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Das Ende eines Disco-Besuchs: Bei der Rettungsübung stellen Feuerwehr und Rettungsdienst dar, wie ein Einsatz von der Alarmierung an bis zum Abtransport der Verletzten vonstatten geht. Im Hintergrund stehen die Fahrschüler.

Einsatzkräfte zeigen Horrorunfälle 

Lehrreiche Abschreckung

Seit 2006 gibt es den Aktionstag „Disco-Fieber“, organisiert von der Brücke Oberland. Bei diesem Info-Abend sollen vor allem Fahranfänger sensibilisiert werden, Gefahren und Fehlverhalten im Straßenverkehr und die Folgen zu erkennen.

Schongau – Pfarrerin und Notfallseelsorgerin Sandra Gassert entzündet eine Kerze, kniet neben einem abgedeckten Körper nieder und stellt die flackernde Kerze neben das Kopfende. Sie hält in einem Gebet inne und nimmt sich viel Zeit. Zeit für jemanden, dessen Zeit abgelaufen ist. Von einem Moment zum anderen. Eine bedrückende Stimmung auf dem Vorplatz der Schongauer Feuerwehr. 35 Fahrschüler und Fahranfänger sind der Einladung zum Aktionstag „Disco-Fieber“ gefolgt. Am Ende sind sie beeindruckt und teilweise tief betroffen.

Das „Warum“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Moderator und Vorsitzender der Gebietsverkehrswacht Werner Hoyer stellt immer wieder diese Frage. Vor allem immer wieder nach einem der sieben Kurzfilme. Was mit dem musikalischen Klassiker „Highway to hell“ in der Disco als Partyknüller beginnt, endet nach reichlich Alkoholkonsum auf dem Heimweg in einem völlig zerfetzten Blechhaufen. Blut, Scherben, Herausschneiden, Reanimation erfolglos, Leichensack zu.

Verkehrserzieher und Polizist Thomas Fuchs berichtet von seinen Erfahrungen, von seinen Gefühlen in so einer Situation. „Wir sind auch nur ganz normale Menschen“, so Fuchs, der sich an eine Nachtschicht erinnert. Gegen Morgen ein schwerer Verkehrsunfall auf der B-472. Das Auto in zwei Teile gerissen, zwei Tote im und neben dem Pkw. „Bei der Unfallaufnahme kannst du das alles noch verdrängen, aber wenn du dann die Angehörigen verständigen musst und denen in die Augen siehst ...“ Sein dringender Appell an die Fahrschüler: „Bitte Hände weg vom Alkohol und fahrt nicht übermüdet!“

Kollegin Steffi Engel hat so eine „Alkoholfahrt“ in jungen Jahren als Beifahrerin selbst miterlebt. Discobesuch, Crash, eingeklemmt – Hilflosigkeit. Die Minuten werden zu Stunden, bis Rettung kommt. „Da klingt das Martinshorn wie Musik, da du weißt oder zumindest hoffen kannst, dass dir jetzt jemand hilft.“

Reale Einsatzfotos vor Augen geführt

Reale Fotos von den Einsätzen im Schongauer Bereich zeigt Werner Berchtold. Der Kommandant der Schongauer Feuerwehr hat mit seinen rund 80 freiwilligen Kräften schon manche schreckliche Situation meistern müssen. Vor allem ein Unfall steckt in ihm immer noch tief. „Ein Fahrer eines Pkw war so unglücklich eingeklemmt, dass wir eine Stunde lang benötigten, ihn herauszuschneiden.“ Diesen Unfall hat auch Wachleiter Markus Di Egidio miterlebt. Er war als Ersthelfer am Unfallort und konnte nur mit viel Mühe in das demolierte Wrack steigen. Dort versuchte er, dem Schwerverletzten beruhigend beizustehen. „Da vergisst man nicht, wie lange 60 Minuten sein können. Wenn man dann noch erfährt, dass der Unfall durch Imponiergehabe verursacht wurde, kann man nur den Kopf schütteln.“

Ein weiterer Film. Ganz aktuell ein „Handyunfall“. Die Eltern sterben, die Augen der beiden kleinen Kinder in Großaufnahme. Das schockt. „Wenn bei mir der Piepser geht und ich alarmiert werde, habe ich alle Zeit der Welt“, erzählt Notfallseelsorgerin Sandra Gassert. Dann ist für einen Menschen die Zeit abgelaufen. „Dann bin ich da, um einem Angehörigen die Hand zu halten, ihn in den Arm zu nehmen.“ Und sich auch um die Kräfte der Feuerwehr zu kümmern, schwere Situationen zu bewältigen.

So wie es am Ende des Abend dargestellt wurde: Zwei Pkw´s stoßen frontal zusammen, alle drei Personen eingeklemmt. Die Rettungskräfte arbeiten Hand in Hand. . Ein Hilferuf kommt vom Rettungssanitäter, der am Rande reanimiert. Er braucht dringend eine Ablösung und bindet die jungen Fahrschüler mit ein. Sie versuchen sich an der Übungspuppe. Jeder zwei Minuten lang. Dann schneller Wechsel. Am Ende erfolglos. Notarzt Dr, Jürgen Brüderle lässt die Reanimation einstellen. Er deckt die Person mit einem Tuch ab. Am Schluss die Frage: „Hätte man dies vermeiden können?“

Hans-Helmut Herold

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