Die Künstlerin und Grafikerin Martina Wagner (r.) stellt derzeit im „Sisters“ in Schongau aus. Samira Krantic hat ihr die Flächen gerne zur Verfügung gestellt.
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Die Künstlerin und Grafikerin Martina Wagner (r.) stellt derzeit im „Sisters“ in Schongau aus. Samira Krantic hat ihr die Flächen gerne zur Verfügung gestellt.

Martina Wagner stellt bei „Sisters“ aus

Schongauer Fensterschau: Realistisches Motiv verfremden

  • vonRafael Sala
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In Schongau geboren und aufgewachsen, Grafikerin und Vollblut-Künstlerin: Martina Wagner erfüllt die besten Voraussetzungen, um an der Pop-Up-Galerie „Fensterschau“ in Schongau teilzunehmen. Bis zum 28. März sind künstlerische Objekte der 46-Jährigen im Modegeschäft „Sisters“ zu sehen.

Schongau - Die Ausgangsbasis ist stets ein realistisches Motiv – eine landschaftliche Szene zum Beispiel – oder Stillleben-Elemente wie Gläser, Flaschen, Besteck und Geschirr. Wagners Kunstgriff besteht darin, sie zusehends zu abstrahieren und so zu verfremden, dass dieses Motiv kaum mehr zu erkennen ist. „Farbflächen stehen dabei in Bezug zu konkreten Formen“, schildert die Künstlerin. Linien, Kratzer und Farbränder verdeutlichen die einzelnen Arbeitsschritte.

Das Besondere ihrer Arbeitsweise: Beim Malen werden viele Schichten Farbe aufgetragen, abgeschabt und wieder überstrichen, so dass sich ständig neue Sinnbezüge ergeben. „Diese Technik verleiht den Bildern eine besondere Tiefe“, so Wagner.

Selbst bei scheinbar einfarbigen Flächen entdecke man auf diese Weise Spuren und Schatten der vorangegangenen Prozesse. Es geht ihr nicht um Perfektion – im Gegenteil: „Die Bilder sollen nicht glatt und makellos sein. Gerade die Unebenheiten und Farbspuren verleihen ihnen einen eigenen Charakter.“

Wagner bezieht auch die neuen Medien in ihre Projekte ein – Videoinstallationen oder Klangfragmente und Raumobjekte. „Sie sind spannende Ergänzungen zu meinen Acrylbildern.“ Beim Projekt „Apollo“ beispielsweise wurden zwei Räume bespielt: Im ersten befanden sich neun abstrakte Bilder der gleichnamigen Mondlandungsmission, ein eigens dafür komponierter Soundtrack lief dazu. Die Bilder aus diesem Raum wurden gefilmt und auf neun alte Fernsehgeräte in den nächsten übertragen.

Schnelle Kamerafahrten, Einblendungen und Funksprüche der Astronauten lenkten den Blick der Besucher auf abwechselnd aktive Aufnahmen. Die Folge: Die Szenen wie etwa die Spiegelung im Visier eines Helmes oder das Aufklappen des Landungsschirms nahmen die Betrachter unterschiedlich wahr.

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