Zu Gast bei der Firma ISOG in Weilheim und deren Geschäftsführer Martin Sackmann (2.v.r.) waren am gestrigen Donnerstag die „bayme vbm“-Vertreter (v.l.) Jürgen Müller, Reinhard Kindler und Dieter Faust.

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Informatiker händeringend gesucht

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Weilheim/Landkreis – Die Elektro- und Metallindustrie Oberland ist von Fachkräftemangel geplagt. Auch die politische Lage in der Türkei macht den Unternehmen zu schaffen.

Relativ niedrige Rohstoffpreise und ein günstiger Dollar-Euro-Wechselkurs kommen auch der Elektro- und Metallindustrie im Oberland zugute. Die Unternehmen dieser Branchen bewerten ihre konjunkturelle Lage laut einer Umfrage als gut. Doch ohne Probleme sind sie nicht: Zu schaffen machen ihnen unter anderem der Fachkräftemangel und die unsichere politische Lage in der Türkei. Das alles wurde bei einem Pressegespräch gestern in Weilheim verdeutlicht, zu dem die Arbeitgeberverbände „bayme vbm“ eingeladen hatten.

Seit 2014 schwarze Zahlen

„Es ist schwer, die richtigen Arbeitskräfte zu finden, gerade hier draußen auf dem Land“, sagte Martin Sackmann, geschäftsführender Gesellschafter beim Schleifmaschinen-Hersteller „ISOG Technology“ (früher „Michael Deckel“) in Weilheim, wo das Pressegespräch stattfand. Der Betrieb ist von aktuellen Entwicklungen im Ausland auf ganz spezielle Art betroffen: Zwei Wochen vor dem Putsch-Versuch eröffnete er eine Niederlassung in der Türkei, und in Großbritannien, wo nach dem „Brexit“ vieles noch unklar ist, hat er erst vor kurzem einen Händler zur Zusammenarbeit gefunden. Trotzdem setzt Sackmann auf eine weitere Expansion: „Wir müssen in neue Branchen, Märkte, Regionen.“ Seit 2014 schreibe ISOG schwarze Zahlen, davor habe der Betrieb „auch schwierige Zeiten“ erlebt.

Wie sie die aktuelle Situation einschätzen, dazu hatten 61 der 120 „bayme vbm“-Mitgliedsbetriebe im Oberland bei der Umfrage Auskunft gegeben. Die 61 Unternehmen repräsentieren laut Andreas Ebersperger von „bayme vbm“ rund zwei Drittel der Beschäftigten. Deren Zahl wächst laut Prognose im zweiten Halbjahr 2016 um etwa 600 auf rund 16 000. So hoch war diese Zahl seit etwa eineinhalb Jahrzehnten nicht.

Fast doppelt so viele wie im Vorjahr mit Export unzufrieden

Rund 60 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft als gut. Allerdings sind auch knapp neun Prozent mit der Geschäftslage beim Export unzufrieden, das sind laut Dieter Faust, Regionsvorsitzender bei „bayme vbm“, fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Nur knapp 17 Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass sich ihre Inlandsgeschäfte verbessern. Bei den Auslandsgeschäften sind es immerhin knapp 30 Prozent. Die durchschnittliche Nettoumsatzrendite, die die befragten Betriebe für dieses Jahr erwarten, liegt bei etwa vier Prozent.

Zufrieden mit dem Inlands- und Auslandsumsatz ist das Medizintechnik-Unternehmen „PARItec“, wie Geschäftsführer Jürgen Müller, bei der Pressekonferenz sagte. Der Betrieb hat in Deutschland etwa 350 Beschäftigte, rund 130 davon am Standort in Weilheim. Auch Müller sagte, es sei schwierig, geeignete Mitarbeiter zu finden. Doch habe sein Betrieb gute Erfahrungen damit gemacht, die „Fachkräfte von morgen“ selbst auszubilden.

Es fehlen vor allem Ingenieure, Informatiker und IT-Fachkräfte

„Nur noch knapp 40 Prozent der Unternehmen sehen keine Beeinträchtigung ihrer Geschäftstätigkeit durch den Fachkräftemangel“, sagte Faust. Es fehlten vor allem Ingenieure, Informatiker und IT-Fachkräfte. „Bei Informatikern gibt es in 53 Prozent der Fälle Probleme bei der Besetzung der Stellen“, so Faust. „39 Prozent der Stellen können aktuell gar nicht besetzt werden.“

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