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Mit den Bürgern im Gespräch: Hans Rehbehn (im Bild rechts) will versuchen, in jedem Viertel der Stadt möglichst viele Bürger zu erreichen.

Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterkandidat Rehbehn:  Ruhig und besonnen auf Wahlkampftour

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Wer wird Bürgermeister in Schongau? Setzt sich der amtierende Rathauschef Falk Sluyterman gegen seine zwei Mitbewerber durch oder muss er seinen Schreibtisch räumen? Wie sieht der Wahlkampf aus? Wir haben alle Kandidaten bei einem Termin begleitet. Heute: Hans Rehbehn.

SchongauEinen frostigen Nachmittag hat sich Hans Rehbehn für den Auftakt seiner Runde durch die Stadt ausgesucht. Es ist Donnerstag, 14 Uhr. In der Lechvorstadt beim Parkplatz Gerbersaal startet der großgewachsene 59-Jährige mit ebenso großen, raschen Schritten. „Ich möchte mich Ihnen vorstellen, damit Sie sehen, wie ich so ticke“, lautet das Begrüßungssprüchlein von Rehbehn. Handschuh aus zum Händeschütteln, Handschuh wieder an. Auch wenn er bereits seit 32 Jahren in Schongau lebt: „Ich habe oft gehört, dass die Leute mich noch nicht so gut kennen, da bleibt nichts anderes, als von Haus zu Haus zu gehen.“

Höflich und zurückhaltend präsentiert sich der parteifreie Kandidat, der für die CSU antritt. Seinen Wahlspruch „Es geht um die Sache, um Sie, um uns“ nimmt man ihm ohne Zweifel ab. Wer nicht zuhause ist, bekommt ein Kärtchen von Rehbehn in den Briefkasten, aber nur, wenn Werbung zugelassen wird, „da bin ich sehr korrekt“. Persönlich übergibt er einen Prospekt, in dem viele Themen angerissen werden. Man möge sich die Zeit nehmen, seine Standpunkte und Ziele zu studieren, vielleicht bei einer Tasse Tee. Rehbehn verteilt zwei Beutel pro Haushalt, der eine bekommt „Italienisch Limone“, der andere „Gesunde Abwehr.“

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So mancher Bürger nimmt kein Blatt vor den Mund

So mancher Bürger nimmt kein Blatt vor den Mund. „Schongau ist irre, was stellt Ihr Euch da vor?“, will einer wissen. Es geht ihm um die Lechbrücke, „mir stinkt das“. Mehrfach am Tag muss er sich durch das Nadelöhr an der Bahnhofstraße kämpfen, und in der Lechvorstadt fahren alle viel zu schnell. Auch eine Versorgung für das Viertel fehlt, „ein Tante-Emma-Laden, damit man nicht wegen jeder Breze ins Auto steigen muss“. Auch Schongaus Altstadt wird immer wieder angesprochen. „Aber die Fußgängerzone soll so bleiben, wie sie ist“, meint ein älterer Herr. Er findet es schön, dass Familien mit Kindern den Freiraum nutzen. Allerdings fehle in Schongau nach wie vor eine echte bayerische Wirtschaft – so wie das Brauhaus in Murnau. Und die Pflege von städtischen Gebäuden wird für manchen Bürger auch nicht ernst genug genommen.

Viele Punkte sind Hans Rehbehn nicht neu

Viele dieser Punkte sind Rehbehn nicht neu, lädt er doch bereits seit einem halben Jahr die Bürger zu „Walk and talk“ ein, jeden 1. Freitag im Monat. „Das ist ein gutes Format, das wird in jedem Fall weitergeführt“, auch, wenn er nicht Bürgermeister werden sollte. Nur im Wahlkampf aktiv zu sein, sei zu wenig. Auch die „Anpacktour“ der CSU-Fraktion soll weitergeben.

Die Zeit für Privates ist gerade eher knapp, aber ein „kulturelles Powerwochenende“ mit seiner Frau Sabine wie das letzte mit Krimidinner, Opern auf Bayrisch und Theater Treibhaus entschädigt ein bisschen. Denn wenn er mal zuhause ist, gibt es trotzdem etwas zu tun, auch seine Zeitung „SOGute NacHRichten“ will schließlich geschrieben werden. Immerhin vier Ausgaben sind erschienen, herunterladbar über die Homepage. Darin gibt Rehbehn auch Denkanstöße, er schreibt, was einem so widerfährt, oder eben nicht. Seit er seine Kandidatur bekanntgemacht hat, habe er nicht nur neue Freunde gefunden. „Es gibt echte Freunde und solche, die mit der Kandidatur nicht umgehen können.“

Dass er alle Haushalte erreichen kann, ist eine Illusion

Dass er alle Haushalte in Schongau erreichen kann, dieser Illusion gibt sich Rehbehn erst gar nicht hin, aber zumindest viele, und in allen Schongauer Vierteln, verspricht er. Und weil er viel mit ALS-Kandidatin Daniela Puzzovio gemeinsam hat, sollen nun auch mit ihr gemeinsame Aktionen folgen.

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