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17 Kandidaten stellen sich für den neuen Grünen-Ortsverband zur Wahl. 

Aufstellungsversammlung

Kommunalwahl in Schongau: 17 Kandidaten wollen für die Grünen in den Stadtrat

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Elf Frauen und sechs Männer bewerben sich beim Schongauer Ortsverband der Grünen um einen Sitz im künftigen Stadtrat. „Für so einen jungen Ortsverein ist die Aufstellung einer Kandidatenliste eine ziemliche Herausforderung, aber die erste Hürde ist geschafft“, so Bettina Buresch, Stadträtin und Gründungsmitglied.

Schongau17 Kandidaten stellen sich zur Wahl, Zugereiste und Einheimische, mit und ohne Migrationshintergrund, Frauen und Männer, Jüngere und Ältere. Bettina Buresch ist es auch, die die Grünen-Liste anführt. Sie rückte 2012 für Siegried Müller in den Stadtrat nach und wurde 2014 wieder ins Gremium gewählt. Man müsse global denken und lokal handeln, so Buresch. „Es ist fünf vor Zwölf, der Klimawandel ist da.“ Dabei sei jeder Baum wichtig genug, dass sie um ihn kämpfe – „auch, wenn die Leute die Augen verdrehen“, betonte die Stadträtin. Sie wolle sich auch weiterhin für Artenvielfalt einsetzen, für die Stadtentwicklung, für Wohnraum- und Flächenmanagement, zählte sie auf. Wichtig sei ihr außerdem, die E-Mobilität auszubauen.

Auf Platz zwei unterstützt sie Andreas Hornsteiner, ebenfalls Mitgründer des Grünen-Ortsverbandes und bis zur Trennung auch Vorsitzender der Alternativen Liste Schongau.Im Frühjahr hatte die ALS mehrheitlich entschieden, bei den anstehenden Kommunalwahlen mit einer eigenen Liste antreten zu wollen und nicht mehr in einer Listengemeinschaft mit den Grünen. Wer lokal gestalten wolle, müsse sich auch kommunal engagieren, so der 55-jährige Hornsteiner, der sich für den Nahverkehr, Fahrradwege und die Digitalisierung einsetzen möchte.

Mit Esra Böse folgt nun das dritte Mitglied der Schongauer FamiIie dem Ruf in die Kommunalpolitik. Schwiegermutter Ilona und Ehemann Sebastian kandidieren bei der SPD. Die 36-jährige hat türkische Wurzeln, es sei schön, in beiden Kulturen leben und diese teilen zu dürfen. Schon allein beruflicher Natur stehen alle Bauaufgaben im Interesse der Architektin, die sich auch „nachhaltiges Denken“ auf die Fahne geschrieben hat. Auf der Liste finden sich weitere Familienbande, ganz vorneweg mit Markus Keller, Lebensgefährte von Bettina Buresch. Sein Ziel: „Dass man in Schongau ohne Auto leben kann.“ Insgesamt müssten Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Menschen überhaupt ökologisch leben könnten.

Auch bewerben sich zwei Schwestern um einen Platz: Teresa (25) und Janaina Subiabre Haseitl (23 Jahre alt). Die Jüngste ist Amelie Schmidt. Die 19-jährige Schülerin besucht den Technischen Zweig der FOS in Landsberg und ist aufgerüttelt durch den Klimawandel. Derzeit könne sie sich noch nicht vorstellen, wie ihre künftigen Kinder einmal in dieser Welt leben sollen. Den ÖPNV will sie ebenfalls anpacken, vor allem eine Lösung für die Strecke nach Landsberg finden. „Ich hasse das Autofahren, ich habe Angst davor, aber es ist unmöglich, darauf zu verzichten.“

Schongau ist nicht der jüngste Grünen-Ortsverband im Landkreis

Manuel Neulinger, Sprecher der Kreis-Grünen und an diesem Abend Wahlleiter, zeigte sich sehr zufrieden mit der Listenaufstellung. Im Landkreis passiere derzeit viel bei den Grünen, Schongau, im Mai gegründet, ist nicht einmal mehr der jüngste Ortsverband, es folgten noch Bernried und ganz aktuell Oberhausen. Als Hilfe bei der Aufstellungsversammlung hatte sich auch Heike Dietrich angeboten, Sprecherin beim Grünen-Ortsverband in Peiting. Schon Buresch hatte zuvor die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn betont. „Das ist gelebtes Ikek“, so Buresch. Bei der Zusammenarbeit im Interkommunalen Entwicklungskonzept der Nachbargemeinden sei „noch recht viel Luft nach oben, aber wir machen es bereits“. Insgesamt habe man sowohl beim Ikek als auch beim Isek (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) „bereits viele grüne Spuren hinterlassen“.

Von 16 abgegebenen Wahlzetteln waren auch 16 gültig. Damit im März bei einer reinen Listenwahl keine Stimme verloren geht, wurden die ersten sieben Plätze doppelt belegt.

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Sechs Podiumsdiskussionen werden Weilheimer Tagblatt, Penzberger Merkur und Schongauer Nachrichten ab Mitte Januar Podiumsdiskussionen durchführen, um die Bewerber für die Bürgermeisterposten in den fünf großen Landkreis-Gemeinden sowie die Landrats-Kandidaten vorzustellen. Ein Überblick.

Alle Infos und News zur Kommunalwahl 2020 im Landkreis Weilheim-Schongau finden Sie immer aktuell auf unserer großen Themenseite.

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