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Die Busunternehmer (v.l.) Norbert Ortner, Christian Bob, Christoph Ortner, Roland Krieger, Florian Schweizer, Werner Bamberg, Anton Oppenrieder, Angelika Oppenrieder, Robert Koch, Michael Sprenzel und Benjamin Koch haben mit der aktuellen Situation zu kämpfen. 

Angst ist groß

Busunternehmer im Landkreis Weilheim-Schongau fürchten um Existenz

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Nicht nur die Geschäfte, die wegen des Coronavirus’ schließen, bangen um ihre Existenz. Auch die Busunternehmen im Landkreis Weilheim-Schongau fürchten, dass einige ihrer Betriebe schließen müssen. Deshalb haben sich Vertreter von fünf Busreiseunternehmen zu einem Krisengespräch getroffen.

Landkreis – „Wir sitzen alle im selben Boot und stehen vor dem Nichts“, eröffnet Anton Oppenrieder, Inhaber des gleichnamigen Busunternehmens in Eberfing, das Treffen der privaten Busunternehmer aus dem Landkreis Weilheim-Schongau. Viele der Unternehmer sind zusammengekommen, um über mögliche Lösungen, die sowohl für sie als Selbstständige aber auch für die Kunden passen, zu diskutieren.

Coronavirus-Krise: Busunternehmen machen erhebliche Verluste

Obwohl sie doch alle Konkurrenten sind, versuchen sie in dieser unsicheren Zeit zusammenzuhalten und gemeinsam die Existenzangst zu überwinden. Die Busunternehmer verstünden die notwendigen Einschränkungen der Regierung. Doch der Wegfall der Schullinien – bedingt durch das Schließen der Schulen – sei für viele „ein herber Schlag“, sagt Oppenrieder weiter. 

„Die Umsatzeinbrüche betragen je nach Betriebssituation 70 bis 100 Prozent“, erklärt der Busunternehmer. Sollte diese Situation also noch länger andauern, könnten zahlreiche Busunternehmen schließen und wären „nicht mehr flächendeckend“ im Landkreis Weilheim-Schongau vertreten. Die Anwesenden stimmten durch betretenes Schweigen und Kopfnicken zu.

„Saison ist gelaufen“ - Existenzängste werden immer größer

„Die Saison ist gelaufen“, meint Norbert Ortner, Inhaber von „Busreisen Ortner“. Denn eine Normalisierung innerhalb weniger Monate sei nicht realistisch, es dauerer Jahre, bis sich die Busunternehmen wieder stabilisieren können.

Deshalb gehe es jetzt vor allem darum, Schadensbegrenzung zu betreiben. „In der Zeit, in der eine Reisewarnung gilt, gibt es natürlich keine Stornokosten für die Kunden“, sagt Oppenrieder. Aber sollte jemand aktuell für einen späteren Zeitpunkt, für den es noch kein Reiseverbot oder eine Reisewarnung gibt, stornieren, wollen die Unternehmer einen einheitlichen Stornosatz verlangen. Damit würden die Kunden fair behandelt werden und auch die Busunternehmer würden in etwa die gleichen Verluste zu erwarten haben.

„Miteinander statt gegeneinander“, lautet Oppenrieders Devise. Denn alle hätten das gleiche Ziel: Ihre Existenz aufrecht zu erhalten, um weiterhin für ihre Kunden da zu sein.

Auch viele Geschäfte haben bereits geschlossen und bangen um ihre Zukunft. Doch in Weilheim war am letzten Tag der Geschäftsöffnungen nicht viel los.

Aufgrund der aktuellen Nachfrage nach Desinfektionsmittel ist der Markt wie leergefegt. Jetzt gehen die Apotheker im Landkreis Weilheim-Schongau neue Wege.

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