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Bitte schön lächeln: Die neue Pfarrerin Julia Steller neben Dekan Axel Piper.

Evangelische Gemeinde

„Man kann sie für fast alles brauchen“

Die Zeit der Vakanz ist vorbei: Mit Julia Steller hat die evangelische Gemeinde Schongau wieder eine zweite Pfarrerin. Am Sonntag wurde sie in einer mehr als vollen Kirche ins Amt eingeführt.

Schongau Schon lange war die Dreifaltigkeitskirche wohl nicht mehr so gut gefüllt und schon lange wurde wohl in der Kirche nicht mehr so viel gelacht. Ersteres lag am Interesse an der frisch gebackenen Pfarrerin Julia Steller, die zum 1. März ihren Dienst in Schongau antrat, letzteres vor allem an Pfarrerin Sonja Scherle-Schobel aus Friedrichshofen im Kreis Ingolstadt, wo Julia Steller ihr Vikariat absolvierte.

Noch keine 30 Jahre alt, ausgesprochen kommunikativ, gerne engagiert, mit Lust am Beruf und der Fähigkeit, fließend dänisch zu sprechen, stellte Dekan Axel Pieper die neue Pfarrerin vor. Scherle-Schobel verabschiedete die ehemalige Kollegin warmherzig. „Wir lassen Frau Steller sehr ungern gehen. Man kann sie für fast alles brauchen, sie ist beliebt bei Jung und Alt“, meinte sie. Und ermahnte die Schongauer Gemeinde: „Wir bitten Sie, gut für unsere Frau Steller zu sorgen. Ich komme in einem Jahr wieder, und wenn es ihr nicht gefällt, nehmen wir sie wieder mit!“

Die Sorge schien, zumindest beim stimmungsvollen Gottesdienst, der vom Posaunenchor und Jugendchor musikalisch umrahmt wurde, unbegründet. Die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands Dinah Kurschatke gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich Julia Steller schnell einleben sowie die „Vorzüge unserer Stadt bald kennenlernen“ und mit Frauenpower gewappnet ihr Amt angehen möge. Pfarrer Dirk Wollenweber aus Peiting bekundete: „Wo Sie Hilfe brauchen, sind wir da und unterstützen Sie gerne.“ Und auch die Vertrauensfrau des Dekanats Pfarrerin Ulrike Wilhelm bot bei Bedarf Unterstützung an.

Im Namen der katholischen Gemeinde überbrachte Altenstadts Pfarrer Karl Klein Glückwünsche. „Sie können unbelastet loslegen. Es ist ein Segen, wenn man nicht jede alte Geschichte kennt“, merkte er in Anspielung auf die Probleme der Vergangenheit an. Dekan Axel Piper nahm dieses Thema in seiner Begrüßungsrede auf, wies auf den langen beschwerlichen Weg hin, der hinter der Kirchengemeinde Schongau liege, und stellte fest, dass es keine ganz leichte Position ist, die Julia Steller erwartet. Er adressierte an die Gemeinde: „Achtet den Dienst eurer Pfarrerin, steht ihr bei und betet für sie.“

Ihre Qualitäten als Predigerin, die ihr von der ehemaligen Mentorin Sonja Scherle-Schobel bescheinigt wurden, stellte Julia Steller auf der Kanzel unter Beweis. Ihre Predigt handelte von der Sehnsucht der Menschen nach einem Zeichen Gottes, dass er sie sieht und ihnen beisteht. Ein Zeichen gibt es nicht, weil kein Zeichen nötig ist. Jesus Christus ist das Zeichen, das sogar den Tod überwindet“, so Julia Steller. „Machen wir uns gemeinsam auf den Weg zu neuen Ufern. Mit bewährten Traditionen, neuen Ideen und Zuversicht“, beschloss sie ihre Predigt.

Ursula Fröhlich

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