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Haben alle Vorbereitungen getroffen: (v.l.) Thomas Lippmann, Prof. Andreas Knez und Stefan Günther. 

Landkreis Weilheim-Schongau ist auf Coronavirus vorbereitet

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    Kathrin Hauser
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Auch wenn das Coronavirus im Landkreis noch nicht aufgetreten ist – die Krankenhäuser in Weilheim und Schongau haben sich auf infizierte Patienten vorbereitet. Sie warnen dennoch vor Panik. Weil viele Bürger verunsichert sind, ist die Nachfrage nach Mundschutzen teilweise groß – so groß, dass es Lieferengpässe gibt.

Landkreis– Schon am Vormittag, gleich nach der Pressekonferenz des Bayerischen Gesundheitsministeriums zum ersten mit dem Coronavirus infizierten Patienten, der im Landkreis Landsberg lebt und im Kreis Starnberg arbeitet, haben sich der ärztliche Direktor des Krankenhauses in Weilheim, Prof. Andreas Knez, Stefan Günther, der Leiter des Gesundheitsamtes, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und der Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, Thomas Lippmann, zusammengesetzt und besprochen, was zu tun ist, wenn das Coronavirus auch auf den Landkreis übergreift.

Denn auch, wenn das Virus nahe gerückt ist: „Uns liegen derzeit keine Verdachtsfälle vor“, sagte Knez bei einem Gespräch, bei dem die Presse gestern über den aktuellen Stand informiert wurde. „Dennoch haben wir alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen und sind an beiden Standorten vorbereitet“, so Knez. Vom Pförtner bis zur Reinigungskraft seien alle, die Kontakt mit Patienten hätten, darüber informiert, was im Fall der Fälle zu tun sei. Es wurde auf jeden Fall bereits eine Station eingerichtet: „Wenn ein Verdachtsfall eingeliefert wird, wird er auf einer speziellen Station isoliert“, sagte Knez.

Obwohl das Krankenhaus für den Ernstfall gewappnet ist, warnen die Fachleute vor Panik. „Das Coronavirus ist gleichzusetzen mit der Virusgrippe. Es ist nicht gefährlicher als eine handelsübliche Grippe“, sagte Knez. Menschen, die nicht durch andere Erkrankungen geschwächt seien, hätten die Viruserkrankung aus China nicht mehr zu fürchten als eine Infektion mit der Grippe.

Wer den Verdacht habe, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, solle sich am besten telefonisch mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen, riet Günther. Es lasse sich nicht ausschließen, dass Kollegen des am Coronavirus- Erkrankten im Landkreis leben, diese seien aber bereits vom Gesundheitsamt Starnberg darüber informiert worden, wie sie sich verhalten sollten.

Günther rät dazu, sich regelmäßig und gut die Hände zu waschen, um sich vor einer Virusinfektion zu schützen und nicht in Panik zu verfallen: „Die Virusgrippe ist mit Sicherheit derzeit das größte Problem“, so der Leiter des Gesundheitsamtes.

Das sehen die Menschen im Landkreis wohl nicht alle so: „Die Verunsicherung ist groß“, sagt Apotheker Philipp Kircher aus Peißenberg Bei ihnen in der „St. Ulrich Apotheke“ seien gestern und vorgestern viele besorgte Kunden aufgetaucht, die Mundschutze gekauft hätten. 30 bis 40 Stück – wesentlich mehr als sonst – sind in den vergangenen zwei Tagen verkauft worden. Und da sich viele Menschen auf diese Art vor dem Virus schützen möchten, gibt es inzwischen bereits Lieferschwierigkeiten beim Mundschutz.

Von Panik vor dem Virus kann in Schongau derzeit hingegen keine Rede sein. Uwe Janssen, Filialleiter der Brunnen-Apotheke am Marienplatz hat zwar mit ein, zwei Kunden über das Virus gesprochen – allerdings eher nebenbei, wie er sagt. Auch bei Joachim Lippl von der Stadt-Apotheke Penzberg informieren sich derzeit nur wenige Menschen über das Coronavirus – aber viele seien verunsichert. „Man muss die Zahlen in Relation setzten“, so Lippl.

Vereinzelt gibt es in der Stadt-Apotheke in Penzberg auch Nachfragen nach Mundschutz – „allerdings können wir die nicht bedienen“, sagt Lippl. Bundesweit sei der Vorrat aufgebraucht. Wohl, weil der Bestand größtenteils nach China verkauft wurde, so vermutet er.

Auch die Unternehmen im Landkreis ziehen Konsequenzen. So hat etwa der Hoerbiger-Konzern, der auch mit Standorten in China vertreten ist, bereits am Donnerstag für alle Mitarbeiter ein Reiseverbot von und nach China ausgesprochen. Außerdem wurden alle Mitarbeiter in China angehalten, ihre Neujahrsferien zu verlängern. „Wir beobachten die Situation vor Ort weiterhin genau und werden gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen“, so Jürgen Zeschky, CEO und Vorsitzender der Konzernleitung.

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