Direkt neben dem Briefkasten in den Arkaden des Schongauer Rathauses könnte ein Touchscreen installiert werden mit Informationen für Gäste und Touristen. Diese Idee soll schon bald umgesetzt werden.
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Direkt neben dem Briefkasten in den Arkaden des Schongauer Rathauses könnte ein Touchscreen installiert werden mit Informationen für Gäste und Touristen. Diese Idee soll schon bald umgesetzt werden.

Neue Projekte sollen Schongau attraktiver machen

Kleinkunstbühne, Info-Monitor und schöne Gassen

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Projekte für die Belebung der Stadt Schongau, an denen ein Team um Vizebürgermeisterin Daniela Puzzovio arbeitet, wachsen und gedeihen: Vier Aktionen können relativ kurzfristig umgesetzt werden, von der Info für Touristen bis hin zu einer Plattform für samstägliche Auftritte am Marienplatz.

Schongau – Immer montags trifft sich das elfköpfige Team, darunter einige Stadträte, aber auch Vertreter aus der Wirtschaft, dem Einzelhandel, der Gastronomie und der Hotellerie. Aus einer Reihe von Ideen, die Stadt Schongau wieder etwas in den Fokus zu rücken und zu stärken (wir berichteten), haben sich nun vier Projekte herauskristallisiert, die relativ zügig und ohne größeren finanziellen Aufwand umsetzbar sind.

Noch im Laufe des Septembers soll in den Rathausarkaden wieder ein Monitor installiert werden, über den sich Touristen und Besucher der Stadt zu jeder Tageszeit rasch und problemlos informieren können. Im Gegensatz zum Vorgängermodell soll es ein Touchscreen werden und alle Informationen parallel dazu auch auf einer Website abrufbar sein. „Es muss intuitiv und leicht sein, an Informationen zu kommen, wo ich einkaufen oder gut essen kann“, erklärt Daniela Puzzovio, die sich in Schongau dem Thema Wirtschaft und Gewerbe angenommen hat.

Externer Anbieter

Weil die Stadt Schongau die Ressourcen nicht hat, soll ein externer Anbieter eingeschaltet und alles über Anzeigen finanziert werden. Nach und nach soll das Angebot dann mit weiteren Informationen gefüllt werden.

Als ein ganz großes Thema haben sich Puzzovio und ihre Mitstreiter die Stadtführungen vorgenommen. Diese könnten die Attraktivität der Stadt Schongau gut transportieren. „Wenn etwas Neues da ist, dann kommen auch die Leute“, hat Puzzovio eben erst selbst festgestellt, als sie die erste Führung „Henker, Heiler, Hexen“ besuchte. „Und es gäbe so viel Potenzial für neue Führungen.“

Stadtführungen besser an Samstagen

Angehen möchte man das Thema über einen Drei- bis Fünfjahresplan. Abgesehen von neuen Themen, soll auch an den Zeiten geschraubt werden. „Bisher finden die regelmäßigen Führungen freitags statt, wo Besucher aber vielleicht noch gar nicht in der Stadt sind.“ Lediglich Sonderführungen würden samstags angeboten. Die Stadtführungen könnten auch eine neue Form bekommen, hat sich das Team gedacht, zum Beispiel spontane virtuelle Stadtführungen. Auch den Audioguide über Sehenswürdigkeiten in der Altstadt möchte man sich noch mal ansehen.

Besucher in die Stadt zu bringen und gleichzeitig Musikern oder Kleinkünstlern eine Plattform zu bieten, das ist der Hintergrund des dritten Projekts. Regelmäßig samstags zwischen 11 und 14 Uhr soll der Marienplatz bespielt werden, ob nun von Musikern, Tänzern, Geschichtenerzählern oder von Leuten, die sich zu einem Poetry Slam verabreden. Optimalerweise würden auch die Künstler davon profitieren, so die Vorstellung von Puzzovio und ihrem Team.

Bei schlechtem Wetter unterm Pavillon

„Das könnte gleichzeitig wie eine Werbeplattform sein und der Musiker dann vielleicht für das nächste Geburtstagsfest engagiert werden.“ Erstmals soll am Samstag, 5. September jemand auftreten. Entweder soll der Bereich markiert oder das mobile Podium der Stadt Schongau verwendet werden. Gegen schlechtes Wetter könnte ein Pavillon helfen, Schutz gegen die Sonne bringen auch die Schirme der Stadt.

Ein etwas längerfristiges Projekt soll heißen „Schongaus schöne Gassen und Passagen“. Wer sich jetzt frage, wo die denn seien, solle bald staunen, so Puzzovio. Die Gruppe will mit den Eigentümern Kontakt aufnehmen, um Wände und Flächen gestalten zu können. Einfache Aktionen, auch gerne generationenübergreifend, sollen die Gassen und Passagen in ein neues, besseres Licht rücken. „Das ist nichts, was man sofort umsetzen kann, wir wollen das über den Herbst und den Winter entwickeln und im Frühjahr angehen.“

Helfer jederzeit willkommen

Speziell bei diesem Projekt geht Puzzovio davon aus, dass es von anderen Ideen überholt wird. Für die Umsetzungsphase der ersten Projekte haben sich Max Diegruber (für die Hoteliers), Markus Wohlhaupter (Gastronomie), Markus Enzensperger und Filippo Nicoletti (als Vertreter des Einzelhandels) nun erst einmal wieder zurückgezogen, wollen wieder an Bord gehen, sobald neu geplant wird. Um die Umsetzung wollen sich neben Puzzovio die Stadträte Kornelia Funke, Susanne Tischner, Janaina und Teresa Subiabre Haseitl, Alexander Majaru und Hans Rehbehn kümmern, Helfer seien aber jederzeit willkommen.

Freiwillige: Wer mitwirken will bei der Umsetzung von Projekten, kann sich bei der Vizebürgermeisterin melden unter puzzovio.daniela@schongau.de.

Schongau App wenig bekannt

Die Idee, Urlauber und Gäste auf einen Blick über Schongau zu informieren, ist nicht neu. Mit langen Verzögerungen war im September 2019 neben der neuen Website der Stadt Schongau auch eine Schongau App online gegangen (wir berichteten). Diese ist offenbar bisher kaum bekannt.

„Mehr als 100 Mal“ wurde die App bisher heruntergeladen, für eine App nicht sonderlich oft. Unter „Neuigkeiten“ verstecken sich nicht gerade brandaktuelle „Informationen zum Coronavirus in unserer Stadt“, datiert vom 19. März 2020. Die Liste aller derzeitigen Stadtführungen ist jedoch ebenso abrufbar wie die gastronomischen Angebote. Und der mobile Schadensmelder hat auch sein eigenes Feld. Wer unterwegs ist, kann direkt eine kaputte Laterne fotografieren und melden.

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