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Noch ist das Frauenzimmer umzingelt von Leerst and. Doch im kleinen Laden rechts im Bild soll bald ein Café öffnen, in den beiden ehemaligen Schrimpf-Häusern links im Bild soll ein Eiscafé einziehen. Das wird aber noch etwas länger dauern. 

Leerstände in der Schongauer Altstadt

Zwei Cafés für den Marienplatz

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Zwei Leerstände am Marienplatz könnten bald der Vergangenheit angehören: Ein großer beim ehemaligen Schrimpf-Anwesen, bei dem sich endlich etwas tun soll, und ein kleinerer beim früheren Obstgeschäft. Doch bei Letzterem gibt es ein kleines Problem.

Schongau – Der Leserbrief vergangene Woche, warum beim ehemaligen Schrimpf-Anwesen auf dem Marienplatz nichts weitergeht, hat Bürgermeister Falk Sluyterman keine Ruhe gelassen. Deshalb verkündete er am Dienstagabend nach der Bauausschuss-Sitzung, dass sich dort sehr wohl etwas rührt: „Es kommt unter anderem ein Eiscafé rein, ich habe vergangene Woche mit Herrn Böckle gesprochen“, so Sluyterman.

Böckle ist der Geschäftsführer von ICB Immobilien aus Baden-Württemberg, die die Schrimpf-Häuser vor rund zwei Jahren gekauft haben. Zuletzt hatte er vergangenen Juli auf SN-Anfrage betont, dass es im Herbst losgehen sollte, das steht auch auf den Plakaten im Schaufenster. Dass trotzdem nichts passiert ist, hat in Schongau für wilde Gerüchte gesorgt, dass ICB die Häuser wieder loswerden wolle. Alles nicht wahr, winkt Böckle ab, der vergangene Woche in Schongau war. „Es lag, wie schon vergangenes Jahr, an der fehlenden Zeit. Wir hatten so viele Projekte, dass es in Schongau einfach noch nicht geklappt hat.“

Doch jetzt sei alles abgearbeitet, er könne voller Elan an die Aufgabe herangehen. Denn im Hintergrund wurden alle Vorbereitungen erledigt, die wegen des Denkmalschutzes extrem aufwändig waren. „Allein der Bericht zur Statik hat 1000 Seiten, das kostet alles Zeit und Geld. Auch 13 Stellplätze wurden schon abgelöst“, sagte Böckle. Laut Sluyterman wurden bereits mehrere 100 000 Euro investiert.

Die Pläne haben sich nur minimal geändert. „Ein einziges Fenster wird anders, deshalb wird es gar keinen neuen Bauantrag mehr geben“, sagte Böckle. Größere Änderungen wird es nur innen geben. Denn die geplante Gastronomie ist, wie Sluyterman verkündet hat, bereits an ein Eiscafé vergeben, die zwei geplanten Gewerbeeinheiten werden zu einer größeren zusammengefasst. Um was für eine Branche es sich handelt, wollte Böckle noch nicht verraten.

Für die 15 Wohnungen im Altbau und sechs weitere im Neubau an der Ballenhausstraße gebe es bereits mehr als 20 Interessenten. „Es haben sich viele ehemalige Schongauer gemeldet, die sich eine Wohnung in ihrer Heimatstadt kaufen wollen“, freute sich Böckle. Außerdem locke der barrierefreie Ausbau mit Aufzug bis ins Obergeschoss, den es in der Altstadt sonst auch selten gebe, sowie die Möglichkeit für Parkplätze hinten im Hof, ebenfalls nicht alltäglich. „Im April wollen wir in den Verkauf gehen“, sagte Böckle, im Sommer sollen dann auch die Bauarbeiten starten.

Deutlich früher dürfte ein weiterer Leerstand nur wenige Meter weiter behoben werden: Im ehemaligen Obstladen an der Ecke zur Ballenhausstraße soll auf den 40 Quadratmetern Nutzfläche ein kleines Café einziehen. Das stieß im Bauausschuss allseits auf Begeisterung – nicht jedoch das Werbeschild aus einer milchglasigen Acrylscheibe. 

Das entspricht nicht der Werbesatzung, und nachdem zuletzt auch das Schild der Sparkasse Oberland abgelehnt wurde, drängte Ilona Böse (SPD) auf den selben Schritt. Sluyterman versuchte noch zu schlichten („Wir sollten froh sein, dass ein Leerstand verschwindet, und es den Gewerbetreibenden nicht allzu schwer machen“), doch er könne den Ärger absolut nachvollziehen – zumal der künftige Betreiber die beiden 1,90 Meter langen und 40 Zentimeter hohen Schilder schon fertig habe. „Die Eröffnung des Cafés wird nicht von dem Schild abhängen“, sagte Böse, das sah auch Sluyterman so – mit 7:2 Stimmen wurde das Schild in dieser Form abgelehnt.

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