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Verlässt Schongau: Karl Höldrich geht nach 13 Jahren an der Musikschule Pfaffenwinkel.

Musikschule Pfaffenwinkel

„Einen zweiten Höldrich findet man nicht“

Er geht! Karl Höldrich, Leiter der Musikschule Pfaffenwinkel in Schongau, wird nach 13-jähriger Amtszeit zum 1. September nicht mehr an der Schule tätig sein. Er wechselt an die städtische Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg und tritt die Nachfolge des jetzigen Musikschulleiters Wolfgang Reß an. Höldrich will noch einmal eine neue Herausforderung wagen.

Schongau „Es ist einfach eine berufliche Chance“, sagt der 52-jährige gebürtige Oberammergauer. Spontan hatte sich Wolfgang Höldrich auf die Ausschreibung der Stelle als Leiter der Musikschule nach Augsburg beworben. „Ich war vollkommen überrascht, dass sie mich genommen haben“, sagt Höldrich. Gar nicht überrascht hat das Erwin Krauthauf, Vorsitzender des Musikschulvereins und Vorstand des Vereins Freunde der Musikschule Pfaffenwinkel. „Karl Höldrich hat ein Riesenpotenzial. Ich habe ihm dazu geraten, die Stelle anzunehmen“, sagt Krauthauf. Auch wenn ihm der Weggang des allseits beliebten Musikschulleiters sehr schwer fällt. „Das ist hier eingeschlagen wie eine Bombe“ erklärt Krauthauf.

Im Juli 2004 fing Höldrich in Schongau an

Vor 13 Jahren, am 13. Juli 2004, holte Krauthauf Karl Höldrich nach Schongau. Höldrich unterrichtete damals noch an der Musikschule Bad Tölz im Fach Cello. Krauthauf wußte aber auch, dass Höldrich gerade frisch einen Lehrgang zur „Führung und Leitung einer Musikschule“ an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen absolviert hatte. Ein geeigneter Kandidat also für die Leitung der Schongauer Musikschule.

Und in den 13 Jahren seiner Amtszeit baute Karl Höldrich unermüdlich und arbeitsintensiv die Musikschule weiter aus. „Für mich ist eine Musikschule ein besonderer Ort“, sagt Höldrich. Harmonie, Gemeinschaftsgefühl, Verbundenheit, Kooperation – das sind Worte, die Höldrich häufig verwendet. Seiner Ansicht nach klappt eine gut funktionierende Musikschule nur in Zusammenarbeit. Voller Dankbarkeit blickt der Musikschulleiter auf die Jahre in Schongau zurück. Er weiß gar nicht, ob es ihm gelingt, alle Gruppen, Partner, Kollegen, Vereine, Musiker und Personen aufzuzählen, mit denen er in der Zeit so fruchtbar und erfolgreich zusammengearbeitet hat. „Ich möchte mich einfach bei allen bedanken“, sagt er schlicht.

Naturtalent im Umgang mit Kindern

Karl Höldrich lebt die Musik, sie ist sein Leben. Seine Kollegen bezeichnen ihn als Naturtalent im Umgang mit Kindern und Jugendlichen und seiner Motivation für das Erlernen eines Musikinstrumentes. Das erkennt man an den vielen Ensembles, die die Musikschule hervorgebracht hat. Höldrich kann seine eigene Begeisterung für Musik vermitteln. Das war auch schon immer ein tiefes Anliegen des studierten Cellisten. In Linz absolvierte er parallel zu seiner Arbeit in Schongau ein zweijähriges Masterstudium zu Konzertpädagogik und Musikvermittlung. „Ich möchte die Musik der Zeit im Kontext sehen und auch weitergeben“, sagt Höldrich. Seit Jahren gibt er informative und humorvolle Einführungen zu anstehenden Konzerten im Landkreis.

Nach einem seiner schönsten Erlebnisse während seiner Amtszeit an der Musikschule Pfaffenwinkel gefragt, zögert Karl Höldrich keine Sekunde. „Eines gibt es nicht. Die schönsten Erlebnisse passieren täglich durch die Rückmeldung der Kinder“, erklärt er. Meist die kleinen Dinge, die vielfältigen Situationen, die das gemeinsame Musizieren so mit sich bringen, seien das Schönste in seinem Beruf.

„Karl Höldrich war immer für alle und für alles da. Ich bin ihm sehr dankbar“, lobt Krauthauf seinen noch amtierenden Musikschulleiter. Der Nachfolger ist noch nicht bestimmt, aber es liegen schon ein paar Bewerbungen vor. Krauthauf hat da keine Eile. Die Musikschule sei gut organisiert, die Arbeit kann zunächst weiterlaufen. Und Höldrich hat auch zugesichert, dass er für den Übergang an einem Tag in der Woche noch nach Schongau kommt. Aber eins ist für Krauthauf sicher: „Einen zweiten Höldrich findet man nicht mehr.“

Regina Wahl-Geiger

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