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Vom Gymnasium an die Mittelschule

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Verstärken als Lehrer die Mittelschule Schongau: Dominik Bätzner (links) und Regina Stepanek zusammen mit Schulleiter Frank Pfaffenberger. © Gretschmann

Während an Gymnasium und Realschule ausgebildete Lehrer oft keine Anstellung bekommen, werden sie an Mittelschulen gesucht. Deshalb gibt es immer öfter Umschuler: In Schongau wird das 44-köpfige Lehrerkollegium durch zwei ausgebildete Gymnasiallehrer und fünf Realschullehrer verstärkt.

Schongau – „Ich bin froh, dass ich hier an der Mittelschule unterrichten darf“, sagt Dominik Bätzner. Der 30-jährige Schongauer hat eine Ausbildung zum Realschullehrer erfolgreich abgeschlossen und war bereits an Realschulen in Weilheim und Regensburg sowie ein Jahr an einer Förderschule in Marktoberdorf als Pädagoge tätig.

„Ich war unzufrieden mit den Ein-Jahres-Verträgen“, gibt Bätzner offen zu – und hat sich deshalb nach Alternativen umgesehen. Im Lehrberuf wollte er unbedingt bleiben, und auch hier in der Gegend. Deshalb hat er sich um eine Stelle an der Mittelschule in Schongau beworben – und auch bekommen.

Dominik Bätzner hat sich da auf ein „kleines Abenteuer“ eingelassen, doch dank der Unterstützung von Kollegen und Fortbildungsmaßnahmen ging alles gut. Er hat sich schnell an der Mittelschule in Schongau eingelebt und will jetzt gar nicht mehr weg.

Der 30-jährige Pädagoge, der in seiner Freizeit beim TSV Schongau Fußball spielt, hat Wirtschaft und Sport studiert, doch als Klassleiter der 7b ist er an der Mittelschule für alle Unterrichtsfächer zuständig, also auch für Mathematik und Deutsch.

Ganz wichtig ist für Bätzner allerdings, dass ein Lehrer an der Mittelschule eine besondere Beziehung zu den Schülern aufbauen kann, weil er eine Klasse nicht nur stundenweise betreut, sondern ein ganzes Schuljahr lang.

Das sieht auch Regina Stepanek so. Sie ist ausgebildete Gymnasiallehrerin, hat Spanisch und Französisch studiert und an mehreren Schulen bereits unterrichtet, unter anderem am Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching sowie an den Gymnasien in Türkheim und Memmingen. Vor zwei Jahren entschloss sie sich, bei der Regierung von Oberbayern einen Antrag zu stellen – betreffs Sondermaßnahmen für Mittelschulen. Der Antrag wurde bewilligt, Regina Stepanek landete an der Mittelschule in Schongau, wo sie als Klassleiterin der 9b alle Fächer unterrichtet. „Außer Sport“, schränkt die 30-jährige ein. Auch ihr gefällt es in Schongau sehr gut. Mit ihrem Wissen will sie die Schüler weiterbringen und kann sich als gelernte Sprachlehrerin bei Bedarf sogar als Übersetzerin bewähren (an der Mittelschule Schongau wird auch ein Mädchen aus Spanien beschult).

Dass sich durch den Wechsel von Realschule bzw. Gymnasium an die Mittelschule der Verdienst für einen Lehrer um eine Besoldungsstufe schmälert, nehmen Dominik Bätzner und Regina Stepanek wohlwissend in Kauf. Wichtig ist ihnen, dass die Arbeit an der Mittelschule in Schongau Spaß macht.

Rektor Frank Pfaffenberger ist voll des Lobes – nicht nur über Bätzner und Stepanek, sondern auch über die anderen Lehrkräfte an seiner Schule, die ein gutes Team bilden und dafür sorgen, dass den Schülern ein solides Wissen vermittelt wird – als Voraussetzung für einen guten Schulabschluss.

Michael Gretschmann

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