Bei der Kollision mit dem Zug hat sich die Ladung des Lasters auf den Schienen verteilt. 

18 Verletzte

Zug zerfetzt Papierlaster: Schuldfrage in Schongau geklärt

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Ein vollbesetzter Zug der Bayerischen Regiobahn hat am Dienstagnachmittag in Schongau bei der UPM-Werkseinfahrt einen Lkw gerammt. Der Lastwagenfahrer blieb unverletzt, der Triebwagenführer und 17 Passagiere wurden nur leicht verletzt.

Schongau - Als kurz nach 16 Uhr die Alarmierung einging, wurde erst einmal Katastrophenalarm ausgelöst, allein schon, weil so viele Rettungskräfte benötigt wurden. Diesen bot sich vor Ort zunächst ein wüstes Bild, aber mehr aufgrund der Verunreinigung der Straße – der Lkw war voll beladen mit geschredderten Papierunterlagen und gebündeltem Altpapier. 

Der Unfall an einem Bahnübergang im oberbayerischen Schongau geht auf die Unachtsamkeit des Lastwagenfahrers zurück. Der 44-Jährige habe das Blinklicht missachtet oder übersehen, berichtete die Polizei am Mittwoch.

Der Unfall verhältnismäßig glimpflich. Kurz nach 16 Uhr war der Lastwagenfahrer Richtung Papierhersteller UPM unterwegs. Der 44-jährige Bulgare, der einen in Rumänien zugelassenen Lkw lenkte, querte den unbeschrankten Bahnübergang. Offensichtlich hatte er weder das rote Warnsignal gesehen noch das akustische Signal gehört. Wie Toni Müller, Vizechef bei der Schongauer Polizei, berichtet, muss den Bulgaren sogar ein Lkw-Fahrer auf der anderen Seite gewarnt haben. Doch der Bulgare reagierte erst, als er den Zug bemerkte. „Er hat Gas gegeben, hat es aber nicht mehr geschafft“, so Müller. 

Zumindest die Fahrerkabine konnte er noch komplett von den Gleisen bewegen, dann rammte der Zug der Bayerischen Regiobahn den Lkw. Obwohl der Zug gerade erst vom Schongauer Bahnhof aus Richtung Peiting losgefahren war, wurde durch die Wucht des Aufpralls die rechte Seite der Ladefläche komplett zerfetzt, Bündel mit Papierstreifen wurden von der Lok mitgerissen und verteilten sich überall. Der Zug – der Lokführer ist 36 Jahre alt und kommt aus Neusäß – kam erst einige Meter weiter zum Stehen.

Lkw-Anhänger kollidiert in Schongau mit Zug - die Bilder

52 Rettungskräfte und 112 Einsatzkräfte von der Feuerwehren hatten zwar alle Hände voll zu tun, konnten aber zügig alle verletzten Passagiere versorgt. Diese wurden zunächst direkt im Zug behandelt – auch der Lokführer hatte sich verletzt und wurde mit dem Krankenwagen nach Weilheim gefahren –, konnten aber rasch zu den wartenden Krankenwagen gebracht und in die umliegenden Krankenhäusern gefahren werden. Zwei Passagiere wurden vorsorglich mit Hubschraubern weggeflogen, sind aber nach Auskunft der Polizei nicht schwerer verletzt. 

Gute Zusammenarbeit aller Rettungskräfte

„Dass alles so rasch und reibungslos geklappt hat, liegt an der guten Zusammenarbeit aller Rettungskräfte, aber auch an den vielen Übungen“, ist Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta überzeugt. Die Einsatzleitung hatte Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer übernommen. Bereits eine halbe Stunde nach Alarmierung konnte er vermelden, dass vermutlich gar nicht alle angeforderten Einsatzkräfte benötigt würden. Von den Feuerwehren waren die Mannschaften aus Schongau, Altenstadt, Peiting, Hohenpeißenberg, Weilheim und Herzogsägmühle vor Ort sowie die Werksfeuerwehr von UPM. „Wir helfen, wo wir können“, so eine Mitarbeiterin von UPM, die sich vor Ort ein Bild von der Lage machte. 

Das THW war alarmiert worden. Und allein vom Roten Kreuz waren 35 Helfer an der Unfallstelle, aus Schongau, Peißenberg und Steingaden. Sechs Notärzte waren hinzugerufen worden, die Rettungswagen fuhren die Verletzten nach Schongau, Landsberg und Weilheim. Wie Kreisbereitschaftsleiter Otto Bauer berichtete, hätten sich aber nicht alle 18 Passagiere versorgen lassen wollen. Zwei der Verletzten weigerten sich, in den Krankenwagen zu steigen. Sie konnten die Unfallstelle auf eigene Gefahr verlassen. 

Kein großer Aufwand für Evakuierung

Die letzten Passagiere hatten etwa gegen 17 Uhr aus dem Zug geholt werden können, der so günstig stand, dass die Evakuierung kein großer Aufwand war. Aufwand musste letztlich für die Reinigung der Gleisanlage betrieben werden – überall an der Unfallstelle waren die Papierschnipsel verteilt, die durch den leichten Regen zu einer breiigen Masse geworden war. Die Staatsanwaltschaft entschied darauf, kein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag zu gegen. Der Notfallmanager der Bahn ging etwa zwei Stunden nach dem Unfall davon aus, dass die Strecke noch bis gegen 20 Uhr gesperrt bleiben würde. Auf den Straßen kam es zu Staus, die beidseitig gesperrte Straße konnte ab 18 Uhr wieder freigegeben werden.

Fahrgäste können sich auf der Internetseite der Bayerischen Regiobahn darüber informieren, wie ihr Zug fährt. 

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