+
Probearmband: Marlene Pausackl legt dem Studenten Dominik Baum ein Patientenbändchen um. Links im Bild: Ärztlicher Direktor Dr. Wilhelm Fischer.

Ab Montag in der Krankenhaus GmbH

Patientenarmband für mehr Sicherheit

  • schließen

Ab Montag werden alle Patienten in der Krankenhaus GmbH über ein Armband digital erfasst. Was sich in großen Häusern längst bewährt hat, soll auch in Schongau und Weilheim Standard werden – nicht nur wegen der Zeitersparnis, sondern vor allem im Hinblick auf die Patientensicherheit.

Weilheim-Schongau– Es ist nur ein kleines, weißes Bändchen, aber es hat es in sich: Über einen Barcode können die persönlichen Daten jedes Patienten abgelesen werden. Die Informationen, die sich hinter den Strichen verbergen, sind Name, Vorname, Geburtsdatum, die Fallnummer und die Patienten-ID. „Wir wollen die Sicherheit optimieren“, erläutert Dr. Wilhelm Fischer, Ärztlicher Direktor bei der Krankenhaus GmbH. Dies gilt für alle Patienten, ist aber insbesondere für jene wichtig, die mal rasch in eine andere Abteilung verlegt werden müssen oder zur OP vorgestellt werden. „Es klingt nach einer Fußfessel, man ist aber natürlich kein Gefangener – man möchte Verwechslungen vorbeugen“, macht Fischer die Wichtigkeit dieser Neuerung deutlich. Wenn nun ein Patient Müller, Huber oder, wie er, Fischer heiße, könne es zu einer falschen Zuordnung kommen – Horrormeldungen, wie ein zu Unrecht amputiertes Körperteil, habe es aber natürlich in der Krankenhaus GmbH nie gegeben.

Wichtig ist das Armband für alle, wie Fischer deutlich macht. „So kann man sich etwa in der Aufwachphase nach einer OP absolut sicher fühlen.“ Hilfreich seien die Informationen auch bei jenen Patienten, die sich z.B. wegen Demenz nicht richtig artikulieren können oder bei denen es wegen Schwerhörigkeit zu Fehlinformationen kommen kann. Das sieht auch Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, so, zumal gerade in Schongau die Altersmedizin weiter ausgebaut wird. „Es geht nicht darum, den Patienten zu ärgern, jeder soll das Bändchen tragen, damit man immer eindeutig identifizierbar ist.“

Fischer hält das Patientenarmband für „einen großen Schritt“, der mit der weitreichenden Digitalisierung in allen Bereichen nicht zuletzt auch eine Erleichterung im Krankenhausbetrieb ist – die Daten müssen nicht mehr mühsam per Hand übertragen werden, sondern sind binnen Sekunden exakt erfasst und werden automatisch in das richtige Formulars eingefügt.

Die Idee, dieses Patientenarmband in der Krankenhaus GmbH einzuführen, gibt es schon länger, konkret angegangen sei man das Thema dann ab Sommer 2017, erläutert Marlene Pausackl, Leiterin Qualitätsmanagement der GmbH. Man habe sich der Erfahrung anderer Häuser bedient, den Anbieter sorgfältig ausgewählt und einiges ausprobiert. Mit dem Ergebnis ist Pausackl sehr zufrieden: „Das Armband ist allergievermeidend, sehr hautverträglich und hat einen angenehmen Tragekomfort.“ Die QM-Leiterin hat das Armband selbst über ein Wochenende hinweg ausprobiert. „Wenn jemand besonders empfindlich ist, könnte man darunter auch noch eine Binde tragen.“ Das Armband gibt es in drei Größen – für Erwachsene, Kinder und Säuglinge. In der Geburtsstation und in der Notaufnahme hat es auch bisher schon Patientenarmbänder gegeben, allerdings waren diese ganz einfach gehalten –, und eben nicht digital.

Los geht es am Montag. Die Mitarbeiter der Krankenhaus GmbH sind bereits geschult. Das Armband gibt es ausnahmslos für alle Patienten, sobald diese im Haus sind. Ausgegeben wird es von der Patientenaufnahme ebenso wie in der Notaufnahme oder am Empfang. Sollte es aus irgendeinem Grund abgenommen werden müssen, wird es in der gleichen Abteilung wieder erneuert.

Und wer, aus welchen Gründen auch immer, sich gegen das Plastikbändchen sträubt, darf auch ablehnen, dieses zu tragen. Allerdings muss man dann eine Erklärung unterschreiben, dass dies auf eigene Verantwortung geschieht. Nach der Erfahrung in anderen Krankenhäusern ist die Akzeptanz des Patientenarmbands jedoch hoch, eine Ablehnung komme sehr selten vor. Und um seine Daten fürchten muss man ohnehin nicht. Im Gegenteil wünscht sich die GmbH sogar, dass jeder Patient das Bändchen am Ende seines Aufenthalts zurückgibt. Lippmann: „Da appellieren wir an die Patienten, die Bändchen nicht einfach wegzuwerfen – sie sollen im Datenmüll entsorgt werden.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gelebte Bergmanns-Tradition in Peiting
Auch 50 Jahre nach der Schließung der Schachtanlage lebt in Peiting die Tradition der Bergleute fort. Dies wird bei der Ausstellung deutlich, die am 30. Juni im Museum …
Gelebte Bergmanns-Tradition in Peiting
Keine leichte Kost
Spannung pur am Donnerstagabend im Saal des Schongauer Ballenhauses. Wie würde das Urteil ausfallen? Würde der Angeklagte Major Lars Koch schuldig gesprochen werden? …
Keine leichte Kost
AfD-Bundesvorsitzender kommt nach Weilheim - Die Stadt wappnet sich
Am 3. Juli findet in Weilheim eine große Veranstaltung mit dem AfD-Bundesvorsitzenden Prof. Dr. Jörg Meuthen statt. Grüne, SPD und ÖDP rufen zur Gegendemonstration auf. …
AfD-Bundesvorsitzender kommt nach Weilheim - Die Stadt wappnet sich
Kreisausschuss bestimmt Galgenfrist für Metropolregion
Nach der jüngsten Debatte, ob der Landkreis aus der Metropolregion München austreten will, hat der Kreisausschuss erneut über das Thema diskutiert. Resultat: ein Jahr …
Kreisausschuss bestimmt Galgenfrist für Metropolregion

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.