleinen Park erhalten, müsse man auf eine Baufläche verzichten, gab der Stadtbaumeister zu bedenken. Der jetzige Baukörper aus den 1920er Jahren sei aber ein Fremdkörper, die Ausrichtung der Gebäude in der Altstadt vorgegeben. „Wir müssten dann weit zurückrutschen mit der Planung.“ Er gab aber auch zu verstehen, dass das letzte Wort noch nicht unbedingt gesprochen sei. „Jetzt geht es erst einmal um die Auslegung, dann kann man daran noch einmal anknüpfen.“

Josefheim Schongau: Diese Bebauung ist geplant

„Gut, dass wir das jetzt nochmal ins Bewusstsein rücken“, fand Kornelia Funke (CSU). Ilona Böse (SPD) wollte wissen, ob die „Widrigkeiten“, der Streit mit einem Nachbarn, aus der Welt geschafft seien. Man sei mit der Planung von dessen Grundstückskante etwas abgerückt, gab Dietrich zu verstehen, dass der Kläger Recht bekommen hatte. Auch sei die Höhenentwicklung nun etwas anders. Gebaut werden dürfe, wie in der Altstadt üblich, zwei- bis dreigeschossig.

Die Auslegung soll in Kürze erfolgen, damit geht es ins vereinfachte Beteiligungsverfahren. Die Unterlagen sollen dann auch über die Seite der Stadt abrufbar sein. In welcher Form die Bebauung realisiert werden kann, darüber müssten Stadtrat oder Bau- und Umweltausschuss aber noch entscheiden, so die Information Dietrichs. Ursprünglich war angedacht, den städtischen Bereich des Grundstücks im Bieterverfahren zu veräußern. Überplant wird das gesamte Areal, auch für die nördlichen Gebäude wird damit das Baurecht gesichert. Ursprünglich waren auf städtischem Grund 18 Wohnungen geplant inklusive einiger Maisonettewohnungen. Auf nicht städtischem Grund sah die erste Planung 12 Wohnungen vor.

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