ILLUSTRATION - Spielzeug liegt in einer Kindertagesstätte auf dem Boden. (Symbolbild)
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Symbolbild

Höhere Personalkosten

Kindergartengebühr steigt in Schongau um acht Prozent

Fünf Jahre lang waren die Preise stabil, zum Jahreswechsel 2021/2022 werden jetzt höhere Gebühren für den Besuch der städtischen Kindertageseinrichtungen in Schongau fällig. Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass es um acht Prozent nach oben gehen wird.

Schongau – Die Begeisterung der Elternbeiräte hielt sich in sehr engen Grenzen: Wie die bei der Stadt für die Kindertageseinrichtungen zuständige Mitarbeiterin Esther Laue am Dienstag im Stadtrat berichtete, waren die Elternvertretungen der vier städtischen Einrichtungen im Vorfeld über die geplante Gebührenerhöhung informiert worden. Zwei haben sich laut Laue generell gegen eine Erhöhung ausgesprochen, weil sie „zu einem ungünstigen Zeitpunkt“ erfolge. Ein Elternbeirat habe vorgeschlagen, die Erhöhung auf zwei Jahre zu staffeln, der Elternbeirat der vierten Einrichtung habe sich „enthalten“.

Keine Widerrede im Stadtrat

Im Stadtrat gab es keine Widerrede. Eine Erhöhung sei zwar „immer ungut“, meinte Kornelia Funke (CSU), nach dem langen Zeitraum ohne Steigerungen hielt sie die acht Prozent aber für gerechtfertigt. Ilona Böse (SPD) stieß ins selbe Horn: „Eine Erhöhung tut immer weh, aber wir wollen auch Qualität haben“, meinte sie. Da komme man um eine Erhöhung der Gebühren nicht drum rum.

Bürgermeister Falk Sluyterman wiederum wies darauf hin, dass man die Erzieherinnen und Erzieher ordentlich bezahlen wolle und auch Michael Eberle (CSU) stimmte am Ende „schweren Herzens“ zu.

Geschwisterbonus wird gestrichen

Die Stadtverwaltung wies in ihrer Argumentation darauf hin, dass zwischenzeitlich in den Einrichtungen das Personal aufgestockt worden sei und die Personalkosten aufgrund von Tarifverhandlungen gestiegen seien. Ebenso wurde die im April 2019 eingeführte generelle Elternbeitragsentlastung ins Feld geführt. Der Freistaat schießt seitdem bekanntlich für Vorschulkinder monatlich 100 Euro zu, die Eltern müssen nur noch die Differenz bezahlen. Deshalb soll in Schongau jetzt auch der Geschwisterbonus von 50 Prozent gestrichen werden.

Mit den ab dem kommenden Jahr in Schongau geltenden Gebühren reiht sich die Lechstadt im Vergleich mit den Nachbarkommunen im Mittelfeld ein, heißt es. Zuletzt war man nach Angaben der Stadtverwaltung einsames Schlusslicht in dem Ranking. Das jährliche Defizit, das die Stadt zu tragen hat, lag zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro.

In Zukunft geht es jedes Jahr um drei Prozent nach oben

In Zukunft werden die Beiträge häufiger angepasst, beschloss der Stadtrat obendrein. Ab dem 1. September 2022 werden die Gebühren jährlich um weitere drei Prozent steigen. Das Getränkegeld soll auf einheitlich zwei Euro pro Kind und Monat angepasst werden.

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