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Mit seinem Rad hatte Bastian Olczok kürzlich große Probleme in der BRB.

Bayerische Regiobahn

Ärger um Radl im Zug

Im Frühling mit dem Fahrrad übers Land – und zurück mit der Bahn. Viele haben schon einmal ihr Rad im Zug mitgenommen. Doch obwohl die Bahnbetreiber gerne für diesen Service und freundlichen Umgang mit dem Fahrgast werben, kommt es immer wieder zu unschönen Szenen. Bei Bastian Olczok aus Altenstadt musste kürzlich sogar die Polizei kommen.

Schongau Gibt es noch genügend Platz im Zug und hat der Fahrgast ein zusätzliches Entgelt für die Beförderung seines Radls bezahlt, ist meistens alles in Ordnung. Doch manchmal springt ein Fahrgast gerade noch auf den letzten Drücker in den Zug oder findet im Vorfeld nicht die gewünschte Karte – wie Bastian Olczok aus Altenstadt.

Der dreifache Familienvater macht derzeit eine Umschulung zum Kaufmann bei einem Schraubengroßhandel in Weilheim. Jeden morgen fährt er mit der BRB nach Weilheim, wo er sein Fahrrad am Bahnhof abgestellt hat, um damit zum Gewerbegebiet am Trifthof zu fahren. Kürzlich bemerkte der 27-Jährige, dass das Licht am Fahrrad fehlt. Er beschloss, sein Radl am Abend mit nach Hause zu nehmen.

Am Bahnhof wollte er eine einfache Fahrt nur für das Fahrrad kaufen, fand jedoch im Menü des Kartenautomaten nicht das Gewünschte. „Eine Kombikarte war mir zu teuer, “, sagt er. Der Schalter am Bahnhof, wo er hätte fragen können, war auch schon geschlossen. Weil mittlerweile der Zug nach Schongau einfuhr, stieg er ein und stellte das Fahrrad im dafür vorgesehenen Bereich ab. Am Automaten im Zug probierte er es nicht noch einmal, weil er schon vorher nicht die gewünschte Karte gefunden hatte.

Auf Höhe von Peißenberg betrat die Kontrolleurin das Abteil. „Sie war schon extrem unfreundlich, als sie meinen Fahrausweis kontrollierte. Als sie das Fahrrad entdeckte, war es ganz aus“, beschwert sich Olczok. Er habe selbstverständlich angeboten, das Ticket dafür nachzulösen. Doch das akzeptierte die Kontrolleurin nicht, da er dies schon gleich nach dem Betreten des Zuges hätte tun sollen. Sie bestand auf einem erhöhten Fahrpreis vom 60 Euro.

Damit nicht genug. Olczok hatte weder genügend Geld dabei noch einen Ausweis; ein Schreiben seines Arbeitgebers, in dem steht, dass über die dreijährige Ausbildungszeit die Fahrtkosten teilweise von seinem Arbeitnehmer übernommen werden, ließ die Zugbegleiterin nicht gelten. Sie rief die Polizei, die den Altenstädter am Schongauer Bahnsteig bereits erwartete. Eine persönliche Durchsuchung folgte sowie ein Alkoholtest, der 0,1 Promille ergab, da „wir im Betrieb nach der Arbeit immer noch eine Halbe trinken“, so Olczok. Nach etwa einer dreiviertel Stunde konnte er endgültig den Heimweg antreten.

„Es war eine unschöne Erfahrung, jedoch möchte ich, dass andere diese Situation vermeiden können.“ Natürlich habe er sich geärgert über die 60 Euro, die er für das Fahrrad habe zahlen müssen, obwohl er selbst einen Fahrschein hatte. Und über die Unfreundlichkeit der Schaffnerin. Deshalb habe er sich bei der Bahn beschwert.

Für das rüde Verhalten der Bahnangestellten kam einige Tage später auch eine Entschuldigung der BRB – witzigerweise war das Bahnunternehmen beim jüngsten Qualitätsbericht besonders für das Verhalten der Kundenbetreuer gelobt worden. Die 60 Euro muss Olczok dennoch bezahlen. Fakt ist, dass das Fahren ohne gültigen Fahrschein, ob Person oder Fahrrad, dem Wesen nach eine Straftat ist, war von der Schongauer Polizei zu erfahren.

Normalerweise ist für diese Fälle die Bundespolizei zuständig. In diesem Falle sei man eingesprungen. Die Durchsuchung einer Person, die sich nicht ausweisen könne, sei normale Routine. Weil Alkoholgeruch festzustellen war und Olczok noch mit dem Fahrrad weiterfahren wollte, sei dies eine Präventivmaßnahme gewesen, um die Fahrtüchtigkeit festzustellen und eine Gefährdung für den Straßenverkehr zu vermeiden, hieß es.

Myriam C. Trunk

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