+++ Eilmeldung +++

Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“

Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“
Garten am Kindergarten Regenbogen in Schongau
+
Am Kindergarten Regenbogen wird nun doch angebaut

Aus dem Stadtrat Schongau

Nun doch: Anbau statt Container am Kindergarten Regenbogen

  • Elke Robert
    vonElke Robert
    schließen

Trotz desolater Haushaltslage: Eine Lösung für den Kindergarten Regenbogen muss her. Was im Grundsatz der alte Stadtrat entschieden hatte, geht nun in die nächste Runde: Statt Container aufzustellen, soll nun ein Anbau realisiert werden. Während die SPD die Eltern um Geduld bittet, will die CSU sogar eine Entschuldigung.

Schongau – Schon die Zahlen, die Stadtbaumeister Sebastian Dietrich für eine Mietcontaineranlage vorlegte im Vergleich zum dauerhaften Ausbau, zeigen die Richtung auf. Für eine Mietcontaineranlage für rechnerisch eine Kindergartengruppe bekommt die Stadt nahezu keine Förderung, müsste demnach 277 000 Euro von 287 000 Euro selbst tragen. Die geschätzten Kosten für einen Anbau (im Vergleich auch nur eine Gruppe) liegen zwar mit 660 000 Euro mehr als doppelt so hoch, jedoch gibt es eine Förderung von 50 Prozent, die Stadt hätte damit nur einen Eigenanteil von 330 000 Euro.

Das Geld für die Mietcontainer wäre nach drei Jahren verbraucht

Während das Geld für die Mietcontainer nach drei Jahren weg ist, wird die Nutzung des Anbaus mit 25 Jahren angesetzt. Außerdem sei seitens der Regierung ein weiteres Förderprogramm in Aussicht gestellt worden, vielleicht winkt sogar eine Ausgleichszahlung von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten, hieß es in der Sitzung. Auf die Stadt käme bei zwei Gruppen – auch im Gebäude an der Benefiziumstraße ist eine Notgruppe untergebracht – ein Eigenanteil von 600 000 Euro zu, hatte Dietrich anhand eines Vergleichsprojekts errechnet.

Auch eine bereits einmal angedachte Übergangslösung kommt wieder ins Spiel: Die Regenbogen-Kinder sollen für mehr Bewegung – derzeit fehlt ja der Mehrzweckraum, in dem die Notgruppe untergebracht ist – den frisch sanierten Feuerwehrlehrsaal nutzen dürfen. Dieser liegt im ersten Stock des Feuerwehrhauses, ist über eine Außentreppe erreichbar, aber auch barrierefrei. Laut Dietrich liegt seitens der Fachaufsicht des Landratsamtes das Signal vor, dass man solch einer Übergangslösung zustimmen könne.

Mittlerweile ist viel Zeit verstrichen

Was in den Ausführungen zur Erweiterung des Kindergarten Regenbogens auch deutlich wurde, ist, wie viel Zeit mittlerweile verstrichen ist. Zur Erinnerung: Seit Frühjahr 2019 war klar, dass ab Herbst 2019 zwei Notgruppen gebildet werden müssen, eine davon im Kindergarten am Bahnhof. Weil aber der Elternbeirat der Einrichtung rebelliert hatte, war noch vor den Sommerferien eine Lösung in Aussicht gestellt worden: Container, eventuell im Frühjahr 2020. Seitdem stand das Projekt mehrfach auf der Tagesordnung, mehrfach mussten auch die Eltern vertröstet werden. Denn für das Aufstellen der Container war eine Bebauungsplanänderung erforderlich. Dieses Verfahren, eingeleitet im Mai 2020, kam erst jetzt im September zum Abschluss. Die Container könnten im Frühjahr 2021 aufgestellt werden.

Auf die zeitliche Schiene ging auch Ilona Böse (SPD) in ihrer Wortmeldung ein: „Es ist schwer, die Eltern mitzunehmen“, gab sie zu und erinnerte an die Gespräche mit dem Elternbeirat. „Aber Bedingungen ändern sich“, so Böse. Angesichts der Haushaltssituation gehe es jetzt umso mehr darum, eine nachhaltige Lösung zu finden. „Wir müssen die Eltern nochmal um Geduld bitten.“ Derzeit sei man aber ganz gut aufgestellt und habe rund zehn Plätze frei. Was Böse wichtig war: „Einen Zeithorizont zusichern und heute gleich loslegen.“ Dietrich sprach von zwei Jahren.

Eberle: „Stadt muss Eltern um Entschuldigung bitten“

Michael Eberle (CSU) hakte genau da ein. „Die Stadt muss die Eltern nicht um Geduld, die Stadt muss um Entschuldigung bitten“, so seine Meinung. Er verwies auf einen älteren CSU-Antrag, in dem es auch schon um Erweiterung gegangen war. „Den Erweiterungsbau hätte man gleich damals entscheiden können.“ Es sei viel Zeit verloren gegangen, weil man das Thema von Anfang an nicht ernst genommen habe. „Wir schulden es den Eltern, dass im nächsten Stadtrat ein Entwurf vorliegt“, so Eberle.

Alexander Majaru (SPD) wollte die Einwände Eberles nicht gelten lassen und bemühte die Redewendung „hätte, hätte Fahrradkette“. Er meinte weiter: „Es ist einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen.“ Eberle habe selbst nichts zu einer Lösung beigetragen. Stephan Hild (UWV) brachte etwas Ruhe in die Diskussion: „Was Vergangenheit ist, ist Vergangenheit.“ Sicher sei man den Kindern etwas schuldig, aber auch dem Steuerzahler. Hild sprach sich für zwei dauerhafte Gruppen aus. Diese sollen nun kommen, „und zwar zeitnah“, wie Bürgermeister Falk Sluyterman ergänzte. Der Stadtrat gab einstimmig grünes Licht.

Und das könnte Sie auch interessieren:

Acht neue Mitarbeiter hatte die Stadt Schongau für die Kindergärten eingestellt
Im Nachbarort Peiting wird rasch gehandelt und jede Menge getan für den Nachwuchs, ein siebengruppiger Kindergarten wird jetzt geplant

Auch interessant

Kommentare