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Spaß hat man hier schon lange - jetzt wird das Spaßbad Plantsch als Bank-Ersatz genutzt.

Es geht um sechsstellige Beträge

Wegen Zinskrise: Kunden nutzen Spaßbad Plantsch als Bank-Ersatz

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Das Schongauer Spaßbad Plantsch hat ein ungewöhnliches Problem: Es weiß langsam nicht mehr wohin mit dem ganzen Geld, das sie von den Stammkunden im Voraus bekommen. Der Chef im Interview:

Schongau - Gute Nachrichten aus dem Schongauer Spaßbad Plantsch: Weil sich das Geschäft nicht zuletzt durch die Sauna-Erweiterung so positiv entwickelt, kann mindestens ein Jahr komplett auf Preiserhöhungen verzichtet werden. Wir sprachen mit Plantsch-Geschäftsführer Andreas Kosian über künftige Investitionen und warum das Bad fast zum Kreditinstitut wird.

Herr Kosian, Sie melden gute Nachrichten aus dem Plantsch.

Andreas Kosian erklärt die Hintergründe.

Kosain: Ja. Der Geschäftsverlauf entwickelt sich seit Inbetriebnahme der Saunaerweiterung sehr positiv. In den vergangenen 14 Monaten hat sich das Betriebserergebnis um rund 200.000 Euro verbessert, weil vor allem die Besucherzahlen im Saunaland weiterhin um deutlich zweistellige Prozentsätze nach oben gingen. Aber auch im Badbereich sind die Besucherzahlen stabil bis leicht steigend. Weil gleichzeitig auch die Erlöse aus der Gastronomie gestiegen sind, können wir bis mindestens April 2019 auf eine Preiserhöhung in Badewelt, Freibad und Saunaland verzichten.

Wann wurden die Preise zuletzt erhöht?

Kosain: Das ist vor allem im Badebereich für Kinder schon lange her, das war 2010. Bei Erwachsenen wurde dort 2015 das letzte Mal erhöht, im Saunaland logischerweise nach der Erweiterung 2016. Zwar haben wir auch steigende Kosten, aber die werden von den Mehrerlösen mehr als ausgeglichen. Wir haben die Preise der Wettbewerber analysiert, da wäre eine Erhöhung durchaus vertretbar. Der Verwaltungsrat möchte aber bewusst das hervorragende Preis-Leistungsverhältnis wahren und das Kernangebot nicht ohne Not verteuern. Das Schwimmen und die Attraktivität der Freizeitgestaltung im Schwimmbad soll für die Bürger bewusst so preiswert wie möglich gehalten werden.

Können Sie trotzdem notwendige Investitionen tätigen?

Kosain: Das ist durch die Mehrerlöse möglich. Da geht es um technische Anlagen und notwendige Ersatzvornahmen, die wir ohne Kreditaufnahme schaffen können.

Ich denke da eher an die Wasserrutsche, die in den nächsten Jahren erneuert werden muss. Wie ist dort der Stand der Dinge?

Kosain: Das ist fortwährend Thema in den Sitzungen. Es gibt im Verwaltungsrat eine positive Willensbildung, dass man an einer Rutsche festhalten will, allerdings ist die Finanzierung im Umfeld der vielen städtischen Herkulesaufgaben ein großes Problem. Vorausgesetzt wir finden eine Finanzierungsmöglichkeit, ist das Jahr 2021 nach dem Abschluss der Schulneubauten ein realistischer Horizont für die Umsetzung. Neben der hohen Investitionssumme bindet so ein Projekt im Stadtbauamt einiges an Kräften, aber dieser Zeitrahmen wäre sowohl von der Haltbarkeit der Rutsche als auch von der Gesamtlaufzeitbetrachtung aller technischen Anlagen noch sinnvoll. Entscheidden wird aber letztlich der Stadtrat.

Ein Problem gibt es aber offenbar mit den Geldwertkarten.

Kosain: Problem würde ich das nur bedingt nennen. Derzeit ist es so: Wer eine Geldwertkarte kauft, etwa für 250 Euro, bekommt dafür bis zu 30 prozent Rabatt auf Eintrittstarife. Doch wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase hat sich das Geldvolumen dieser Kundenvorauszahlungen in den letzten Jahren fast verzehnfacht! Die Stammkunden legen ihr Geld lieber im Plantsch an als bei ihrer Hausbank.

Das ist doch toll – damit haben Sie stets liquide Mittel zur Verfügung, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen.

Kosain: Das schon, wir können diese Liquidität auch in einem gewissen Rahmen gut gebrauchen. Doch mittlerweile geht es um mittelgroße sechsstellige Beträge, die unser Bad-Nutzer in diesen Geldwertkarten angelegt haben. Weil die Sparkasse Oberland seit März Verwahrgebühren für die hohen Vorauszahlungen berechnet, mussten wir reagieren.

Das heißt, das Plantsch muss bei der Bank jetzt Strafzinsen zahlen?

Richtig. Eine stetig wachsende Zahl an Stammkunden hat ihr Geld quasi bei uns angelegt und Zinsen in Form eines bis zu 30 Prozent günstigeren Eintritts bekommen. Wer regelmäßig kommt, kann dadurch viel Geld sparen.

Heißt das, die Rabatte werden abgeschafft?

Kosain: Nein, natürlich nicht. Aber sie werden etwas abgesenkt, damit der Anreiz nicht mehr gar so hoch ist. Wer eine Geldwertkarte bis 150 Euro kauft, bekommt künftig statt zehn noch fünf Prozent Rabatt auf den Eintrittspreis. Bei Guthabeneinzahlungen bis 250 Euro sind es zehn, über 250 Euro 15 Prozent, also jeweils fünf Prozent weniger als vorher. Wer direkt aus Schongau kommt und den Eintritt per Geldwertkarte zahlt, bekommt außerdem unverändert weiter den bisherigen Einheimischentarif, der zusätzlich auf Badtarife gewährt wird.

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