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Das Ensemble Lafalott bei der Weltmeisterschaft im Meerschweinchenkäfigausmisten (v.l.): Diana, Thomas, Franz am Keyboard, Sonja, und am Boden liegt Petra.

„Lafalott“ im Schongauer Brauhaus

Herrliches Improtheater zündet Slapstick-Feuerwerk

Verrückt, skuril und höchstvergnüglich zeigte sich das Programm „Sappralott“ des Ensembles „Lafalott“ aus Fuchstal, das mit seinem Improtheater das Publikum im Schongauer Brauhaus schon nach ein paar Sekunden im Griff hatte. Eine gelungene Premiere, die nach Wiederholung schreit. 

Schongau Die Weltmeisterschaft im Meerschweinchenkäfigausmisten am Freitagabend im Schongauer Brauhaus lief böse aus dem Ruder. Hilflos mussten die rund 40 Gäste mit ansehen, wie sich die Favoritin aus Russland und die Außenseiterin aus Australien heftig in die Haare gerieten. Die Russin schmierte allen Ernstes ihrer Gegnerin die Hinterlassenschaften ihres Meerschweinchens ins Gesicht, ging dann aber zu Boden, als die Australierin ihr wütend die Trinkflasche ihres Tieres über dem Kopf ausleerte. Und das war dann auch das Aus für die Favoritin aus Russland. Wortlos ging das Gefecht zu. Im Zeitlupentempo sah man fassungslos die Handlungen der Streitenden, kommentiert nur von der etwas entrückt wirkenden Siegerin der letzten Weltmeisterschaft und dem Moderator der Show.

Verrückt, skuril und höchstvergnüglich zeigte sich das Programm „Sappralott“ des Ensembles „Lafalott“ aus Fuchstal, das mit seinem Improtheater das Publikum schon nach ein paar Sekunden im Griff hatte. Denn das Theater was die Schauspieler Diana, Petra, Sonja und Thomas mit Franz am Keyboard da boten, war kein einstudiertes Stück. Improtheater lebt von Ideen aus dem Publikum. Niemand weiß so genau, wie der Abend verläuft, denn die Vorgaben der Besucher sind ausschlaggebend für das weitere Geschehen.

Langweilig ist so etwas mitnichten. Im Gegenteil. Geschickte Fragerei nach Vorlieben der Gäste, beispielsweise dem Lieblingsort, der bevorzugten Speise, der Lieblingsfarbe, eine besondere Tätigkeit, die sie an diesem Tag gemacht hatten – all das riefen die Gäste den Schauspielern eifrig zu und diese bastelten dann daraus ihre Sketche. Und das war wirklich eine wahre Kunst. Licht an, Ton ab, Film läuft, rief man gemeinsam und es ging los. Zwei Schauspieler spielten eine Szene, die dann abrupt stoppte, quasi beim Gestikulieren einfror, und die anderen beiden übernahmen eben diese Gesten, verwandelten das Ganze aber in eine andere Szenerie. Diese geschickte Improvisation entpuppte sich dann als ein Feuerwerk an Slapstick, das zu Lachsalven seitens des Publikums führte.

Und es wurde immer bunter und lustiger. Man sah die 389. Folge einer chinesischen Serie – nach Eingabe aus dem Publikum „Dr. Ling‘s Entdeckungen“ betitelt – die aber Fehler bei der Synchronisation aufwies. So hörte man in dieser Folge, bei der es um einen „Jaderasierer“ ging, manchmal den Originalton. Blitzschnell wechselten die Schauspieler dann, während sie über die Vorzüge dieses speziellen Jaderasierers (ein vollkommen verrückter Einfall eines Gastes) debattierten, in ein fiktives chinesisches Kauderwelsch. Auch hier zeigte das Ensemble eine Höchstleistung in Sachen Schauspielkunst.

Harfe spielen auf dem Eierschneider

Thomas musste dann mal kurz vor die Tür, da er nicht hören soll, was er als später auftretender verrückte Professor für eine Erfindung mitgebracht hat. Denn diese dachte man sich im Publikum aus. An diesem Abend war es ein Eierschneider, auf dem man Harfe spielen und mit dem man obendrein auch noch die Fenster putzen konnte. Eine schwierige Aufgabe für Schauspielerin Sonja, die ihrem Kollegen ausschließlich pantomimisch die Erfindung erklären musste, indem sie seine Hände imitierte. Die ganze Szene war so ausgeklügelt und so vollkommen neu in ihrer Art, dass man einfach nur jubeln musste. Natürlich „erinnerte“ sich der verrückte Professor nach einer gewissen Zeit wieder an „seine“ Erfindung unter frenetischem Applaus des Publikums.

Es war eine Premiere für „Lafalott“ am Freitagabend im Schongauer Brauhaus. Und man hofft natürlich, dass es hier nicht das einzige Mal war, dass man dieses herrliche Improtheater miterleben konnte. 

 REGINA WAHL-GEIGER

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