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Nach der Bombendrohung wurde die Schongauer Arbeitsagentur vergangenes Jahr weiträumig abgesperrt.

Knallhartes Urteil

34-Jähriger droht Jobcenter mit Bombe, jetzt muss er eine hohe Geldstrafe zahlen

Die Aufregung war groß beim Schongauer Jobcenter im Oktober letzten Jahres. Telefonisch war eine Bombendrohung eingegangen. Das Gebäude wurde evakuiert, die Straße und ein Teil der Umgebung weiträumig gesperrt. Der Mann (34), der die Tat angekündigt hatte, wurde Stunden später in seiner Wohnung festgenommen. Vom Amtsgericht Weilheim wurde er nun zu einer Geldstrafe von 14 300 Euro verurteilt.

Schongau – Der Angeklagte wollte seine Tat schönreden. Es sei nur eine Floskel, eine normale Redensart gewesen, die er damals bei einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Jobcenters in Augsburg von sich gegeben hatte. „Ich habe mich wahnsinnig geärgert“, sagte er. Schon zum dritten Mal hätte er Unterlagen für sein Arbeitslosengeld einreichen sollen, da die Papiere immer wieder verschlampt worden seien. Er habe dann aus seinem Auto im Beisein seiner Ehefrau nochmal angerufen und geäußert: „Wenn ich so schlecht arbeiten würde, würde mein Chef eine Bombe platzen lassen.“

Eine Bemerkung, die in der Form nicht stimmte. Denn sowohl die Mitarbeiterin, als auch die Ehefrau des Angeklagten hatten damals angegeben, dass der Satz: „Jetzt fahre ich nach Schongau und setze eine Bombe“ gefallen war. Die Mitarbeiterin des Augsburger Jobcenter sagte aus, dass sie sich nicht bedroht gefühlt habe, aber nicht alleine entscheiden durfte, ob eine solche Drohung ernstzunehmen sei.

14 Polizeistreifen, Feuerwehr, Rettungsdienste und Sprengstoffhunde im Einsatz

Sie informierte also ihre Teamleitung. Die benachrichtigte die Schongauer Polizei und die ganze Szenerie kam in Gang. Rund 50 Einsatzkräfte waren dabei im Einsatz. Neben 14 Polizeistreifen auch Feuerwehren, Rettungsdienste, Notärzte und zwei Sprengstoffhunde. Für den Verteidiger war diese Maßnahme eine „groteske Sache“, die in keinerlei Maß zu einer „normalen Redewendung“ stand, die „mit viel Fantasie eine Drohung“ sein würde. Er plädierte auf Freispruch.

Richter: Angeklagter musste mit Konsequenzen rechnen

Der Vorsitzende Richter Lars Baumann sah das anders. „Ich halte das nicht für grotesk und finde es sprachlich nicht passend, sondern sehe die Maßnahme der Polizei als Schutz für die Mitbürger“, sagte Baumann. Man würde leider in einer Zeit leben, in der solche Taten vorkommen würden und die Äußerung des Angeklagten habe man ernst nehmen müssen. Auch der Mann habe damit rechnen müssen, dass seine Drohung Konsequenzen haben würde.

Beamter bei Festnahme verletzt

Eine Zivilstreife wurde damals zur Wohnung des Angeklagten geschickt, da seine Personalien ja über die Arbeitsagentur bekannt war. Die zwei Beamten und eine Polizeianwärterin verschafften sich über eine Nachbarin Zugang zu dem Mehrfamilienhaus im Landkreis Weilheim-Schongau. Danach klingelten sie bei dem Angeklagten. „Ich habe meinen Dienstausweis gezeigt und bin gleich zur Tür hinein“, sagte ein Polizeibeamter. Man habe dem Mann erklärt, dass man ihn vorläufig festnehmen müsse, da er eine Bombendrohung angekündigt habe. Aber der Angeklagte habe sich massiv gesperrt, so die Aussagen der Beamten und der Polizeianwärterin. Er habe nicht geschlagen oder getreten, bei dem Gerangel aber ruckartig seine Hände nach vorne gezogen und dabei mit dem lose Ende der Handschellen einen Beamten an der Hand verletzt.

Angeklagter wollte nicht auf dem Rücken gefesselt werden

„Ich war völlig überrumpelt, ich dachte das sei ein Überfall“, versuchte sich der Angeklagte herauszureden. Als er erkannt habe, dass es die Polizei ist, habe er sich festnehmen lassen, aber er wollte nicht auf dem Rücken gefesselt werden, da er Schulterprobleme habe. In den Augen des Richters war das eine Schutzbehauptung. Er verurteilte den bislang unbescholtenen Mann wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat und wegen Körperverletzung zu einer Gesamtstrafe von 220 Tagessätzen zu je 65 Euro.

Regina Wahl-Geiger

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