Bernhard Sedlmeier hinter seiner Krippendarstellung, an der er drei Jahre lang gearbeitet hat. Links auf dem Bild die kleine Kapelle, die in ihm bei einem Besuch in Bodenmais die Initialzündung ausgelöst hat.
+
Bernhard Sedlmeier hinter seiner Krippendarstellung, an der er drei Jahre lang gearbeitet hat. Links auf dem Bild die kleine Kapelle, die in ihm bei einem Besuch in Bodenmais die Initialzündung ausgelöst hat

Eine ganz besondere Krippe

Schongau: Kleine Kapelle brachte die zündende Idee

Bernhard Sedlmeier ist seit vielen Jahren begeisterter Modellbauer. In seiner Freizeit dreht sich alles um Modelleisenbahnen und detailgetreue Gestaltung der Landschaften. In den vergangenen drei Jahren hat der Schongauer jedoch Bahnhofsbauten und Stellwerke zur Seite gelegt und sich dem Krippenbau verschrieben. Sedlmeier wollte sich sein ganz eigenes Meisterwerk schaffen.

  • Viel Fingerfertigkeit braucht man als Modellbauer
  • Bernhard Sedelmeier hat sich neuerdings dem Krippenbau verschrieben
  • Für Holzarbeiten dient eine eigene Modellkreissäge

Schongau – Modellbau ist die große Leidenschaft von Bernhard Sedlmeier. Mit scharfem Auge auf Kleinigkeiten und einer großen Portion Fingerfertigkeit hat er viele Darstellungen von bekannten Bahnbereichen geschaffen. Ab und zu schwenkte er aber aus: Für gute Bekannte baute er nebenbei kleine Krippen, die großen Anklang fanden.

Sich selbst vernachlässigte er in dieser Hinsicht. Das sollte sich ändern, denn für Sedlmeier ist eine Weihnachtskrippe etwas ganz Besonderes: „Für mich ist ein Kripperl wichtiger als der Christbaum.“

Sedlmeier war begeistert von der kleinen Kapelle

Bei einer Radltour mit seiner Ehefrau Marion im Zellertal fuhren die beiden bei Bodenmais an einer kleinen Kapelle vorbei. Diese beeindruckte die beiden so sehr, dass Bernhard Sedlmeier dieses kleine Schmuckstück von allen Seiten fotografierte. Gedanklich hatte er damit schon den Grundstock für seine später Krippe gesetzt.

Als dann das Ehepaar noch in der Nähe an einem urigen Bauernhof mit Backhäusl Brotzeit machte, war es um Bernhard geschehen. Diese drei für ihn beeindruckenden Gebäude sollten die Pfeiler für seine neue Krippe sein. „Wenn schon, denn schon“, so seine Devise.

Eine Platte mit zwei Metern Länge

Als Grundplatte für seine Gestaltung wählt er die Maße ein auf zwei Meter. Darauf sollte am Ende der Bauzeit alles Platz finden. Doch bis dahin würde für den Wassermeister der Stadt noch viel Wasser den Lech hinablaufen.

Für das erste Weihnachten hatte er den Stall geplant. Alles in Handarbeit, alles aus vielen kleinen Teilen zusammengebaut. Der Dachstuhl nach alter Väter Sitte gezimmert. Alles verzapft und verleimt. Mit Hand auf Winkel geschnitten.

Für die Holzarbeiten hatte sich Sedlmeier extra eine kleine Modellkreissäge sowie eine Dekupiersäge angeschafft. Und natürlich jede Menge verschiedener Schnitzmesser für die Herstellung der Dachschindeln. „Alle nur mit der Hand herausgearbeitet, nach altem Vorbild“, so der Perfektionist. Und natürlich maßstabsgetreu: „Meine Frau und ich haben uns für 9er-Figuren entschieden, da soll ja alles harmonisch zusammenpassen.“

Maria und Josef haben beim ersten Weihnachtsfest Einzug gehalten

Und wirklich: Beim ersten Weihnachtsfest stand der Stall, Maria und Josef haben Einzug gehalten. Zusammen mit fünf Schafen. Nur das Christuskind fehlte noch. Es wurde erst am Heiligen Abend in die Krippe gelegt – nach einem ganz besonderen Ritual: Nach dem Kirchgang durfte eine der drei Töchter, die vorher das Los gezogen hatten, dieses tun, ein ganz besonderer Moment.

Sedlmeier ist detailverliebt. Das empfindet man, wenn man die weiteren Anbauten auf der großen Grundplatte betrachtet. In den nächsten zwei Jahren wurden neben dem Stall das kleine Backhäusl errichtet, etwas abseits die kleine Kapelle. Genau nach Vorbild wie auf den Fotos. Alles mit gezimmertem Dachstuhl unter den Holzschindeln.

Danach ließ Sedlmeier das Gras wachsen. In vier verschiedenen Höhen, die Natur als Vorbild. Die verdürrten Bodengewächse fand er in der Nähe der Kläranlage und setzte noch eins drauf: „Die Bäume habe ich von einem Brüderpaar aus Polen, das ich auf einer Modelleisenbahnmesse kennengelernt habe. Alle handgefertigt.“

Über 80 Schafe, zwei Hunde, drei Hasen, eine Eule und jede Menge Zicklein tummeln sich heute auf der Krippendarstellung von Bernhard Sedlmeier. Nicht zu vergessen der Esel, der etwas störrisch im Hintergrund steht. Von den vielen kleinen Handwerksgeräten ganz zu schweigen. Eben: Krippenbauleidenschaft pur.

Dass zum diesjährigen Weihnachtsfest aufgrund der Größe der Krippendarstellung der Christbaum einen neuen Platz gefunden hat im Hause Sedlmeier, versteht sich von selbst. Er erstrahlt in diesem Jahr das erste Mal auf der Terrasse.

Hans-Helmut Herold

Und das könnte Sie auch interessieren:

Am Weihnachtsabend wurde eine Seniorin im Schongauer Krankenhaus als vermisst gemeldet

In Schongau soll es wieder einen Wirtschaftsförderer geben

Und hier finden Sie weitere Berichte aus der Region

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare