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„Lebendig und dynamisch“ beschreibt Fraktionsvorsitzende Ilona Böse das Team der SPD-Stadtratskandidaten. Mittig mit rotem Schal der amtierende Bürgermeister Falk Sluyterman.

24 Schongauer stellen sich zur Wahl

SPD-Stadtratsliste für die Kommunalwahl: Viele Frauen, viele Parteilose

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Unter großem Applaus stellte die SPD Schongau ihre Kandidaten für die Stadtratsliste der Kommunalwahlen 2020 vor. Frauen und Männer sind auf den Plätzen gleich stark vertreten. Mehr als ein Drittel der Kandidaten ist allerdings bisher nicht Mitglied der SPD.

Schongau – „Wir können uns auf die Schulter klopfen.“ Mit diesen Worten leitete Daniel Blum, Ortsvorsitzender der SPD Schongau, den Abend der Kandidatenaufstellung ein. 24 Schongauer stellen sich zur Wahl, auch zwei Ersatzkandidaten kann man vorweisen. Das Reißverschluss-System, also den Wählern abwechselnd eine weibliche Kandidatin und einen männlichen Kandidaten anzubieten, konnte ebenfalls durchgehalten werden.

Kommunalwahl 2020 in Schongau: Viele Frauen, viele Parteilose

Die Leitung der Wahlversammlung übernahm, wie schon vor zwei Wochen bei der Aufstellungsversammlung des SPD-Bürgermeisterkandidaten Falk Sluyterman, Dominik Streit, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes. Mit jeweils zwei Sätzen stellten sich die Kandidaten der Reihe nach vor. Der amtierende Rathauschef war gesetzt auf Platz eins der Liste. Er fasste seine Ziele zusammen auf „Schongau ist ein Juwel“. Er habe bereits viel bewegen können und wolle noch mehr anschieben.

Ihm folgt auf Listenplatz zwei die Fraktionsvorsitzende Ilona Böse. Sie freute sich vor allem über die vielen Mitstreiterinnen und hofft darauf, im Gremium die Frauenquote nach oben zu bringen. Der SPD-Landratskandidat Alexander Majaru ist ebenfalls ganz vorne dabei. Den Button „Next Generation 2.0“ hatte er sich für das Gruppenbild der Kandidaten geschnappt und sich mittig neben Falk Sluyterman platziert. Links neben dem amtierenden SPD-Bürgermeister lächelte der Ortsvorsitzende Blum in die Kamera, mit Platz fünf ebenfalls vorne gelistet. Zweite Frau ist Hava Sirin, die sich vor allem für Familie, ein friedliches Zusammenleben und Solidarität einsetzen möchte.

Kommunalwahl 2020: Peter Huber und Armin Schleich treten ab

Wie angekündigt, hatten sich die langjährigen Stadträte Peter Huber und Armin Schleich nicht für eine weitere Wahlperiode bei der Kommunalwahl 2020 aufstellen lassen. Die weiteren amtierenden Stadträte rückten in der Liste etwas weiter nach hinten, um, wie es Barbara Karg – Platz 16 – in der Vorstellungsrunde erläuterte, „den jungen Frauen auf den vorderen Plätzen eine Chance zu geben, wie ich sie damals auch hatte“. Seit 24 Jahren sitzt Karg im Stadtrat, seit zwei Perioden im Kreistag, „und es macht immer noch Spaß“. Friedrich Zeller, zwölf Jahre Bürgermeister in Schongau und sechs Jahre Landrat, hat den Listenplatz sieben eingenommen. Er wolle den Schwerpunkt auf die Energiewende legen, den Tiefbau und den Straßenbau. Auch Stadtrat Stefan Konrad bewirbt sich um eine weitere Amtsperiode. Er hat sich den Themen Krankenhausversorgung – „wir dürfen unser städtisches Haus nicht verlieren“ – und ÖPNV verschrieben. Martin Schwarz hat sich ebenfalls ans Ende der Liste setzen lassen. Ihm lägen die Energiewende und die Sicherung von Ressourcen am Herzen. Mit einem „weiter so“ feuerte er die Genossen an.

Christian Hübsch (Platz 19) hatte es in seiner Kurzvorstellung angesprochen: „Ich bin nicht Mitglied der SPD, aber was nicht ist, kann ja noch werden.“ Anders als etwa bei der CSU, habe es in Schongau bei der SPD traditionell schon immer viele parteifreie Kandidaten gegeben, wusste Ilona Böse. „Wir haben da keine Berührungsängste und wollen niemandem etwas überstülpen.“ Sie erinnerte beispielsweise an den langjährigen parteifreien SPD-Stadtrat Werner Floßmann.

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Kommunalwahl 2020 in Schongau: Keine einstimmige Aufstellung

Diesmal sind es mit insgesamt neun Parteifreien jedoch besonders viele. Daniel Blum betonte, dass man speziell den jungen Menschen die Möglichkeit geben wolle, in die Kommunalpolitik hineinzuschnuppern, und freute sich über die vielen jüngeren Bewerber. „Das braucht man auch, um eine breite Palette von Interessen abbilden zu können“, so Böse. „Das Team ist lebendig und dynamisch.“ Der Altersdurchschnitt liegt weit unter 50 Jahren.

Einstimmig erfolgte die Aufstellung der Stadtratsliste dann jedoch nicht. Von 28 Wahlberechtigten gaben fünf einen ungültigen Stimmzettel ab. Diese SPD-Mitglieder hätten Änderungen an der Listenreihenfolge vornehmen wollen oder Mitglieder gestrichen, aber dann vergessen, ihr grundsätzliches Ja zur Liste zu geben, was die Wahl ungültig macht, so die Erklärung Böses.

Die SPD-Kandidaten für den Stadtrat:

1. Falk Sluyterman, 50, Verwaltungsjurist; 2. Ilona Böse, 57, Zahnarzthelferin; 3. Alexander Majaru, 30, Koch, Fahrdienstleiter; 4. Hava Sirin, 41, Bürokauffrau, Bachelor of Business Admin. Intern. Hotelmanagement; 5. Daniel Blum, 31, Koch, Bürokaufmann; 6. Regina Haugg, 59, Floristin, Krankenschwester; 7. Friedrich Zeller, 53, Politik- und Verwaltungswissenschaftler; 8. Patricia Erhard, 49, Industriekauffrau; 9. Stefan Konrad, 49, Notfallsanitäter; 10. Annett Hornung, 60, Sozialpädagogin M.A.; 11. Sebastian Böse, 32, Architekt; 12. Elisabeth Priewich, 60, Lehrerin; 13. Daniel Mahl, 33, Automobilkaufmann; 14. Bettina Freimut, 44, Erzieherin; 15. Tobias Fuhrmann, 35, IT-Systemelektroniker; 16. Barbara Karg, 68, Einzelhandelskauffrau; 17. Walter Popp, 54, Elektromeister; 18. Susanne Siegl, 54, Medizinische Fachangestellte; 19. Christian Hübsch, 37, Zerspanungsmechaniker; 20. Isabella Wolf, 45, Dipl. Pädagogin Universität; 21. Martin Schwarz, 47, Schreiner, Dipl.-Bauingenieur, Dipl.-Wirtschaftsingenieur; 22. Kerstin Hahn, 56, Erzieherin; 23. Ulf Köhler, 63, Dipl.-Meteorologe; 24. Michael Lisch, 29, Landschaftsgärtner;

Ersatz: 25. Jürgen Erhard, 35, Maschinenbaumechaniker, Vermittlungswissenschaftler M.A.; 26. Karlheinz Kaepernick, 59, Beamter.

Kommunalwahl 2020 in Schongau: Nur zwei Männer wollen Bürgermeister werden. 

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