Die Kneippanlage an der Schongauer Lechuferstraße ist in die Jahre gekommen. Jetzt gibt es ein neues Konzept.
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Die Kneippanlage an der Schongauer Lechuferstraße ist in die Jahre gekommen. Jetzt gibt es ein neues Konzept.

Förderprogramm und Bauhof-Eigenleistung machen die Sache günstig

Schongauer Kneipp-Anlage wird saniert

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Auch die Stadt Schongau nutzt Gelder aus einem Sonderprogramm anlässlich des 200. Geburtstags von Pfarrer Sebastian Kneipp und saniert die Kneippanlage an der Lechuferstraße. Weil Mitarbeiter des Bauhofs viele Arbeiten übernehmen können, wird der erste Bauabschnitt sogar recht günstig.

Schongau – In Gedenken an das Leben und Wirken Sebastian Kneipps sowie die Verdienste des Pfarrers um die Gesundheit seiner Mitmenschen würdigt ihn der Freistaat Bayern heuer auf vielfältige Weise. Unter anderem wurde ein Sonderprogramm aufgelegt, um bestehende Kneipp-Anlagen instandzusetzen oder neu zu bauen. Dieses Programm kommt wie gerufen für die Stadt Schongau, stand doch die Anlage an der Lechuferstraße ohnehin auf der Prioritätenliste des städtebaulichen Entwicklungsprogramms.

Die Schongauer Kneippanlage südlich der Sportanlagen wurde einst als Ersatz für das Schongauer Johannisbad errichtet, das einer Reihenhausanlage weichen musste. Doch die ovale Wassertretstelle mit Armtauchbecken ist schon ziemlich in die Jahre gekommen und teilweise recht ramponiert Der Beton des Tretbeckens ist rissig, Zu- und Abläufe müssen ebenso erneuert werden wie etwa die Handgeländer. Auch der Pflasterbelag in Schachbrettmuster muss gereinigt oder ersetzt werden, es soll eine Box aufgestellt werden für die Lagerung von Schachspielfiguren. Die Ruhebänke sind nicht mehr in Ordnung und werden erneuert.

Balancierweg und Liege geplant

Saniert und erweitert werden soll nach den fünf Säulen der Kneipp-Therapie. Darüber informierten Stadtbaumeister Sebastian Dietrich und Bauamtsmitarbeiter Martin Blockhaus in der jüngsten Stadtratssitzung.

Stadträtin Marianne Porsche-Rohrer (CSU) hatte die Verwaltung bei der Ausarbeitung des Konzepts unterstützt, die Zusage für Fördergelder ist bereits eingetroffen. Im ersten Bauabschnitt soll zusätzlich ein Balancierweg aus Baumstümpfen angelegt sowie eine Liege zur Entspannung aufgestellt werden.

Knapp 50 000 Euro sind für diese ganzen Arbeiten angesetzt. Bauhof, Stadtgärtnerei und Bauamt übernehmen viel in Eigenregie (27 500 Euro). Abzüglich 18 000    Euro Förderung bleiben für die Stadt rund 4500 Euro Eigenanteil. In einem zweiten Bauabschnitt sollen irgendwann ein Kräutergarten und eine Obstwiese folgen, so die Idee.

Wohlüberlegte Auslassung

Porsche-Rohrer, Apothekerin und Behindertenbeauftragte der Stadt, ging vor allem auf das Thema Nutzung der Kneippanlage für Rollstuhlfahrer ein. Blockhaus habe sich lang Gedanken gemacht, wie man das Tretbecken rollstuhlgerecht gestalten könne. „Aber das widerspricht dem kneippschen Gedanken, denn man soll ja im Storchengang durchs Becken gehen“, so die CSU-Stadträtin.

Ein Rollstuhlfahrer, der länger im kalten Wasser steht, sei mit der Situation vielleicht überfordert und erkranke am Ende noch. Man habe sich darauf geeinigt, für Menschen mit Behinderungen einen Wasserschlauch anzubringen, das Tauchbecken für die Arme könne man ebenfalls nutzen. „Es wurden also nicht Menschen mit Behinderungen vergessen, das ist wohlüberlegt so.“

Positiv beurteilten die Stadträte das Vorhaben. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, gut, dass das jetzt gemacht wird“, fasste es Ilona Böse (SPD) zusammen. Sie wünschte sich noch „ein Zuckerl oben drauf“, nämlich eine Blickbeziehung zum Lech. Bürgermeister Falk Sluyterman berichtete, dass er wegen einer Bürgeranfrage ohnehin am Thema dran sei. Auch Kornelia Funke (CSU) empfand die Pläne als „positives Signal“, mahnte aber, dass man dann auch auf die Pflege des Platzes ein Auge haben müsse.

Kneipp-Gedanken auch für Kinder wichtig

„Kneipp ist eine super Sache“, so Bettina Buresch (Grüne). Als Umweltreferentin bezweifelte sie aber, dass der geplante Kräutergarten an dieser schattigen und feuchten Stelle gut platziert sei. Als Alternative schlug sie einen Teich vor.

Dem widersprach Porsche-Rohrer: Heilkräuter gehörten ebenso zur Kneipp-Lehre. Sie bedauere noch heute, dass ihre Initiative, in Schongau einen Kneipp-Kindergarten zu installieren, gescheitert sei.

Zuvor hatte schon Gregor Schuppe die Pläne gelobt: „Kneipp hat vielleicht ein verstaubtes Image, aber gerade für Schulen ist dieser Platz so wichtig.“ Er schlug vor, am Becken „einfach und pragmatisch“ einen Kescher anzubringen, damit jeder selbst das Wasser reinigen kann. Alexander Majaru verwies darauf, dass die Stelle nicht ganz ungefährlich sei, da dort viele Autofahrer rasen würden.

Die Sanierung des Kneippbeckens wurde mit einer Gegenstimme abgesegnet.

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