Zoom-Konferenz in Schongau von „Fridays for future“ mit Stadträten zu Klimaschutzmaßnahmen in der Stadt.
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Zoom-Konferenz in Schongau von „Fridays for future“ mit Stadträten zu Klimaschutzmaßnahmen in der Stadt. fff

„Fridays for Future“ im Gespräch mit Bürgermeister, Stadträten und Bund Naturschutz

Klimaschutz in Schongau: Bürger müssen mit an Bord

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Diesmal nicht im Rathaus, sondern online: Über Klimaschutzmaßnahmen in Schongau debattierten nun Schongauer Vertreter von „Fridays for Future“ (FFF) mit Bürgermeister Falk Sluyterman, Stadträten sowie Vertretern von Bund Naturschutz. Soja-Nemo Heißerer von FFF stellte in der Zoom-Konferenz klar: „Es geht hier nicht ums politische Tagesgeschäft, sondern um das Überleben.“

Schongau - Das Thema Klimawandel sei seit Corona mehr und mehr aus dem öffentlichen Fokus gerückt, der Heimatplanet erwärme sich kontinuierlich weiter und koste schon heute Menschenleben. Die Jahrhundertaufgabe könne nur gemeinsam bewältigt werden, so Heißerer.

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich zeigte sich nach den Ausführungen von Sonja Mogk, Sprecherin bei der Schongauer FFF-Initiative, offen für Anregungen von Seiten der Klimaschutzaktivisten. Die Stadt arbeite bereits an einem Klimaschutzkonzept.

Im weiteren Verlauf der zweieinhalbstündigen Diskussion, die von Pfarrer Jost Herrmann moderiert wurde, ging es dann um konkrete Maßnahmen in den Bereichen Erneuerbare Energien und Mobilität. Man habe noch Luft nach oben, aber arbeite an der bestmöglichen Energieversorgung, so Sebastian Dietrich zur momentanen Situation. In Schongau sei ein Energienutzungsplan in Vorbereitung. Dieser solle dann als Planungsinstrument dienen und könne einen Überblick geben über die derzeitige sowie künftige Energiebedarfs- und Energieversorgungssituation in der Stadt Schongau.

„Bettina Buresch erklärte, dass es im Stadtrat keine Diskussionen zu Sinnhaftigkeit der Energieoptimierung mehr gebe“, resümiert Mogk. Die Grünen-Stadträtin sehe aber Diskussionspotenzial über Photovoltaik auf Gebäuden in der Schongauer Altstadt. „Wie bringt man den Denkmal- bzw. Ensembleschutz mit Klimaschutz in Einklang?“, so die Grundfrage. Ein Lösungsansatz sei, PV-Anlagen an nicht sichtbaren Stellen anzubringen.

Die Marktoberdorfer Straße sei im weiteren Gesprächsverlauf als Gefahrenpunkt für Fußgänger identifiziert worden, berichtet Mogk weiter. „Die Fridays for Future- Bewegung fordert die Ausarbeitung eines Fußgängerkonzepts, das allgemein mehr Zebrastreifen, eine höhere Ampeltaktung und Geschwindigkeitsbegrenzungen beinhalten soll.“

Einige Teilnehmer der Zoom-Konferenz hätten sich auch für das Konzept „Shared Space“ ausgesprochen, das zur Verkehrsberuhigung führt. Eine andere Verkehrsraumgestaltung, die auf der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer beruht, bildet dabei die Grundlage.

Beim ÖPNV sei unter anderem der 1999 eingeführte Stadtbus thematisiert worden. „Markus Keller vom Bund Naturschutz forderte die Anschaffung eines zweiten Stadtbusses“, berichtet Mogk, dazu sei die Idee eines Viertelstundentaktes gekommen. „Bürgermeister Sluyterman sieht für diese Ideen momentan noch keine Realisierbarkeit“, fasst Mogk zusammen, der Stadtbus sei leider meistens ziemlich leer.

In der Runde sei daraufhin die Frage diskutiert worden, wie man die Schongauer Bürger zur stärkeren Nutzung des ÖPNV bewegen könne. „Gregor Schuppe von der ALS betonte, dass die Stadt nur Anreize schaffen könne, da es am Ende eine Sache der Konsumenten sei“, so die FFF-Sprecherin, man müsse die Leute direkt erreichen.

Um über die Einbeziehung der Bürger beim Klimaschutz zu reden, wollen sich die Beteiligten erneut zum Gespräch treffen. „Denn wie der Bürgermeister in seinem Fazit bemerkte, habe sich wieder einmal bewiesen, dass ,lieber miteinander, als übereinander’ geredet werden sollte“, zitiert Mogk aus der Konferenz. Auch die Organisatoren von FFF zeigten sich zufrieden und bezeichneten die Konferenz als„sehr interessantes Gespräch“.

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