Konzerte und Proben verschiedener Gruppen finden immer wieder auch im Saal des Jakob-Pfeiffer-Hauses statt. Für einige Gruppen ist es aber schwieriger, den Saal zu mieten.
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Konzerte und Proben verschiedener Gruppen finden immer wieder auch im Saal des Jakob-Pfeiffer-Hauses statt. Für einige Gruppen ist es aber schwieriger, den Saal zu mieten.

Stadt Schongau hat moderate Gebührenerhöhung beschlossen

Kapelle kann nicht ins Jakob-Pfeiffer-Haus

  • vonJörg von Rohland
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  • Elke Robert
    Elke Robert
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Die Gebühren für das Jakob-Pfeiffer-Haus in Schongau werden moderat angepasst. Dies beschloss jüngst der Stadtrat. Nicht für alle Vereine ist es aber offenbar einfach, die Räumlichkeiten zu mieten. Die Stadtkapelle etwa kann davon ein Liedchen singen. Sogar Bürgermeister Falk Sluyterman hat sich schon vermittelnd eingeschaltet.

Schongau – Eine leichte Anhebung des Benutzerentgelts sollte es werden – einen entsprechend abgeänderten Nutzungsvertrag haben nun die Stadt Schongau und Stadtpfarrer Norbert Marxer für die Katholische Kirchenstiftung Mariae Himmelfahrt unterzeichnet.

So kostet die Mindestmiete im Sommer beispielsweise für den großen Saal ab sofort 90 Euro statt 80 Euro, die Miete für den ganzen Tag wurde um 20 Euro auf 220 Euro angehoben. In den Wintermonaten liegen die Preise wie bisher wegen der Heizkosten etwas höher. Außerdem fallen weitere Pauschalen an, etwa für die Reinigung.

Für viele Nutzer fallen keine Kosten an

Im Vertrag ist außerdem geregelt, dass die Kostenträger, also die Stadt, die Kirche und deren Organisationen, die Räumlichkeiten kostenfrei nutzen dürfen. Auch für städtische und kirchliche Kinderbetreuungseinrichtungen sowie örtliche Schulen unter städtischer Trägerschaft fallen keine Kosten an.

Bettina Buresch (Grüne) bemängelte jedoch, dass das Jakob-Pfeiffer-Haus etwa für die Stadtkapelle nur recht eingeschränkt zur Verfügung stehe, „damit wird sehr restriktiv umgegangen“, kritisierte Buresch in Richtung Kirche. „Das finde ich nicht sehr nett, ich würde mir wünschen, dass man der Stadtkapelle da mehr entgegenkommt.“

Schongauer Welt „nicht so ganz einfach“

Bürgermeister Falk Sluyterman kannte das Problem bereits: „Da erklärt sich die Schongauer Welt nicht so ganz einfach“, umschrieb er es, auch die Kirche habe ihre Vorgaben. „Pfarrer Marxer sind da die Hände gebunden“, berichtete Sluyterman von seinem Versuch, in diesem Punkt vermittelt zu haben. Zumal nicht nur die Stadtkapelle, sondern auch andere Schongauer Vereine wie die Schongauer Faschingsgesellschaft und die Gardemädels betroffen seien.

„Es ist nicht so leicht, muss man einfach sagen“, umschreibt Marcus Graf, Leiter der Musikschule Schongau und ehemaliger Leiter der Stadtkapelle, das Problem. Normalerweise probt das Ensemble mit seinen über 70 Musikern im eigenen Proberaum im Köhlerstadel. Dies ist unter Corona-Bedingungen natürlich nicht möglich.

Nach dem ersten Lockdown durfte man deshalb das Ballenhaus nutzen. „Das war toll, knapp 60 Musiker konnten proben inklusive Bühne, das war in dieser Zeit hervorragend“, dankt Graf auch gleich noch einmal der Stadt für ihr Entgegenkommen.

Zunächst im Ballenhaus, dann aber ohne Probenort

Nachdem das Ballenhaus aber nach dem Sommer auch wieder für die Öffentlichkeit offen war, für Hochzeiten oder auch für Stadtratssitzungen gebraucht wurde, suchte die Stadtkapelle nach einer Ausweichmöglichkeit. „Wir haben das Jakob-Pfeiffer-Haus angefragt, aber es wurde uns nicht erlaubt“, so Graf.

Für die Stadtkapelle alles andere als optimal: „Ich weiß von vielen, die seit Anfang November nicht mehr geprobt haben.“ Kapellen in andern Orten hätten natürlich ähnliche Schwierigkeiten, aber dass der größte Saal in der Stadt nicht freigegeben wird, kann Graf nicht nachvollziehen.

Pfarrer sind die Hände gebunden

Zumal laut der neuesten Untersuchungen speziell bei den Querflöten ein sehr großer Abstand gehalten werden muss – nach vorne bis zu drei Meter. Immerhin zehn Musiker spielen in der Schongauer Stadtkapelle dieses Instrument.

Ganz nachvollziehen kann Graf die Haltung der Kirche nicht, zumal die Stadtkapelle ja auch teilweise für die Kirchengemeinde musiziert. Dies scheint aber keine Rolle zu spielen, auch der Chor des Festlichen Sommers habe nicht proben dürfen, so Graf.

Bürgermeister Sluyterman stellte in der Sitzung in Aussicht, dass man sich im Januar oder „sobald man den Horizont wieder sehen kann“ zusammensetzen wolle, um eine Lösung zu finden.

Schongaus Stadtpfarrer Norbert Marxer kann derweil die Aufregung nicht verstehen. Zuletzt habe niemand im Jakob-Pfeiffer-Haus geprobt, auch nicht der Kirchenchor, macht er auf Anfrage klar und verweist auf das Hygienekonzept der Diözese. Man müsse sich an die Auflagen halten. Der Bürgermeister habe das dargestellt, so Marxer.

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