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Jörn Wiedemann (m.) will für die Unabhängigen als Landratskandidat antreten. Stolz auf den eigenen Bewerber sind Hans Geisenberger (l.) und Helmut Dinter. 

Kommunalwahl 2020

Gemeinwohl-Experte geht für die Unabhängigen als Landrats-Kandidat ins Rennen

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Die Unabhängigen wollen bei der Kommunalwahl im März wieder eigenständig antreten, um das Profil zu schärfen. Jetzt haben sie ihren Landrats-Kandidaten präsentiert. Es ist ein im Landkreis relativ neues Gesicht.

Landkreis – Zusammen mit der ÖDP haben die Unabhängigen seit zwei Wahlperioden eine Fraktionsgemeinschaft im Kreistag. Doch bereits im Juli hatten die Unabhängigen mitgeteilt, bei der Kommunalwahl im März wieder eigenständig antreten zu wollen, um das Profil zu schärfen. Unklar war noch, ob sie einen eigenen Landratskandidaten aufbieten werden. „Wir haben gesagt: Wenn wir jemanden finden, von dem wir zu 100 Prozent überzeugt sind, stellen wir einen Kandidaten auf“, sagt Unabhängigen-Urgestein und Mitgründer Hans Geisenberger. Die Suche war erfolgreich: Jörn Wiedemann (51) aus Prem wird für die Gruppierung ins Rennen gehen.

Dass die Unabhängigen nicht krampfhaft einen Kandidaten suchten, zeigt schon die Tatsache, dass sie erst das zweite Mal in ihrer 30-jährigen Geschichte einen Bewerber nominieren. 1996 war Wolfgang Taffertshofer aus Obersöchering, mittlerweile für die Bürger für den Landkreis (BfL) aktiv, der Premieren-Kandidat – er holte immerhin fast 23 Prozent der Stimmen und lag nicht weit weg von Inge Hecht (SPD), die es mit knapp 30 Prozent in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Luitpold Braun schaffte. So ein Ergebnis würde den Unabhängigen natürlich auch heute gefallen, wobei es nicht drei Kandidaten sind wie damals, sondern mindestens sechs – Tendenz steigend. Doch die Unabhängigen trauen Wiedemann einen Erfolg zu: „Selbst Mitglieder, die skeptisch wegen einer eigenen Kandidatur waren, stehen voll hinter ihm“, ist Geißenberger begeistert.

Landratswahl 2020: 51-Jähriger vor zwei Jahren nach Prem gezogen

Der 51-jährige Landratsbewerber ist relativ neu im Landkreis, erst vor zweieinhalb Jahren ist er von München nach Prem gezogen. Gelernt hat er Bankkaufmann und auch 25 Jahre in der Branche gearbeitet. Aber bei der großen Finanzkrise 2008 hat er seinen Job an den Nagel gehängt, weil er gemerkt hat, dass da irgendwas nicht richtig läuft. Er machte den großen Wechsel – und engagiert sich seitdem zum Thema Gemeinwohlökonomie, nicht nur privat, sondern auch beruflich: In seinem Job beim Terra-Institut geht es um die Nachhaltigkeits-Beratung von Unternehmen.

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Landrats-Kandidat Jörn Wiedemann: Die Zusage kam schnell

„Ich habe auch schon viele Vorträge zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie im Landkreis gehalten, auch im Landratsamt“, sagt Wiedemann schmunzelnd. Dabei habe er viele Bürger kennengelernt – „und einige habe ich auch bei den Treffen mit den Unabhängigen wieder gesehen“. Als im Juli die Anfrage zur Kandidatur kam, sei er überrascht gewesen, sagt Wiedemann. „Aber ich musste nicht lange nachdenken und habe nach Rücksprache mit meiner Lebensgefährtin schnell zugesagt.“ Er wolle etwas ändern in der Politik, dafür müsse man sich einsetzen – „und zwar da, wo ich lebe und etwas bewirken kann“, sagt Wiedemann. Die endgültige Nominierung erfolgt im November. 

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