Sie sind optimistisch: Matthias Schelkle (re.), Vorstand der „Lechroaner“ Epfach, ist 100-prozentig davon überzeugt, dass das 97. Lechgau-Trachtenfest im nächsten Jahr stattfinden kann. Auch Gauvorstand Franz Multerer drückt die Daumen.
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Sie sind optimistisch: Matthias Schelkle (re.), Vorstand der „Lechroaner“ Epfach, ist 100-prozentig davon überzeugt, dass das 97. Lechgau-Trachtenfest im nächsten Jahr stattfinden kann. Auch Gauvorstand Franz Multerer drückt die Daumen.

Vorstands-Treffen der Trachtenvereine

Die Lechgau-Trachtler schwanken zwischen Hoffen und Bangen

Wie geht es den Trachtenvereinen des Lechgaus? Diese Frage stand ganz oben bei der Besprechung der Vorstände, die nach eineinhalb Jahren endlich wieder stattfinden konnte.

Schongau – Die gute Nachricht für alle Trachtler im Lechgau ist: Es gibt sie alle noch, die 19 Vereine. Und sie alle sind motiviert, ihre Arbeit fortzuführen. Auch der Probenbetrieb ist bei allen wieder angelaufen. Doch man merkte bei der Vorstände-Besprechung im Schongauer Trachtenheim auf dem Helgoland auch, dass die Vorstände mit den ständig veränderten Infektionsschutzmaßnahmenverordnungen, mittlerweile 14 an der Zahl, so ziemlich in der Luft hängen. Denn Planungssicherheit gibt es nicht, wenn geltende Verordnungen immer nur einen Monat lang gültig sind. „Wir können nur hoffen und dürfen nicht verzweifeln“, appellierte Gauvorstand Franz Multerer.

Nach zwei abgesagten Gaufesten ist das leichter gesagt, als getan. Umso erfreuter war Multerer, dass die Planungen für das 97. Lechgau-Trachtenfest in vollem Gange sind. Matthias Schelkle, Vorstand der „Lechroaner“ Epfach, die im Jahr 2022 Ausrichter des großen Fests sind, ist 100-prozentig optimistisch. „Wir sind guter Dinge, wir werden das machen, das Gaufest wird stattfinden“, so Schelkle. Das Programm steht bereits, mit dem Festwirt stehe man in ständigem Kontakt. Wie die Voraussetzungen im Juli nächstes Jahr sein werden, wisse man natürlich nicht. Aber demotivieren lasse man sich auch nicht, versicherte Schelkle. „Es steht und fällt damit, was unsere Regierung zulässt“, fasste es Gauvorstand Multerer zusammen.

Keine klaren Corona-Regelungen für Traditions-Veranstaltungen

Und genau darin liegt der Hund, gerade bei den Trachtenvereinen, begraben. Während es beispielsweise für Sportvereine klare Regelungen gibt, mit denen man auch arbeiten kann, sind manche Traditionsveranstaltungen schlichtweg nicht vorgesehen in den Verordnungen. Beispiel Gauwallfahrt: Noch vor der 14. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bemühte sich Franz Multerer darum, diese genehmigen zu lassen und durchzuführen. Doch: Eine organisierte Veranstaltung mit 300 bis 400 Menschen unter freiem Himmel mit anschließendem Festgottesdienst, auch draußen, war eben in der 13. Verordnung nicht vorgesehen. „Nachdem ich dem Mitarbeiter des Landratsamts erst einmal erklärt habe, was die Gauwallfahrt überhaupt ist, hat dieser mir vorgeschlagen, dass wir uns ja ,spontan’ treffen könnten, um auf den Hohen Peißenberg zu gehen. Das wäre dann wie eine sportliche Aktivität und damit erlaubt“, berichtete Multerer kopfschüttelnd.

Die Gauwallfahrt wurde zwei Mal abgesagt

Damit war die Gauwallfahrt abgesagt – eigentlich. Fünf Tage nach der Vorstände-Besprechung kam nämlich die 14. Verordnung heraus. Und nach dieser wäre die Gauwallfahrt organisierbar, wenn man sie dementsprechend liest. Da die Wallfahrt traditionell am ersten Sonntag im September stattfindet, blieben aber nur sechs Tage zur Vorbereitung. Zu wenig.

Der Gauvorstand setzte nun alle Hebel in Bewegung, sie auf einen späteren Zeitpunkt im September zu verschieben, denn die Verordnung gilt ja bloß bis zum 1. Oktober. Man fand auch einen Termin mit dem Pfarrer, nämlich den 26. September. Doch dann gab es ein anderes Problem: Diesen Sonntag hatten sich die Vereine nicht freigehalten, und so sagten schon im Vorfeld sechs der 19 Vereine ab. „Das bringt auch nichts“, resümierte der Gauvorstand und sagte die Gauwallfahrt schweren Herzens zum zweiten Mal ab. „Dann lieber nächstes Jahr und dafür gscheit“ – wenn der Gesetzgeber es zulässt. Christine Wölfle

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