+
Sabine und Jürgen David haben für ihre Fahrschule „David“ einen Elektro-Tesla angeschafft, mit dem der Automatikführerschein gemacht werden kann.

Führerschein bleibt gefragt

Fahrschulen im Landkreis platzen aus allen Nähten - Kritik an Plänen des Verkehrsministers

  • Franziska Florian
    VonFranziska Florian
    schließen

Verkehrsminister Andreas Scheuer will Änderungen bei der Führerscheinprüfung vornehmen, um den Automatik-Führerschein attraktiver zu machen. Nicht alle Fahrlehrer im Landkreis Weilheim-Schongau heißen das gut. Vor allem, weil die Fahrschulen aus allen Nähten platzen.

Landkreis – Dass immer weniger Jugendliche oder junge Erwachsene den Führerschein machen, können die Fahrschulen im Landkreis Weilheim-Schongau nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil, findet Fritz Hohenadel von der „ABC-Fahrschule“ in Peißenberg, Hohenpeißenberg und Huglfing. „Auf dem Land ist auf jeden Fall der Bedarf nach einem Führerschein da“, sagt der Fahrschulbesitzer.

Das sieht auch Sabine David der Fahrschule „David“ in Weilheim und Penzberg so. „Vielleicht nimmt in der Stadt die Zahl an Jugendlichen, die den Führerschein machen, ab, aber nicht im ländlichen Bereich“, so David. Armin Huber, Besitzer der gleichnamigen Fahrschule in Schongau, erklärt, dass die Fahrschulen „übervoll“ seien. „Das hängt auch mit dem Fahrlehrermangel zusammen“, sagt Huber.

Immer weniger Fahrlehrer würden nachkommen. „Für die Ausbildung braucht man Abitur oder die Mittlere Reife mit abgeschlossener Berufsausbildung“, so David. Auch die psychologischen Tests und jährlichen Überprüfungen schrecken viele bei diesem Berufsfeld ab, sagt Hohenadel. Der Anspruch an Fahrlehrer werde immer größer, was ein Grund sei, dass der Nachwuchs in diesem Beruf ausbleibt, so der Fahrschulbesitzer.

Zu den Plänen von Verkehrsminister Andreas Scheuer, Änderungen bei der Führerscheinprüfung vorzunehmen, um den Automatik-Führerschein attraktiver zu machen und damit die Elektroauto-Mobilität zu fördern, haben die Fahrschulen gemischte Meinungen. Der Inhaber der Fahrschule „Armin Huber“ finde es in der heutigen Zeit „nicht verkehrt“, er befürworte die Änderungen. Hohenadel hingegen denkt, dass die neue Regelung „ein Schmarrn“ ist, da bei der Herstellung der E-Autos „wesentlich mehr Energie verwendet“ werde.

Sabine David ist zwar grundsätzlich für die neue Regelung, findet aber, „dass die Verkehrsdichte und das Verkehrsverhalten zugenommen haben und man da eher darauf schauen sollte, als aufs Schalten“. Die Fahrschule „David“ hat auch einen Elektro-Tesla für die Fahrstunden angeschafft, der immer mehr angefragt werde. Die Fahrlehrerin ist der Meinung, ein zusätzliches Training für das Fahren mit Schaltung genüge, wenn man die Prüfung mit einem Automatik-Auto absolviert hat.

Fahrschulleiter Huber aus Schongau ist sich sogar sicher, dass dann nur noch ein Fahrtraining benötigt wird. „Die Automatikregelung wird fallen, egal was kommt“, sagt er.

Auch interessant:

Apotheker und Ärzte im Landkreis sind besorgt: Mehr als 250 Medikamente sind derzeit nicht lieferbar, darunter auch stark wirksame, die nicht ersetzt werden können.

Nach Volksbegehren: BDM sucht Dialog mit den Verbrauchern

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare