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Szenen einer Ehe: Maria Peschek und ihr Mann Helmut Dauner auf der Bühne des Schongauer Brauhauses. 

Kabarett im Brauhaus

Maria Peschek präsentiert Ehealltag, Schneeaktien und alternden Rockstar

In einem Moment ist sie die g’scherte Ratschkathl, und im nächsten dann die gewiefte Anlageberaterin oder Erziehungsratgeberin – oder gar der „harte“ Rockstar mit Lederjacke: Die Kabarettistin Maria Peschek hat viele Seiten.

Schongau – Und die hat sie jetzt in Schongau gezeigt.

Daneben ist Peschek aber noch die „ganz normale“ Ehefrau: In dieser Rolle zeigte sie sich jetzt im Schongauer Brauhaus. An ihrer Seite: ihr Ehemann Helmut Dauner. Mit „Was war des jetzt?“ präsentierte das Paar ihr erstes gemeinsames Kabarettprogramm.

Tiefe Einblicke gewähren Peschek und Dauner dabei in ihren Ehealltag. Auch wenn beide darauf bestehen, dass die Eheszenen nur gespielt seien und sie natürlich nicht „ihr privates Ehe-Elend“ auf der Bühne ausbreiten. So oder so: Ihre heiteren Dialogen als Mann und Frau spielen die beiden jedenfalls sehr authentisch. Es geht zuweilen zu „wia im richtigen Leben“: Sie reden durcheinander, streiten über Banalitäten und kommen doch wieder auf einen Nenner.

Sehr erheiternd sind ihre „Was wäre wenn-Gedankenspiele“: Was wäre, wenn sich die beiden heute erst kennenlernen würden? Würden sie sich überhaupt sympathisch finden? Würde Maria denn mitgehen, wenn er sie abschleppen würde?

Dauner gibt im Jubiläumsprogramm aber nicht nur den langjährigen Ehemann, sondern schlüpft – schauspielerisch überzeugend – noch in die unterschiedlichsten Rollen. Etwa in die einer Schwester im Pflegeheim, in dem der Rockstar Mike (eine von Pescheks alten Bühnenfiguren) inzwischen wohnt. Im Rollstuhl und mit Hilfe eines jungen Herrn aus dem Publikum wird der Sänger in der Lederjacke schließlich auf die Bühne im Brauhaus gehievt.

Andere Bühnenfiguren, die Peschek in den vergangenen 30 Jahren verkörpert hat, gratulieren per Videobotschaft zum Jubiläum. Die legendäre Paula Pirschl kommt natürlich persönlich: Die Ratschkathl mit der Schürze bringt das Publikum aber nicht nur zum Lachen, sondern prangert auch an – insbesondere Fremdenhass.

In der Rolle der Patricia Weberknecht führt Peschek dem Publikum dagegen vor Augen, wie Kinder von manchen Eltern schon von klein auf darauf getrimmt werden, einmal als gefühllose Managertypen rücksichtslos durch die Welt zu gehen: „Personal- Trainer statt Kita“, schlägt die Autorin des Buches „Wie wird mein Kind ein Siegertyp“ solchen ambitionierten Müttern und Vätern vor.

Und dann tritt da noch die Chef-Anlageberaterin der Schweizer Bank „Züri Zock“ auf die Brauhaus-Bühne: Sie wirbt für ein „sensationelles Angebot“, mit dem die Anleger sogar noch aus Schnee Geld machen können – mit Optionen auf Schweizer Berggipfel und Schneeaktien: „Es schneit Ihnen mit jedem Flöckli, des liegen bliebn ist, Geld ins Haus“, wirbt Peschek im breiten Schweizer Dialekt. Mal lustig und unterhaltsam – und dann plötzlich ganz ernst mit erhobenem Zeigefinger – zeigt Peschek ihre verschiedenen Facetten.

Ganz still wird es aber im Saal, als die Kabarettistin ein Stück ihrer persönlichen Biografie präsentiert. Denn da gibt es plötzlich nichts mehr zu lachen: Die Kabarettistin berichtete davon, wie ihre Großeltern als Flüchtlinge nach Niederbayern kamen und dort wie Aussätzige behandelt wurden. Und irgendwie erinnert sie das alles an heute: Pegida und Co. sind ihr deswegen ein Graus.
Manuela Schmid

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