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Doppelter Erfindergeist: Belegten 2018 einen zweiten Platz und sind heuer wieder mit dabei: Die Schongauer Brüder Kilian (links) und Quirin Grieser. 

Präsentation der Projekte in der Schongauer Lechsporthalle 

Jugend forscht: Schüler heuer ganz groß

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Der 15. Wettbewerb Jugend forscht/Schüler experimentieren steht vor der Türe – man darf gespannt sein. Mit einem ebenso aktuellen wie wichtigen Thema befasst sich Julian Göbel von der Pfaffenwinkel-Realschule Schongau: Mikroplastik aus dem Wasser filtern. 105 Teilnehmer haben 57 Projekte gemeldet.

SchongauVorgestellt werden die Forschungsarbeiten der Schüler am 27. und am 28. Februar in der Lechsporthalle Schongau. Sieben der 105 Teilnehmer besuchen Schongauer Schulen und stammen aus der Region Schongauer Land. Sie haben vier Forschungsarbeiten beim Regionalentscheid eingereicht. Unterstützt wird der Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder von Hoerbiger als Paten-Unternehmen, berichtet Petra Hunger, bei Hoerbiger Leiterin der Standortkommunikation.

Die Teilnehmer in diesem Jahr besuchen bis auf einen Siebtklässler alle die 6. Klasse, bewerben sich also in der Sparte Schüler experimentieren. Dass Mikroplastik mittlerweile auch im menschlichen Körper nachgewiesen wird, beschäftigt den elfjährigen Julian Göbel (11) aus Steingaden. Der Schüler an der Pfaffenwinkel-Realschule Schongau hat eine Anlage entwickelt, die Mikroplastik aus Wasser filtern kann. „Ich habe im Sommer mit einem Freund am Bach gespielt. Durch Sand und Moos entstand ganz natürlich ein Filter, der das schmutzige Wasser gereinigt hat“, so der Steingadener. Nachdem die Thematik Mikroplastik gerade überall auftauchte, lag es für den jungen Forscher nahe zu versuchen, eine eigene Filteranlage zu bauen, die überall zuhause Mikroplastik aus dem Wasser filtern kann. Mit Spannung wartet er auf die Präsentation in der Lechsporthalle.

Nicht weniger innovativ, was die beiden Schongauer Brüder Kilian (13 Jahre alt) und Quirin (11) sich ausgedacht haben: ein automatisches Rettungssystem für Schwimmer. Dieses soll die Bademeister im Schwimmbad oder am Strand unterstützen. Die beiden Schüler der Pfaffenwinkel-Realschule sind sehr pfiffig und bereits das zweite Mal beim Wettbewerb dabei.

Bei Jugend forscht ist die Region diesmal nicht vertreten, auch sind es gegenüber 2018 – letztes Jahr waren es 16 Teilnehmer und neun Beiträge – deutlich weniger Projekte. An der Realschule Schongau gibt es die Jugend forscht AG, betreut von Claus Ulrich Malz, Lehrer für Bio/Chemie. „Wir hatten schon mal zehn Gruppen dabei.“ Heuer wird noch viel im Hintergrund experimentiert. Nachdem die großen Schüler nun die Mittlere Reife haben, baut Malz gerade erst wieder eine neue Forschergruppe auf – Rückschläge inklusive. Einem der jungen Forscher flog kurz vor dem Start seine Apparatur sprichwörtlich um die Ohren, berichtet Malz. „Das gehört auch dazu. Aber es begeistert mich, mit welchem Engagement sie dabei sind.“ Die Experimentiergruppe „Opas Tabletten-Dosierer“ beispielsweise meistere ihre technischen Probleme selbstständig, Kleinigkeiten würden noch nachgebessert, aber die Anlage – die natürlich mit Smarties arbeitet – steht. Die Erfinder sind Elias Freund (12 Jahre alt) aus Bernbeuren und Michael Bernert (12) aus Hohenfurch. Näheres zum Projekt darf noch nicht verraten werden, vor allem wegen des Patentschutzes, so Stefan Felber, Wettbewerbsleiter des Regionalentscheids und Studienrat am Welfen-Gymnasium.

Einem alltäglichen Phänomen nähern sich Emma Heck (12 Jahre alt) aus Altenstadt und Leon Braunegger (11) aus Hohenfurch. Sie haben sich mit der Frage beschäftigt, warum um alles in der Welt Marmeladenbrote immer auf der süßen Seite landen, wenn sie vom Tisch fallen. Aber wie kann man dies wissenschaftlich untersuchen? Die beiden Schüler am Welfen-Gymnasium haben extra einen Roboter gebaut, der die Marmeladenbrote in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vom Tisch schubst – und dies auch bei unterschiedlichen Fallhöhen untersucht. Ob es also Zufall ist oder etwas mit Physik zu tun hat oder gar mit der gewählten Marmeladensorte – auf dieses Ergebnis darf man gespannt sein.

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