Karte der Gewässer im Landkreis Weilheim-Schongau mit und ohne Randstreifenpflicht.
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2000 Kilometer sind die Gewässer im Landkreis insgesamt lang. Ein Expertenteam des Wasserwirtschaftsamtes hat sie unter die Lupe genommen und festgelegt, wo die Randstreifenpflicht gelten soll.

Randstreifenpflicht

Die Landwirte machen Platz für die Bienen

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Es ist ein Ergebnis des Bürgerbegehrens „Rettet die Bienen“ und schon Teil des Bayerischen Naturschutzgesetzes: Landwirte müssen bei der garten- und ackerbaulichen Nutzung ihrer Felder fünf Meter Abstand zu fließenden und stehenden Gewässern halten. Die betroffenen Flächen im Landkreis wurden jetzt benannt, die Einspruchsfrist läuft.

Landkreis – Um Planungssicherheit für Landwirte und gewerbliche Gartenbauer zu schaffen, hatte ein Expertenteam des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) in Weilheim seit Oktober vergangenen Jahres die insgesamt rund 2000 Kilometer langen kleinen Gewässer des Landkreises untersucht und nach den gesetzlichen und fachlichen Vorgaben bewertet. Dabei seien insbesondere Gräben und „künstlich aussehende Wasserläufe“, die nicht ohne Zweifel als Gewässer zu erkennen seien, überprüft worden, heißt es vom Amt. Das Ergebnis: „Rund 75 Prozent der untersuchten kleinen Gewässer im Landkreis Weilheim-Schongau erfüllen die gesetzlichen Voraussetzungen zum Anlegen eines Gewässerrandstreifens.“ Und über den freuen sich bekanntlich die Bienen und andere Insekten.

Die WWA-Experten Isabella Schrank und Maximilian Henrich stellten jüngst das Ergebnis ihrer Kartierung Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz bei einer Online-Informationsveranstaltung vor. Obendrein luden sie im pandemiebedingt kleinen Rahmen zu einem Ortstermin bei Wielenbach.

Wielenbach ist am stärksten betroffen

Die Gemeinde nahe der Ammer dürfte nicht zufällig ausgewählt worden sein. Nach Angaben von Kreisobmann Wolfgang Scholz zählt Wielenbach zu den von der Kartierung stärker betroffenen Orten, weil dort mehr Ackerbau betrieben wird als im übrigen Landreis. In der Summe rechnet Scholz mit nicht sehr vielen Einwänden. Im Landkreis Weilheim-Schongau herrsche vor allem Grünlandbau vor, der Anteil am Ackerbau liege lediglich bei zehn bis elf Prozent, weiß Scholz. Für die Grünlandbauern gilt der Gewässerrandstreifen nicht, sie dürfen ihre Felder auch weiterhin bis an die Gewässer hin bewirtschaften. Beim Gülleausbringen müssen sie seit jeher Abstand halten.

Das Expertenteam des Wasserwirtschaftsamtes bei dem Ortstermin in Wielenbach.

Die Landwirte im Landkreis können sich jetzt im Internet unter www.wwa-wm.bayern.de/ informieren, inwieweit sie betroffen sind. Für jede der 31 Gemeinden und drei Städte hat das Amt eigene Karten eingestellt. Die Frist, in der Einwände erhoben werden können, läuft bis 21. Juni.

Strittige Gewässerabschnitte werden zusammen mit Betroffenen nochmal in Augenschein genommen

Laut Wasserwirtschaftsamt werden die strittigen Gewässerabschnitte im Beisein des Betroffenen nochmals von den Experten in Augenschein genommen. Die aktualisierten Karten sollen letztlich bis zum 1. Juli 2022 in den Umweltatlas des Freistaates Bayern übernommen werden. Bis dahin soll auch über die noch unklaren Fälle entschieden sein.

Jeder ist gut beraten, sich das nochmal genau anzuschauen

Stefan Gabler, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim

Stefan Gabler, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim, ruft die Landwirte dazu auf, ihre Betroffenheit zu prüfen. „Jeder ist gut beraten, sich das nochmal genau anzuschauen“, sagt Gabler. Damit die Landwirte die Einspruchsfrist nicht versäumen, wird das Landwirtschaftsamt zeitnah einen Newsletter über seinen E-Mail-Verteiler herausschicken, blickt der Leiter voraus.

Sonderlich glücklich wirkt Gabler beim Thema Gewässerrandstreifen nicht. Er sei ein Eingriff ins Eigentum. „Deshalb bin ich sehr zurückhaltend mit einer positiven Rückmeldung“, so Gabler.

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