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Er ist der Neue: Dr. Jochen Dresel (rechts) übernimmt die Chefarzt-Nachfolgte von Dr. Wilhelm Fischer (links) in der Klinik für Innere Medizin am Krankenhaus Schongau. Darüber freut sich auch Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann. 

Krankenhaus Schongau

Ärztlicher Direktor im Teil-Ruhestand

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Personalwechsel auf einem Chefsessel: Mit Dr. Jochen Dresel wird ein Spezialist im Bereich der Gastroenterologie neuer Chefarzt der Inneren Medizin am Schongauer Krankenhaus. Der neue Mann in Weiß löst Dr. Wilhelm Fischer ab, der nach wie vor im Hintergrund arbeitet und dem Haus bis auf Weiteres als Ärztlicher Direktor erhalten bleibt.

Schongau – Einmal mehr dreht sich das Personalkarussell am Schongauer Krankenhaus: Dr. Wilhelm Fischer, Ärztlicher Leiter und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Schongauer Krankenhaus, verabschiedet sich vom OP-Tisch. In seiner Funktion als Chefarzt wird er von Dr. Jochen Dresel abgelöst – ein neues Gesicht im Haus, mit dem einmal mehr ein Fachbereich in Sachen Technik und Spezial-Wissen aufgewertet werden kann.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Von Fischer muss sich das Haus nicht verabschieden. Als Ärztlicher Direktor bleibt er der Krankenhaus GmbH erstmal weiterhin mit den administrativen Aufgaben dieser Funktion erhalten. Gott sei Dank. Handelt es sich doch um einen Posten, um den sich die angestellten Krankenhaus-Ärzte nicht gerade reißen. Wie lange? „Das hängt von der Politik, vom Aufsichtsrat und vom Kreistag ab“, so Fischer.

Die Innere Abteilung übergibt Fischer offiziell zum 1. Juli an Nachfolger Dresel. Fischer bleibt unter anderem auch als Experte für Schrittmacher im Haus, arbeitet „im Hintergrund“, wie er selbst erklärt. Das Skalpell allerdings legt er ein für allemal beiseite. Drei Jahre in Dreifach-Funktion – Ärztlicher Direktor, Chefarzt und zugleich Operateur. Davon zwölf Monate, in denen die Abteilung vom geschlossenen Standort Peißenberg neu in Schongau integriert werden musste. Das hat gezehrt.

Der Krankenhaus GmbH habe Fischer gut getan, betont Geschäftsführer Thomas Lippmann. „Die Patientenzahlen sind deutlich gestiegen“, schreibt er Fischer und dessen Team auf die Fahnen.

Ein Aufwärts-Trend, der sich mit Neuzugang und Fachmann Dresel fortsetzen dürfte. Was hat Dresel bewegt, vom Speckgürtel München an eine Land-Klinik zu wechseln? Zum einen ist es die bittere Erfahrung, die er zum Jahresende als Leitender Arzt der Gastroenterologie und Allgemeinen Inneren Medizin an einer Privatklinik in Starnberg machen musste. Die Zahlen waren gut, die Gewinne deutlich im Plusbereich – nur leider nicht hoch genug. Die Klinik wurde von heute auf morgen geschlossen. Sein erster Eindruck vom Haus in Schongau: „Es ist ein kommunales Haus, in dem frischer Wind weht. In großen Teilen schön renoviert, apparativ gut ausgestattet.“

Neuer Chefarzt hat bittere Erlebnisse an Privatklinik erfahren

Tatsächlich scheint die Krankenhaus GmbH einen Weg zu beschreiten, der goldrichtig ist: Nur wer investiert – und als Landkreis auch ein Draufzahlgeschäft in Kauf nimmt – kann in der prekären Lage einer ländlichen Klinik noch überleben. Denn: Gute Fachärzte, die wiederum medizinisches Know-How mitbringen, sind umworben, entscheiden sich nicht für eine abgehalfterte Bruchbude. Und: Patienten, die der Krankenhaus GmbH unterm Strich wieder Einnahmen bescheren, gehen eben auch nicht gern zum Feld-Wald-und-Wiesen-Arzt.

Noch attraktiver werden, noch mehr Patienten erreichen: Genau darauf zielt das Konzept der Krankenhaus GmbH ab, das mit dem Neuzugang Dresel einmal mehr aufzugehen scheint. Das Spezialisten-Team sei erweitert, so Fischer. Nicht nur, dass die komplette Land-Bevölkerung damit unter gesundheitspolitisch widrigen Umständen in jeder Hinsicht im Landkreis vor Ort versorgt werden könne. „Auch die Akut-Versorgung im näheren Umkreis ist gewährleistet.“ Sprich: Jeder Notfall-Patient kann in Schongau von einem entsprechenden Spezialisten sofort umfassend betreut werden.

Auf den vorhandenen Lorbeeren ausruhen also? Keine Option für Geschäftsführer Lippmann. „Die Bedingungen werden schwerer.“ Der Entwicklung im Gesundheitssektor, was die Konzentration auf Ballungszentren betreffe, „müssen wir noch mehr entgegentreten. Also müssen wir überlegen: „Was wird der nächste Schritt sein?“ Private Träger könnten sich die Felder herauspicken, die Geld brächten. „Wir versorgen alle. Ja, wir machen Verluste. Aber mit der Gewissheit, dass wir alle Mittel für den Patienten einsetzen.“

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