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An der Marktoberdorfer Straße wird ein Kreisel gebaut für Haus für Kinder, Gartenweg und Schulzentrum.

Marktoberdorfer Straße

Kreisel am Schulzentrum kommt 2019

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Planungen für den Kreisverkehr an der Marktoberdorfer Straße beim Schulzentrum werden konkret. Der Stadtrat hat den Entwurf inklusive Straßensanierung für 2,3 Millionen Euro beschlossen. Uneinigkeit herrschte nach wie vor über die Hol- und Bring-Zone, aber sie wird gebaut.

Schongau– Die Marktoberdorfer Straße ist die zentrale Ortsdurchfahrt Schongaus, 13 000 bis 14 000 Fahrzeuge passieren diesen Bereich im Schnitt, darunter viele Lkw. „Das ist kein einfaches Unterfangen“, so Holger Theisen vom beauftragten Ingenieurbüro für Bauwesen in Sonthofen, der die Entwurfsplanung in der jüngsten Stadtratssitzung vorstellte.

Bereits im Februar 2017 hatte der Stadtrat sich für die Variante Knotenpunktumbau Marktoberdorfer Straße mit Zufahrt Bürgermeister-Lechenbauer-Straße und Anbindung des Kinderhauses und des Gartenweges entschieden. Die Straße weise große Mängel auf, vor allem, weil der Unterbau in Bewegung sei.

Der Kreisverkehr wird im Vollausbau ausgeführt und bekommt einen Durchmesser von 30 Metern. Gleich mehrere Stadträte, allen voran Armin Schleich (SPD), hinterfragten, ob denn dieser Durchmesser für Sattelschlepper und Gelenkbusse wirklich ausreiche. Man erinnerte an die peinlichen Nachbesserungen am Europakreisel und die Anfangsprobleme bei der Kanalbrücke – „da bin ich ein gebranntes Kind“, so Schleich. Theisen hatte für die gesamte Planung per Computeranimation immer wieder dargestellt, dass man planerisch auf der sicheren Seite sei. „Das wurde schon mehrfach so gebaut, das funktioniert“, versicherte der Architekt. Große Fahrzeuge können den inneren Ring des Kreisels mitnutzen.

Beide Bushaltestellen bleiben wie bisher erhalten, werden aber barrierefrei ausgeführt. Am Knotenpunkt ist eine Querungshilfe an der Marktoberdorfer Straße vorgesehen, allerdings ohne Zebrastreifen, wie von Siegi Müller (ALS) bemängelt wurde. Eine zweite Querungshilfe wird im Bereich Einmündung Gartenweg entstehen. Richtung Gartenweg entsteht eine neue Verbindungsstraße. So können auch die zusätzlichen Parkplätze für das Schulzentrum und das Haus für Kinder angebunden werden. Der Gehweg bekommt eine Breite von mindestens 2,10 Meter.

Nicht zuletzt wird auch die Fahrbahn der Marktoberdorfer Straße saniert. Diese ist zum Teil stark beschädigt, Spurrillen und Risse sind nicht mehr zu übersehen. Zwischen der derzeitigen Einmündung des Gartenwegs bis zur Einmündung Fanschuhstraße soll die Deckschicht erneuert und in Flüsterasphalt ausgeführt werden. Dies ist lediglich im Bereich des Kreisels nicht möglich, wie Theisen erläuterte. Gleich mitgemacht werden soll der Bereich zwischen der Einmündung der Staatsstraße an der Spinne bis zur Marktoberdorfer Straße. Untersucht werden soll auch, ob für Fahrradfahrer ein Schutzstreifen auf der Fahrbahn angebracht werden kann. Der derzeit geplante Radweg des Landkreises müsse Eingang in die Planung finden, forderten verschiedene Stadträte, ein Konzept wurde hierfür beauftragt.

Natürlich sollen die Schüler aber hauptsächlich die Fußgängerunterführung bei der Realschule nutzen, wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich betonte. Diese muss ebenfalls saniert werden. Eine Planung gibt es noch nicht, aber voraussichtliche Kosten: rund 140 000 Euro. Den Rahmen absolut sprengen würde die Idee, die Unterführung so weit zu verbreitern, dass Radfahrer nicht absteigen müssen.

Ohne die Sanierungskosten für die Unterführung kommen insgesamt 2,3 Millionen Euro zusammen. Der Kreisverkehr alleine kostet nach einer ersten Berechnung rund 1,1 Millionen Euro (inklusive Nebenkosten). Zumindest Letzterer wird gefördert, und zwar mit rund 60 Prozent der Baukosten.
Die Ausschreibung soll im Dezember erfolgen, gebaut werden könne ab Mitte/Ende März, so die Vorstellung des Architekten. Bei einer Bauzeit von fünf bis sechs Monaten sollen Kreisverkehr und Straßensanierung möglichst bis Schuljahresbeginn 2019 fertig sein.

Pro und Contra „Kiss & Ride“-Zone am Schulzentrum

Allein mit rund 372 000 Euro schlägt die künftige Bring- und Holzone am Schulzentrum zu Buche. „Kiss & Ride“ sorgte in der Stadtratssitzung erneut für lange Diskussionen und eine eigene Abstimmung – schon bei den Vorberatungen 2017 war das Gremium hierüber gespalten gewesen. Angelegt wird die 100 Meter lange Bringzone, in der bis zu zehn Autos hintereinander Platz haben sollen, nördlich des geplanten Kreisels und nördlich der Bushaltestelle. 

„Damit habe ich Bauchweh“, hatte schon Ilona Böse (SPD) betont, die für das Projekt insgesamt die Bremse ziehen wollte. Dies auch im Hinblick auf die Baustellen im Umkreis, was andere Stadträte ebenfalls hervorhoben. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich betonte, dass man in Zusammenarbeit mit den Schulen alles mögliche versucht habe, die Eltern davon abzuhalten, ihre Kinder bis vor die Türe zu fahren – vergeblich. „Jeden Tag entstehen gefährliche Situationen.“

 Davon wusste auch Gregor Schuppe (ALS) ein Lied zu singen, selbst Lehrer in Schongau. „Letztens ist ein Auto im Kiesbett am Klettergerüst versackt.“ Die Polizei solle damit aufhören, nur zu verwarnen. Bettina Buresch (ALS) wiederum berichtete, dass „die komplette Lehrerschaft der Realschule die Hol- und Bringzone ablehnt. Unser Ziel sollte es sein, Rad- und Fußgängern den Weg zu erleichtern.“ Ralf Schnabel (UWV) sah das anders: „Ich bin der Meinung, dass wir die Eltern nicht erziehen müssen, aber vielleicht sollte es ,Kiss & Go’ heißen.“ Robert Stöhr (CSU), ebenfalls Lehrer, hingegen meinte, man müsse unbedingt jedes Risiko minimieren. „Jedes Kind, das dort aussteigt, steigt sicherer aus.“ Mit 13:10 Stimmen wurde für „Kiss & Ride“ gestimmt. Für diesen Bauabschnitt müssen größere Bäume fallen

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