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Stoßen auf den gelungenem Stapellauf an:  (v.l.) Markus Reßle, Christoph Erle, „Captain“ Hans Hartung und Helmut Reßle.

Tourismusverein Schongau

Lechfloß: Stapellauf geglückt

Am Schongauer Lido bot sich ein ungewohntes Bild: Mit zwei großen Autokränen wurde das Lechfloß ins Wasser gelassen. Bei den Fahrten gibt es viele Infos über Flora und Fauna.

Schongau – Genau zwei Stunden dauert das ungewohnte Schauspiel am Ufer des Lido. Es ist das Projekt „Erlebnis Lechfloß“ des Tourismusvereins Schongau. Im vergangenen Jahr wurde es vor Ort zusammengebaut und im Herbst erstmals zu Wasser gelassen. Die geplanten Floßfahrten jedoch fielen regelrecht ins Wasser. Der Amtsschimmel war quasi etwas wasserscheu, zu viele Hürden mussten überwunden werden. Nach vielen Verhandlungen und Beschaffungen von Papieren steht jetzt den Floßfahrten nichts mehr im Wege.

Wohlgemerkt: Hier in Schongau sollen keine feucht-fröhlichen Partyfahrten ablaufen, bei denen Musik und kreischende Besucher den Geräuschepegel abgeben. Bei diesem Projekt soll die Schönheit der Natur auf dem Wasserweg erkundet und erklärt werden.

Mit ins Boot oder besser gesagt mit auf’s Floß geholt hat man den Verein „Lechwärts“, deren Vertreter während der Fahrt Erklärungen über Flora und Fauna abgeben werden.

Doch die Kiste mit den 30 Tonnen musste erst mal zu Wasser gebracht werden. Hatte man im vergangenen Jahr die Technik angewandt, mit zwei Radlagern das Floß ins Wasser zu schieben, wollte man heuer eine „sanftere Methode“ anwenden. „Durch das ruckartige Schieben sind die Stämme, die als Rutschen gedacht waren, gebrochen“, erklärt Projektleiter Hans Hartung. Dadurch konnte das Floß nicht gleichmäßig vom Stapel laufen.

Für dieses Jahr hat sich „Captain Hans“ also Helmut und Markus Reßle mit ihren beiden Kränen mit ins Boot geholt. Das System dazu simpel: An jedem Stirnende des Floßes werden zwei Gurte angebracht, die abwechselnd leicht in die Höhe gehoben werden. Durch das Eigengewicht des Floßes und die Schräglage des Uferbereichs gleitet das Floß dann ohne viel Schubaufwand in den Lech.

Dazu haben Vater und Sohn Reßle einen 70 Tonner Autokran zum Anheben und einen 50 Tonner-Montagekran zum Ziehen in Position gebracht. Stück für Stück wird das Floß über die Längsbalken ins Wasser geschoben. Captain Hartungs Plan geht auf. Das Floß gleitet sanft ins Wasser. Mit so viel Schwung, dass es sich vom Ufer in Richtung Flussmitte wegbewegt. Mit dem Captain als einzigen Seemann an Deck – und ohne vorher die Sicherungsleine angebracht zu haben.

Aber die diensthabende Truppe der Wasserwacht, die das Vorhaben von ihrer Station beobachtet hat, reagiert. Petra hechtet mit einem beherzten Sprung ins Wasser, übernimmt die Leine und schwimmt mit dieser zu Captain Hans. Unternehmen geglückt!

Wie von Hartung zu erfahren ist, werden die Floßfahrten ab 1. August beginnen und Ende September wieder eingestellt. Da man an einem besonderen Naturschutzgebiet vorbeikommt, wo zwölf Uhupärchen nisten, ist das die Vorgabe der Naturschutzbehörde des Landratamts. Vier kompetente Personen werden bei jeder Fahrt, die bis kurz vor die „Litzauer Schleife“ gehen wird, dabei sein. Bei Flusskilometer 132,2 wird umgedreht.

Für die Erklärungen über Flora und Fauna während der Fahrt werden alle Teilnehmer mit Audio-Geräten ausgestattet. Na, Interesse geweckt? Ab jetzt kann sich für eine der Fahrten anmeldeten, egal ob Einzelpersonen oder Gruppen ab 25 Personen. Dazu steht als kompetente Beraterin Ursula Diesch von der Tourist Info Schongau zur Seite. Sie ist unter Telefon 08861/214180 während der Dienstzeiten zu erreichen.

Hans-Helmut Herold

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