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Zusammen gegen Gewalt von rechts: Viele Bürger kamen zur Mahnwache am Schongauer Marienplatz für die Opfer der Bluttat, die genau eine Woche zurückliegt.

Mahnwache am Marienplatz

Kein zweites Hanau in Schongau: Gemeinsam gegen Hass und Hetze

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Mehr als 100 Bürger versammelten sich in Schongau zu einer Mahnwache für die Opfer von Hanau. „Viel zu lange waren wir auf dem rechten Auge blind“, so Hava Sirin.

Schongau– „Wir trauern – yas tutuyoruz“, „Kein Millimeter nach rechts“ oder „Stoppt Hass und Hetze“: Gemeinsam gegen den Terror und Bluttaten wie in Hanau gingen gestern mehr als 100 Bürger auf die Straße. Bürger aus Schongau und Umgebung, darunter viele mit türkischer Abstammung, waren an den Marienplatz gekommen, um eine Schweigeminute für die Opfer abzuhalten. Aber auch aufzustehen.

Traurig, noch immer nicht in Deutschland angekommen zu sein

Es ist traurig, dass wir in vierter Generation in Deutschland immer noch erklären müssen, dass wir ein Teil der Gesellschaft sind und keine Gäste“, so eine Besucherin. Der Zusammenhalt unter den Völkern sei wichtig, so eine andere Demonstrantin. „Jeder soll sich in Sicherheit fühlen, niemand soll ausgegrenzt werden, nur weil er anders aussieht oder an etwas anderes glaubt.“

Hava Sirin sprach auch mahnende Worte 

Hava Sirin, die Vorsitzende des Türkischen Elternvereins Schongau-Peiting und Umgebung, hatte die Mahnwache initiiert und sprach dann auch mahnende Worte: „Viel zu lange haben wir rechtsextreme Ideologien verharmlost, waren wir auf dem rechten Auge blind“, so Sirin. Die seelische und moralische Verwundung von Hanau würde tiefergehen. Man müsse mehr denn je Zusammenhalt zeigen. Der Rassismus dürfe keine weiteren Familien zerstören.

Dürfen uns nicht an Ausgrenzung gewöhnen

„Wir dürfen uns nicht an Ausgrenzung gewöhnen“, betonte Falk Sluyterman. In der Stadt leben 74 Nationen friedlich zusammen. „Wir müssen alles tun, damit sich ein Hanau nirgendwo wiederholt – erst recht nicht in Schongau.“ Applaus erhielt Altenstadts Gemeindereferent Bernhard Schöner: „Es sind keine Migranten, es sind unsere Mitbürger – wir sind betroffen von dieser Gewalt.“ Schongaus evangelischer Pfarrer Jost Herrmann forderte Zivilcourage von Christen und Muslimen. Als „sehr gefährlich“ bezeichnete Imam Yalcin Yilmaz diesen Terrorakt. „Den Verantwortlichen stehen große Pflichten bevor“, übersetzte Sirin seine Worte.


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