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Ein gutes Team: (v.l.) Ärztlicher Direktor Dr. Wilhelm Fischer, Hebamme Nadine Lachmann, Kirsten von der Heide (Leitung Station 5 mit Geburtsstation), Hebamme Carolin Mayer, Chefarzt Dr. Gerhard Schmidberger und Ltd. Oberarzt Dr. Ikechukwu Anikwe.

Ziel: Gleiche Ausstattung wie Starnberg

Kampf um die Heimat-Geburten: Schongauer Krankenhaus soll Kinderheilkunde-Station bekommen

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Die Schongauer Geburtshilfe wächst und gedeiht. Um Fördergelder zu bekommen, müssten hier aber noch mehr Kinder auf die Welt kommen. Was dies fördern würde: Eine eigene Hauptabteilung für Kinderheilkunde.

Schongau– Eine Pädiatrie in Schongau einzurichten – um diesen Traum zu verwirklichen, möchte Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, nun aktiv kämpfen. Ein weiter Weg mit vielen möglichen Hürden, wie er am Rande einer Pressekonferenz in Schongau einschätzte. Erste Schritte sind Aufsichtsrat, dann ein Kreistagsbeschluss und die Aufnahme im Fachabteilungsplan Bayerns. Wenn fünf bis sechs Ärzte und 600 000 bis 700 000 Euro für Geräte zur Verfügung stehen, könnte man starten.

Der erste Schritt in Richtung Kinderheilkunde in Schongau ist deutlich kleiner, aber nicht weniger bedeutend: Eine wesentlich engere Zusammenarbeit mit dem Garmischer Klinikum. Wie Dr. Gerhard Schmidberger, Chefarzt Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, erklärt, gab es erst jüngst intensive Gespräche. Die GmbH möchte einen Kinderarzt (halbe Stelle) entleihen, der das Team in Schongau vor Ort unterstützt. Von 462 Geburten 2017 wurden 23 Säuglinge sicherheitshalber nach Garmisch verlegt. Schmidberger schätzt, dass man mindestens zehn Neugeborenen – und natürlich auch den Müttern – diesen Weg hätte ersparen können. „Das ist ein guter Weg, aber kann nur der Einstieg sein, wir brauchen die Pädiatrie“, so Lippmann.

Hintergrund sind auch die Zahlen. 423 Kinder kamen in diesem Jahr bis Donnerstagmittag zur Welt, das sind 100 Geburten mehr als im gleichen Zeitraum 2017. Damit die Geburtshilfe in Schongau die benötigten Gelder aus einer möglichen staatlichen Förderung bekommt, müsste bei mehr als 50 Prozent aller Neugeboren im Landkreis als Geburtsort Schongau im Pass stehen – „das könnte heuer knapp werden“, rechnet Schmidberger vor. 1200 bis 1300 Babys kommen im Jahr im Landkreis Weilheim-Schongau zur Welt. Jedes Landkreis-Kind, das etwa in Garmisch oder Starnberg entbunden wird, geht der GmbH rein rechnerisch verloren.

Derzeit dürfen in Schongau nur so genannte „reife Kinder“ entbunden werden, also ab der 37. Woche. Frühgeburten oder Mehrlingsmamis werden weitergeleitet: Die Mütter gebären in Garmisch, Starnberg oder Kaufbeuren. Mit einer eigenen Kinderabteilung könnten die Geburtenzahlen in Schongau sprunghaft ansteigen – vierstellig werden.

„Eine Geburtsfabrik wollen wir aber nicht“, betont Lippmann ganz klar, im Gegenteil, wie Schmidberger betont: „Wir bieten Individualität, persönliche Betreuung.“ Dabei sei Schongau „ein guter Mittelweg zwischen Hausgeburt und neonatologischem Zentrum“. Im Schongauer Krankenhaus ist man „stolz auf die gute und harmonischen Zusammenarbeit der Hebammen und Ärzte“, so Leitender Oberarzt Dr. Ikechukwu Anike. Bei den Hebammen habe man unglaublich Glück gehabt – „wir mussten sogar eine Bewerberin ablehnen – das Team ist komplett“, so Nadine Lachmann.

Aufgestockt hat man auch in der Station 5, der Geburtshilfestation. Mittlerweile arbeiten dort sechs Kinderkrankenschwestern. „Wir sind ein eingespieltes Team und nehmen uns Zeit, auch wenn uns genau diese manchmal wegläuft“, so Kirsten von der Heide. Die gute Wochenbett-Betreuung von Mutter und Kind in der Geburtshilfestation betont Lachmann: „Alle Mütter verlassen das Krankenhaus voll stillend, wenn sie es möchten.“

Das Team wirbt darum, dass Eltern sich für das Schongauer Krankenhaus entscheiden. Lippmann: „Mütter müssen uns bitte die Chance geben, es sich anzuschauen.“ Und was ist mit der Geburtshilfe in Weilheim? Lippmann: „Ich habe nach wie vor den politischen Auftrag, in Weilheim eine neue Geburtshilfe zu installieren, aber wir machen keine Experimente – das muss zu 100 Prozent sicher sein, eine Teilzeitöffnung wird es nicht geben.“

Info: Eltern können sich ihr eigenes Bild von der Geburtshilfe in Schongau machen. Ab der 36. Woche kann man sich telefonisch anmelden für ein Vorgespräch, Ärzte und Hebammen kennenlernen und den Kreißsaal besichtigen (08861/215-291).

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