2019 fanden im Landkreis unter anderem in Wildsteig zuletzt Leonhardiritte statt. Ob es bei einem Jahr coronabedingter Pause bleibt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
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2019 fanden im Landkreis unter anderem in Wildsteig zuletzt Leonhardiritte statt. Ob es bei einem Jahr coronabedingter Pause bleibt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Das sagen die Organisatoren

Leonhardiritte 2021 im Landkreis Weilheim-Schongau: Wie geht es nach der Corona-Zwangspause heuer weiter?

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Die traditionsreichen Leonhardiritte im Landkreis zählen zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender. Im vergangenen Jahr machte die Corona-Pandemie eine Durchführung unmöglich. Doch wie sieht es heuer aus? Ein Überblick.

Landkreis – Nicht gern denkt man beim Peißenberger Leonhardiverein an das vergangene Jahr zurück. Wo sonst traditionell am letzten Sonntag im Oktober tausende Menschen den Straßenrand säumen, um die rund 250 geschmückten Pferde und zahlreichen Festwagen zu bewundern, blieb das Hufgetrappel aus. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen hatten auch die Organisatoren des weithin bekannten Leonhardiritts zur Absage gezwungen.

Ein Jahr später droht sich die Geschichte zu wiederholen. In Bad Tölz und Benediktbeuern wurden die Prozessionen bereits abgesagt. Und auch in Peißenberg werde man „die Leonhardifahrt nicht in gewohnter Form durchführen können“, ahnt Maria Achleitner, Schriftführerin des Vereins. Wieder sind es die geltenden Auflagen, die den Verein vor Probleme stellen. Zwar sind Veranstaltungen generell seit längerem wieder erlaubt, allerdings gelten ab einer Zahl von 1000 Personen strenge Vorschriften. So müsse unter anderem ein Infektionsschutzkonzept dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt werden, sagt Achleitner. In Peißenberg lockt die Leonhardifahrt regelmäßig bis zu 10 000 Zuschauer an. Wie das genau ausschauen solle, dabei habe die Behörde in ersten Gesprächen nicht weiterhelfen können, beklagt Achleitner. Im Verein will man nun erst einmal abwarten, ob sich im Oktober noch etwas an den Regelungen ändert. „Dann werden wir uns Gedanken machen, was möglich ist.“

Kurzfristig will man auch in Schongau entscheiden. „Wir müssen schauen, was die nächsten Wochen bringen“, sagt Organisator Franz Reßle mit Blick auf die Bundestagswahl und die Infektionszahlen. Ob am 6. November, dem Leonharditag, Ross und Reiter durch die Altstadt ziehen, steht also noch in den Sternen. Schon jetzt macht Reßle aber klar: Sollte von seiten der Behörde eine Kontrolle der Zuschauer gefordert werden, sei dies nicht zu stemmen. „Wir sind kein Verein, da fehlen uns die Leute.“

Ob heuer die Leonhardifahrt in Peißenberg stattfindet, ist noch offen.

Auch in Pähl war der Leonhardiritt im vergangenen Jahr ausgefallen, heuer sollen Ross, Reiter und Gespanne aber wieder durchs Dorf ziehen. Vor zwei Wochen habe man den Entschluss gefasst, „dass wir das heuer durchziehen“, sagt Kaspar Spiel, Vorsitzender des Leonhardi-Vereins. Mit dem 24. Oktober steht das Datum bereits fest. „Dem Gesundheitsamt wäre es zwar lieber, wenn wir nichts machen“, aber mit 22 Gespannen und rund 50 Pferden zähle man zu den kleineren Leonhardifahrten, gibt Spiel sich zuversichtlich. Noch ein Jahr Pause, das will man in Pähl unbedingt vermeiden. „Sonst schläft alles ein.“

Ähnlich groß ist der Leonhardiritt in Bauerbach, wo er traditionell auf den Leonharditag am 6. November fällt. Auch dort ist man deshalb optimistisch, dass nach einem Jahr Pause heuer wieder alles seinen gewohnten Gang geht. „Wenn’s erlaubt ist, machen wir’s“, teilt Anneliese Schwarzer mit, deren Mann als Kirchenpfleger mit der Organisation betraut ist.

Um die 100 Reiter werden in Forst erwartet

Auch in Forst, wo der Ritt ebenfalls gewöhnlich am 6. November über die Bühne geht, ist man guten Mutes, dass es heuer wieder klappt mit der Traditionsveranstaltung. „Wir haben es auf alle Fälle vor“, sagt Andreas Reßler vom ausrichtenden Leonhardi-Verein. „Nach der jetzigen Regelung würde es klappen.“ Denn auch in Forst bliebe man mit rund 100 Reitern plus Zuschauer unter der 1000-Personen-Grenze.

Gleiches gilt für Wildsteig, wo ebenfalls die Planungen für den Leonhardiritt bereits begonnen haben. Zwischen 700 und 800 Gäste zieht die Veranstaltung in normalen Jahren an, weiß Leonhardivereinsvorstand Xaver Gindhart. Am 24. Oktober sollen Ross und Reiter durchs Dorf ziehen, falls Corona nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht. Die Vorfreude sei groß, sagt Gindhart. „Für uns Roßbauern ist es der wichtigste Tag im Jahr, wenn er nicht ist, dann fehlt etwas.“

Im Nachbarort Rottenbuch ist derweil eine Entscheidung noch nicht gefallen, ob es heuer am 31. Oktober wieder eine Leonhardifahrt geben wird. Voraussichtlich in der kommenden Woche könne man mehr sagen, wenn Rathauschef Markus Bader aus dem Urlaub zurückkehre, sagt 2. Bürgermeister Vitus Gansler.

In Reichling ist man schon einen Schritt weiter. Um die 100 Pferde und Reiter werden erwartet, wenn am 6. November die Bruderschaft zum Heiligen Leonhard zum traditionsreichen Umritt einlädt. Letztes Jahr habe man wegen Corona kurzfristig absagen müssen, „Ich hoffe, dass es heuer nicht soweit kommt“, sagt Vorstand Erich Graf. Ob sich diese Hoffnung erfüllt, wird sich zeigen.

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